Lunte

Das Bombenlegerspiel

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 18.02.2015
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Lunte - Foto Spielmaterial Mücke Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Mit Lunte hat der Verlag Mücke Spiele ein Hochgeschwindigkeits-Kartenspiel von Bruce Whitehill genau richtig umgesetzt. Denn: Was eignet sich besser, um die Spieler unter Druck zu setzen, als eine Zündschnur, die dafür sorgt, dass eine Bombe früher oder später explodieren wird?

So wird das Kartenspiel Lunte gespielt

Das Spiel besteht aus 112 Luntenkarten, die unterschiedlich wertig sind. Von der kurzen Stummel-Zündschnur zu drei Punkten (häufig) bis zur langen Lunte im Wert von 15 Punkten (selten) existieren vier verschiedene Kartentypen, die die Spieler nun aus der Kartenhand nacheinander an die zündende Streichholzkarte anlegen müssen. Zusätzlich erhält jeder Spieler je zwei Bombenkarten, die er offen auslegen muss.

Weitere Kartentypen sind die Entschärfungskarten, von denen ebenfalls jeder Spieler zwei auf seine Kartenhand nimmt und einige (abhängig von der Spielerzahl) unter den Nachziehstapel gemischt werden. Unter die letzten 30 Karten des Stapels wird noch die Zeitbombe gemischt, die die Spielrunde automatisch beendet. Und dann kann das Zündeln losgehen.

Jeder legt nun nacheinander möglichst schnell eine Luntenkarte an die Startkarte und verlängert somit die Zündschnur, bis ein Spieler entweder eine Bombenkarte oder eine Entschärfungskarte legt, um die Lunte zu beenden. Abgelegte Karten müssen zügig vom Nachziehstapel ersetzt werden, was zumindest in meinen Testpartien in der Hektik des Spielablaufs gerne mal vergessen wurde. Die Kartenhand sollte eigentlich während des Spiels immer sieben Karten betragen, und sollte man mal das Nachziehen vergessen, darf man zu jedem Zeitpunkt auffüllen.

Die Kunst, das Spiel zu gewinnen liegt in der Einschätzung, wann eine Zündschnur lang genug bzw. mit so vielen wertvollen Luntenkarten bestückt ist, um die Bombe platzen zu lassen. Der Spieler, der eine seiner zwei Bombenkarten auslegt, erhält nämlich sämtliche ausliegenden Karten und die zählen am Ende gemäß ihrer Wertigkeit Punkte. Leider hat man aber nur zwei solcher Bombenkarten, weswegen der Einsatz überlegt sein will. Alternativ kann man aber auch eine Entschärfungskarte ablegen, womit dann die Zündschnur aus dem Spiel genommen wird. D. h., die Punkte sind dann für alle verloren und die Entschärfungskarte kommt neben die Startkarte. Bei der nächsten Bombe gehört diese dann dem Bombenleger und sorgt am Ende ebenfalls für Pluspunkte (4 – 6 Punkte je nach Entschärfungstyp).

Sobald die Zeitbombe aufgedeckt wird, endet das Spiel sofort. Jeder Spieler zählt dann seine gesammelten Punkte und zieht davon die Punkte auf den Handkarten ab. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt natürlich das Spiel.

Wie gut ist das schnelle Kartenspiel Lunte?

Lunte lebt von der Schnelligkeit, was auch in der kurzen und gut strukturierten Regel mehrfach hervorgehoben wird. Spieler sollten innerhalb von maximal drei Sekunden die Karten legen und die Regel schlägt vor, langsame Spieler zu bestrafen, indem sie wertvolle Karten ablegen müssen.

Am Anfang ist es gewöhnungsbedürftig, dass man die Karten überlappend legen muss, weil viele Mitspieler immer versuchen, möglichst die Anschlussstellen auf den Luntenkarten zu treffen, aber nach kurzer Eingewöhnung ist das ordentliche Ablegen der Karten ziemlich egal.  Viel wichtiger: Wartet man nun mit seiner Bombe, bis man eine möglichst lange Kartenkette abräumen kann oder kommt ein Mitspieler zuvor? Wenn man seine beiden Karten zu früh ins Spiel bringt, kann man die restliche Zeit nur noch den anderen die Beute entreißen, indem man die Lunte löscht. Zu lange sollte man aber auch nicht warten, weil man dann ggf. zuviele Karten auf der Hand behält, die am Spielende nochmal die Punkte reduzieren.

Das alles in ein hektisches Spiel zu packen, ist Autor und Verlag gut gelungen. Bei einer Spieldauer von 10-12 Minuten kommt Lunte immer wieder gerne auf den Tisch. Die Grafik ist zwar wegen der Strichmännchenoptik nicht besonders hübsch, erfüllt aber ihren Zweck. Als Absacker oder für Zwischendurch sehr zu empfehlen.

Hinweis:
Die in der Regel erwähnten Sonderkarten liegen dem Spiel nicht bei, sondern können über die Seite www.spielematerial.de bestellt werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8-
Spieldauer (Minuten): 
10-12
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
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