Mage Knight - Das Brettspiel (2015)

eine Spielerezension von Christoph Brandt - 14.11.2016
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Mage Knight - Das Brettspiel 2015 - Foto von Asmodee

Als 2012 Vlaada Chvátils Mage Knight - Das Brettspiel von Pegasus Spiele erstmalig auf Deutsch veröffentlicht wurde, war ich sehr gespannt, ob dieses faszinierende Super-Cross-Over-Spiel erfolgreich sein wird. Dass es eine zweite Auflage bei Asmodee gibt, wenn auch bei einem anderen Verlag, heißt für mich zumindest, dass das Spiel in Deutschland nicht unerfolgreich gewesen sein kann. Das freut mich, ist Mage Knight doch ein wilder, aber überraschend stimmiger Genre-Mix mit Entdeckungs-. Kampf-, Strategie-, Abenteuer- und Deck-Building-Spielelementen, was es meiner Meinung nach bisher so noch nicht gab.

Das Spielprinzip von Mage Knight - Das Brettspiel

Bei Mage Knight übernimmt jeder Spieler die Rolle eines Helden mit einem eigenen Stapel Aktionskarten, mit deren Hilfe er sich der in einem Abenteuerheft gestellten Herausforderung stellt. Nun kann man den variablen Spielplan erkunden, Einheiten rekrutieren, marodierende Orks und andere Bestien aufspüren und bekämpfen, Dörfer plündern, Burgen erobern, andere Helden bekämpfen und, und, und. Die Aktionskarten sind unterschiedlich kombinierbar und je nach geplanter Aktion anders einsetzbar, sodass sich eine unglaubliche Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten ergibt. Zusätzlich gibt es noch verschiedene Arten von Mana, wodurch je nach Einsatz die Aktionskarten weiter verstärkt werden können. Hat man genügend Monstren besiegt oder Bösewichte ausgeschaltet, steigt man einen Level auf, wodurch man zum Beispiel stärkere oder auch einfach nur mehr Aktionskarten bekommt, oder man erhält weiteres Mana, mächtige Zauber oder magische Artefakte. So ergötzt man sich daran, wie der eigene Held immer mächtiger und seine Gefolgschaft immer größer wird, bis man schließlich Burgen belagert und gefühlt ganze Armeen befehligt und schließlich den großen, bösen Endgegner besiegt. Zieht man hingegen in einem Kampf den Kürzeren, so trägt man Wunden davon, deren Nachteile man sein ganzes Heldenleben lang ertragen muss.

Doch bevor man sich ins Abenteuer stürzen kann, muss man sich durch das zwar gut geschriebene, aber doch überaus umfangreiche Regelwerk kämpfen. Im Spiel wird das Regelbuch dann zum unerlässlichen Nachschlagewerk, das während des eigentlichen Spiels immer wieder bemüht wird, um Unklarheiten zu beseitigen.

Was hat sich bei Mage Knight - Das Brettspiel gegenüber der Erstauflage geändert?

Das Spiel Mage Knight - Das Brettspiel ist gegenüber der Erstausgabe weitestgehend gleich geblieben. Es wurden lediglich ein paar Anpassungen auf einigen Karten und Feindplättchen vorgenommen, die bereits aus der Erweiterung „Verschollene Legionen“ bekannt sind. Außerdem wurden einige Formulierungen präzisiert und ein paar Spielwerte herabgesetzt, um das Spiel weiter auszubalancieren. Es besteht also nicht die Notwendigkeit als erfahrener Mage-Knight-Spieler, unbedingt auch diese überarbeitete Neuauflage zu kaufen.

Fazit zur Neuauflage von Mage Knight - Das Brettspiel

Mage Knight - Das Brettspiel ist ein tolles, fesselndes Spiel mit einem enormen Wiederspielreiz. Mir ist noch kein Brettspiel untergekommen, das derartig viele verschiedene Spielmechanismen sinnvoll miteinander verzahnt, eine derartige Detailtiefe besitzt und einen über Monate faszinieren kann. Auf der anderen Seite kenne ich auch kaum ein Spiel, das eine derart hohe Einstiegs- und vor allem Wiedereinstiegshürde hat. Die Regeln und Mechanismen sind ungemein komplex und nichts für Gelegenheitsspieler. Es braucht schon einen mehrstündigen Spielabend, um einen Neuling in die Regeln einzuweisen, selbst wenn er ein Vielspieler und mit derartigen Fantasy-Spielen vertraut ist. Trifft man sich dann nicht regelmäßig zum Mage-Knight-Spielen, dann fängt man nach wenigen Wochen fast wieder bei Null an. Hinzu kommt, dass die Planung und Umsetzung der Spielzüge sehr lange dauern kann, muss man doch eine unüberschaubare Anzahl an Variationsmöglichkeiten bei jedem Spielzug durchrechnen und sich dann auch noch für einen entscheiden. Zusätzliche Regelfragen oder –unklarheiten verlängern dies zusätzlich. Es ist also wichtig eine feste, regelmäßige Spielrunde zu haben, in der sich alle für Mage Knight - Das Bresttspiel begeistern. Oder aber man versteht es als Solo-Spiel. Hier liegt meiner Meinung nach auch die ganz große Stärke von Mage Knight - Das Brettspiel. Wie bei einem Computer-Rollenspiel kann man sich auch allein ins Getümmel stürzen und seinen Helden sukzessive erstarken lassen. Es ist überraschend befriedigend, die Macht seiner Spielfigur wachsen zu sehen, zumal es eine Unmenge an Richtungen gibt, in die sich der Held entwickeln kann, was an sich schon für immer neue Spielanreize sorgt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
60-240
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
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