Magellan

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Spieler befinden sich in der Zeit der großen Schifffahrer: Columbus, Pizarro, Magellan, da Gama und Cook - nur Marco Polo fällt da aufgrund seiner Lebenszeit und der Tatsache, dass er auf dem Landweg unterwegs war, aus dem Rahmen - aber man brauchte halt sechs Entdecker. Jeder dieser Männer macht sich mit drei Schiffen auf den Weg zu neuen Ufern und die Spieler erhoffen sich von diesen Reisen Ruhm und Ehre.

Also finanzieren sie die Fahrten: Die Schiffe werden versteigert. Diese Reihum-bis-einer-übrig-bleibt-Versteigerungen sind das zentrale Element des Spieles. Denn nachdem alle Schiffe vergeben sind, kommt eine zweite Phase in der von den je drei Schiffen zwei (wieder durch Versteigerungen in Gang gesetzt) weiterfahren, während das dritte auf der Strecke bleibt. Ebenso fährt in der dritten Phase nur noch ein Schiff. Da im Normalfall die zu erreichende Ehre mit der Anzahl der Felder steigt, wird jeder Spieler versuchen, möglichst weit zu kommen. Das ist jedoch nicht so einfach, denn die Geldmittel für die Versteigerungen sind beschränkt; es gibt zwar nach jeder Phase Nachschub, aber dummerweise ist dessen Volumen von den Feldern abhängig, auf denen die Schiffe stehen, und wo man viel Geld bekommt, sind wiederum die zum Sieg nötigen Ruhmpunkte spärlich gesät.

So ist das Spiel gekennzeichnet von einem ständigen Abwägen der Frage, wie viel Geld gebe ich für welches Schiff aus. Hinzu kommt noch, dass es auf einigen Feldern zu positiven oder negativen Sonderaktionen (deren Beschreibung hier den zur Verfügung stehenden Platz sprengen würde) kommt, die unbedingt Beachtung finden sollten, wenn man gut abschneiden möchte. Wenn alle Entdecker jeweils mit einem Schiff dreimal gefahren sind, endet das Spiel. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Ruhmpunkten, die sich aus den Standorten seiner Schiffe zuzüglich einiger Punkte aus eventuell noch verbliebenem Geld ergeben.

Freunde von Versteigerungsspielen werden an Magellan mit Sicherheit Gefallen finden. Ein zweigeteilter doppelseitig bedruckter Spielplan erlaubt vier verschiedene Ausgangssituationen mit variierendem Schwierigkeitsgrad - ein Anreiz für viele Partien. Wer jedoch Auktionen nicht mag, sollte vielleicht eher von diesem Spiel Abstand nehmen, denn außer Versteigerungen passiert nicht viel. Dennoch kam Magellan in verschiedenen Spielrunden gut an. Allerdings ist die Verlagsangabe 3 - 6 Spieler kritisch zu betrachten: Das Spielsystem funktioniert zwar in all diesen Besetzungen, das Spiel verliert aber zu dritt doch deutlich an Reiz und bei sechs Spielern kommt es zu längeren Wartephasen, wenn andere Spieler mit Auktionen beschäftigt sind, an denen man selber nicht teilnimmt. Vier oder fünf Spieler sind deshalb die ideale Besetzung.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2002
Spielkategorisierung
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