Lupusburg

Der ganze Nervenkitzel von Lupus in Tabula jetzt auch für kleinere Gruppen!

eine Spielerezension von Leser - 01.01.2012
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Lupusburg von DV Games
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Das Spiel mit den Werwölfen erfreut sich seit Jahren in der einen oder anderen Auflage ungebrochener Beliebtheit. Doch was tun, wenn mal weniger als die erforderlichen acht Spieler parat stehen, um sich zerfleischen zu lassen? Neben mehreren angebotenen Varianten gibt es mit Lupusburg auch ein eigenständiges Spiel, das das Schema aufgreift und einen der pelzigen Mitspieler Jagd auf die übrigen machen lässt.

Zu Beginn bekommt jeder der vier bis acht Mitspieler zwei Charakterkarten zugelost, ist einer davon ein besonderer, nimmt man diese Rolle für den Rest des Spiels ein. Zum einen gibt es da natürlich den Werwolf, der nach wie vor in jeder Nacht einen Charakter eines Mitspielers eliminiert. Ganz aus dem Spiel scheidet man aber nur aus, wenn man seine beiden Karten verloren hat. Zum anderen gibt es da noch den Dieb, der sich jede Nacht in das Haus eines Mitbewerbers schleicht und so durch logische Kombination Rückschlüsse auf deren Charakter schließen kann – wenn er denn Glück hat. Tagsüber findet vor der bereits bekannten Diskussions- und Abstimmungsrunde noch eine Phase des momentanen Bürgermeisters statt, der sich eine Charakterkarte anschauen darf.

So weit also der Spielverlauf, der sich im Wesentlichen kaum von dem berühmten Vorbild unterscheidet. Was ist denn nun der entscheidende Unterschied? Zum einen natürlich der Kniff mit den beiden Charakterkarten: Nur wenn beide ausscheiden, ist auch der Spieler und eventuell der besondere Charakter verschieden.

Doch ein anderer Mechanismus ist die größere Differenz: Es gewinnt nicht mehr eine ganze Partei, sondern immer nur ein einzelner Spieler. Wenn der Werwolf die anderen Dorfbewohner nicht genüsslich verspeist haben sollte, ist dies immer der reichste Spieler. Zum Vermögen zählen jeder lebende Charakter mit zwei Punkten, jedes Haus mit Schatzkiste, in dem noch ein Charakter wohnt (zu Anfang bekommt jeder ein solches Haus) sowie die gewonnene Wette auf den Werwolf der Runde. Diese kann man zu einem beliebigen Zeitpunkt und ist je nach gezogenem Siegel bis zu acht Punkte wert.

Und, macht's Spaß? An den großen Nervenkitzel des Originals mag Lupusburg nicht heranreichen. Die schlichte Eleganz wird nicht erreicht, vielmehr wirkt das Spiel mit Mechanismen aufgeplustert, um einen Ausgleich zur geringeren Mitspieleranzahl zu schaffen. So fallen auch die Verteidigungsreden nicht so intensiv aus, wird nicht mehr so heftig diskutiert, taktische Elemente stehen mehr im Vordergrund.

Eines widerstrebt mir aber: Selbst wenn ich den Werwolf identifiziert habe, ist es nicht immer von Vorteil, diesen zu eliminieren oder offensichtlich gegen ihn zu agieren, um den Mitspielern die Wetten zu verhageln. Zudem fehlt die große Varianz, die mit den zahlreichen Charakterkarten erreicht wurde und wirklich jedes Spiel einzigartig macht.

Trotzdem ist Lupusburg eine durchaus gelungene Alternative und schafft gute Unterhaltung am Tisch, indem es die Wege eines klassischen Brettspiels verlässt und typische Mechanismen mit dem Werwolf-Genre kombiniert.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
4 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
40
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
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