Manhattan TraffIQ

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 02.01.2016
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Legespiel Manhattan TraffIQ - Foto von Mücke Spiele

Denkt man an Manhattan, dann hat man unweigerlich Bilder vom Straßenverkehr vor sich, der sich durch die Häuserschluchten entlang des Central Parks quält. Und da es beim vorliegenden Spiel um eben diesen Straßenverkehr (engl. traffic) geht, dem man mit Köpfchen, also Intelligenz, begegnen soll, hat sich Dirk Arning für sein Spiel den Namen Manhattan TraffIQ ausgedacht. Bei dem im Verlag Mücke Spiele erschienenen Legespiel müssen 2-4 Spieler versuchen, sich möglichst mit allen der zur Verfügung stehenden Fahrzeugen auf dem sich entwickelnden Spielplan zu positionieren und unliebsame Konkurrenz auszuschalten. Zur Verfügung stehen den Spielern dazu die auf dem Schachtelcover abgebildeten Taxis und Lieferwagen aus Holz.

So wird Manhattan TraffIQ gespielt

Als Einstiegsvariante bietet der Verlag das Szenario "Times Square" an, bei dem als Orientierungshilfe die möglichen Aktionen in Form von Plättchen ausgelegt werden. Für die fortgeschrittenen Spieler, die sich mit den Aktionen besser auskennen, werden die Rückseiten dieser Plättchen dann umgedreht und bilden so das Szenario "Central Park". Eine - wie ich finde - intelligente Idee zur Vermeidung der in anderen Spielen häufig vorhandenen Übersichtskärtchen, die bei längerer Spielerfahrung irgendwann nutzlos in der Schachtel liegen und nichts zum eigentlichen Spielmaterial beitragen.

Aus 44 Stadtteilplättchen erhält jeder Spieler zwei zugeteilt, und dann kann es auch schon losgehen. Dabei hat man direkt die Qual der Wahl, denn aus den vier möglichen Aktionen, die jeder zur Verfügung hat, darf man zwei frei auswählen. Neben dem Anlegen der eigenen Plättchen dürfte man auch seine Fahrzeuge bewegen (sofern man welche auf dem Plan hat) oder Plättchen nachziehen. Wichtig ist dabei, dass diese Aktionen immer in der gleichen Reihenfolge ausgeführt werden müssen. Zu Beginn wird man daher wohl zunächst versuchen, passend anzulegen, wozu man übrigens auch beide möglichen Aktionen verbrauchen darf. Das Anlegen geschieht nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten, die Spielern z. B. aus Carcassonne geläufig sind. Aus vier verschiedenen Geländetypen entwickelt sich so nach und nach ein Phantasie-Manhattan. Immer wenn beim Ablegen ein Quadrat aus vier Plättchen gebildet wird, darf der aktive Spieler eines der Fahrzeuge in der Mitte des gerade gebildeten Quadrats einsetzen. Taxis haben dabei den Vorteil, dass sie im Rahmen einer zusätzlichen Aktionsmöglichkeit weiter fahren können als Lieferwagen. Dafür zählen Lieferwagen wiederum mehr Punkte als Taxis, was zum Tragen kommt, sobald man mit den Mitspielern um die Vorherrschaft auf den Straßen konkurriert.

Das Konkurrieren ist keine eigene Aktion, sondern darf immer dann vom aktiven Spieler genutzt werden, sobald er ein Fahrzeug einsetzt oder bewegt. Es wird dann geprüft, wer auf der entsprechenden Straße die Punktevorherrschaft besitzt und die unterlegenen Spieler müssen ihre Fahrzeuge zurücknehmen. Gelingt es einem Spieler, alle eigenen Fahrzeuge auf den Plan zu bringen, dann hat er sofort gewonnen. Alternativ wird bis zum Aufbrauchen des Nachziehstapels gespielt und dann ist nach einer Endrunde derjenige Spieler der Gewinner, der die meisten Punkte auf dem Plan besitzt.

Lohnt sich das Legespiel Manhattan TraffIQ?

Manhattan TraffIQ ist ein schönes Ärgerspiel, bei dem  man aber ein paar Runden benötigt, um die Feinheiten bzw. die Regeln zu verinnerlichen. In meinen ersten Spielrunden waren alle Spieler zunächst darauf konzentriert, die eigenen Fahrzeuge auf den Spielplan zu bringen. Und die Möglichkeit, die Fahrzeuge taktisch klug zu versetzen, um mit anderen zu konkurrieren und damit auch zu interagieren, wurde vernachlässigt. Man spielte also eher nebeneinander her und dann entwickelt das Spiel in der kurzen Dauer (ca. 30 Minuten) sein Potenzial nicht. Sobald man aber die Aktionsmöglichkeiten kennt und klug zu nutzen weiß, sollte man sich direkt dem "Central Park"-Szenario zuwenden. Natürlich hat man auch hier einen Glücksfaktor im Spiel. Wenn nämlich das ersehnte Plättchen zum passenden Anlegen partout nicht nachgezogen wird, ist man zwar zunächst im Nachteil, hat aber gegenüber ähnlichen Legespielen den Vorteil, dass man Plättchen auch horten darf und dann bei Gelegenheit eben auch zwei passende aus dem eigenen Vorrat auf einmal legen kann.

Mittlerweile hat der Verlag vier weitere kleine Erweiterungen herausgebracht und es sind noch einige in Planung. Näheres dazu, sowie interessante Hintergrundinfos zu Taktik und Entwicklung des Spiels finden sich auf der Homepage des Verlags.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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