Maya (Sirius)

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 05.10.2013
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Maya  von Sirius
Lesezeit: 5 Minuten

Die Mayas stellten einst in Ihrer Blütezeit eine mächtige Hochkultur dar. Sie waren berühmt für den Anbau von Mais, ihrer Mathematik und für ihren in Maya-Schrift geschriebenen hoch entwickelten Kalender. Auch ihre Bauten haben die Zeiten überdauert und noch heute Zeugen die mächtigen Maya-Pyramiden und Tempel von ihrer damaligen Pracht und Reichtum des Maya-Volkes.

Nun ist aber beim Bau der Tempel einiges schief gelaufen. Neun Tempel wurden errichtet, aber leider hat der Verantwortliche Baumeister die einzelnen Farben der Türme verwechselt. Und so entstand ein buntes Durcheinander, das nun die beiden Hohenpriester wieder in Ordnung bringen müssen. Natürlich ohne die Türme zum Einsturz zu bringen. Ziel für uns Spieler ist es, möglichst viele Siegpunkte zu erlangen, indem man versucht, die Pyramiden so umzubauen, dass sich dabei möglichst viele gleichfarbige Stufen berühren.

Schauen wir nun einmal den Inhalt der Spieleschachtel an. Zunächst ist da ein Spielplan. Dieser zeigt neun Felder, die für den Bau von neun Pyramiden vorgesehen sind. 45 Pyramidenstufen in fünf Größen und neun Farben. Dabei kommt jede Stufe nur einmal vor. Fünf unterschiedliche große Stufen bilden dabei einne komplette Pyramide. 30 Treppen in Weiß und Schwarz, zehn Priesterfiguren auch in Weiß und Schwarz, Eine Stele (Pfeiler) und neun Aufgabenkarten, die aber nur für die Variante zu dritt benötigt wird.

Der Aufbau des Spiels ist relativ einfach, wobei aber einige Grundregeln beachtet werden müssen. Nachdem das Spielbrett zwischen zwei Spielern plaziert wurde, kommt auf jedes der neun Felder eine Pyramide. Dabei gilt zu beachten, dass die Stufen von unten nach oben immer kleiner werden und keine Farbe  zweimal vorkommt.  Nun entscheiden sich die Spieler für eine Farbe und nehmen alle Treppen und Priesterfiguren. Spieler Schwarz befestigt nun den Adler an der Stele. Dabei darf er die Höhe des Adlers frei wählen.
Daraufhin stellt er die Stele samt befestigten Adler zwischen zwei beliebigen Pyramiden. Zu beachten ist aber, dass in der Diagonalen keine Nachbarschaft besteht. Die Spieler sind nun abwechselnd an der Reihe, dabei fängt  Weiß an.

Ist man am Zug muß man folgende Spielphasen durchführen.

  • 1-4 Stufen von zwei benachbarten Pyramiden miteinander vertauschen. Es gibt vier Möglichkeiten, die Pyramidenstufen auszutauschen. Zum einen die jeweils oberste Stufe, die beiden obersten Stufen, die drei obersten Stufen oder die vier obersten Stufen. Das heißt, dass nach jedem Tausch die Pyramide aus fünf Stufen bestehen muß. Beim Tausch darf dabei nicht die Reihenfolge untereinander nicht geändert werden. Die unterste Stufe darf nie getauscht werden. Und die Stele blockiert beide benachbarten Pyramiden. Der Adler wiederum blockiert das Vertauschen von Stufen einer bestimmten Höhe bei allen Pyramiden. Stufen die darunter liegen können diese Blockade umgehen. Pyramiden die aufeinanderfolgende gleichfarbige Stufen haben, dürfen nicht mehr getrennt werden.
  • Treppen und Priester einsetzen. Gelingt es einem Spieler zwei gleichfarbige Stufen zusammenzubringen, darf er die betroffene Pyramide mit einer seiner Treppen markieren. Sollte dies bei beiden Pyramiden der Fall sein, so darf er auch dort eine Treppe platzieren.
    Diese werden dann an der untersten Stufe eingehakt. Treppen dürfen aber dabei nur eingesetzt werden, wenn Sie eine Wegverbindung haben und noch keine andere Treppe sich dort befindet. Sollte durch einen Tausch eine komplett einfarbige Pyramide entstehen, so darf er diese mit einer seiner Priesterfiguren markiern. Eine solche Pyramide darf bis zum Spielende nicht mehr verändert werden.
  • Stele versetzen und Adler einstellen. Nach seinem Spielzug muss noch die Stele versetzt werden und die Höhe des Adlers wird neu bestimmt. Die Stele wird dabei zwischen die beiden Pyramiden gestellt, deren Stufen getauscht wurde. Daraufhin stellt er den Adler ein, wie die unterste getauschte Stufe.

Das Brettspiel Maya endet in dem Moment, wo keine Zugmöglichkeit mehr besteht. Man erhält nun für jeden eigenen Priester auf einer Pyramide einen Punkt. Für jede Pyramide, an der man mehr Treppen hat als der Gegner, hat ebenfalls einen Punkt. Bei Gleichstand gehen beide leer aus. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Brettspiel Maya.

Noch ein paar Sätze zur Variante für drei Spieler: In dieser werden die Treppen und Priester nicht benötigt. Desweiteren kommen jetzt Aufgabenkarten ins Spiel. Der Aufbau erfolgt wie im Spiel zu zweit. Danach wird die Karte offen neben den Spielplan gelegt, die die gleiche Farbe zeigt wie die unterste Stufe der Pyramiden auf dem mittleren Spielfeld. Die restlichen Karten werden gemischt und jeder Spieler erhält zwei davon. Die restlichen Karten werden verdeckt beiseite gelegt. Die Regeln sind die gleichen wie beim Spiel zu zweit. Der Starspieler wird ausgelost und danach wird im Uhrzeigersinn weiter gespielt. Der Adler wird nicht berücksichtigt und blockiert somit nicht den Austausch von Pyramidenstufen. Das Spiel endet wie im Zweier-Spiel, wenn keine Zugmöglichkeit mehr besteht, ein Spieler eine Farbpyramide wie auf einer seiner Aufgabenkarte vollendet hat oder die Pyramide im Zentrum des Spielplans nur aus einer Farbe besteht. Danach folgt die Wertung wie im Zwei-Personen-Spiel. Empfohlen sind drei Partien zu dritt. Wer danach die meisten Punkte hat gewinnt Maya. Beim Spiel zu viert werden alle Aufgabenkarten an die Spieler verteilt. Es werden zwei Manschaften gebildet die sich aber ihre Aufgabenkarten nicht zeigen dürfen. Am Ende werden die Punkte jeder Manschaft addiert. Wer es etwas stratgischer möchte, kann beim Aufbau anderst vorgehen. Und zwar platziert jeder Spieler reihum im Uhrzeigersinn jeweils eine Stufe auf dem Spielplan. Dabei gelten die Aufbauregeln wie im Spiel zu zweit.

Zunächst ein wenig zum Material. Der Spielplan von Maya ist klein aber funtional. Wobei manchmal dadurch auch die übersicht etwas darunter leidet. Bezüglich auf die Sicht der Treppen. Das übrige Material besteht aus Plastik. Die Stele (Pfeiler) zusammenzubauen, erweist sich als etwas fummelig. Auch das Handling mit den Treppen ist nicht jedermanns Sache. Diese an die Pyramide anzubringen, bedarf doch einiges Fingerspitzengefühl. Und nicht jeder verfügt über kleine filigrane Fingerchen. Dafür ist die Unterbringung des Materials in der Spielschachtel sehr gut gelungen. Alles findet seinen Platz und es fliegt nichts durch die Gegend.

Zu zweit spielt sich Maya am besten. Hier hat man genug Raum, um zu taktieren und zu entscheiden. Hier entfaltet sich auch der Reiz des Spieles. Denn jeder eigen Zug kann ein gute Vorlage für den lieben Mitspieler werden. Oftmals fällt das Spielergebnis recht knapp aus und man grübelt noch, in welchem Zug der entscheidende Fehler unterlief.

Ich kann Maya nur empfehlen. Eine Partie dauert nicht sehr lange und wer ein Spiel für zwei Personen sucht, ist Maya auf jeden Fall einen Blick wert. Oder auch zwei!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20 - 30
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
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