Mille Grazie

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 14.05.2011
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Mille Grazie von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Mille Grazie ist ein diebischer Spielspaß und ein Brettspiel um Räuber und Edelmänner, bei dem jeder mal den Guten und mal den Bösen spielt. Vor Spielbeginn erhält jeder Spieler einen Edelmann, einen Kompass und einen Wertungsstein. Der Wertungsstein wird auf die Zählleiste am Rand abgesetzt und markiert später die Punktezahl. Es wird ein Edelmann ausgewählt. Die restlichen Mitspieler übernehmen in dieser Runde die Räuber. Der Edelmann zieht eine Stadtkarte und startet von dort aus seine Reise über das Brett. Vier weitere Städtekarten werden auf dem Spielplan verteilt.

Während der Edelmann bei Mille Grazie seine Route plant, um möglichst viele Städtekarten einzusammeln, planen die Räuber ihren Überfall. Hierzu stellen sie an ihrem Überfallkompass einen Buchstaben ein, der die jeweilige Straße kennzeichnet, an denn sie lauern wollen. Natürlich geschieht dies ganz geheim. Die Räuber dürfen sich zwar laut abstimmen, aber die Einstellung erfolgt geheim. Der Edelmann kann sich auf einer Straße durch einen Geleitschutz schützen. Hierzu stellt er seinen Überfallkompass auf den Buchstaben ein, an dessen Straße er den Schutz wünscht. Anschließend läuft er vier Städte weit. Entscheidet er sich gegen einen Geleitschutz, darf er fünf Felder weit ziehen. Gelangt er in eine Stadt, die auf seiner Stadtkarte angegeben ist, hat er seinen Auftrag erfüllt und erhält die Stadtkarte. Dabei kann der Edelmann auch mehrere Stadtkarten in einem Zug an sich nehmen. Die auf der Karte angegebenen Siegpunkte werden auf der Zählleiste eingestellt. Benutzt er dabei eine Straße, auf dem ein Räuber lauert, wird er mit den Worten „Mille Grazie“ (tausend Dank) überfallen, wenn er keinen Schutz für diese Straße hat.

Der Edelmann verliert je nach Farbe der Straße, auf der er überfallen wird, zwischen eine und drei Auftragskarten und die Räuber erhalten drei Siegpunkte. Der Edelmann darf insgesamt immer nur drei Auftragskarten besitzen, will er  dann einen höherwertigen Auftrag erfüllen, muss er eine Stadtkarte ablegen. Nach dieser Runde wechselt im Uhrzeigersinn der nächste Spieler zum Edelmann und die restlichen sind die Räuber. Das Brettspiel endet, wenn ein Spieler 30 oder mehr Punkte erreicht hat.

Spielt man nur zu zweit, erhält jeder zwei Kompasse und setzt diese entsprechend ein. Dieses Spiel ist ein kurzweiliges Brettspiel, da die Siegpunkte mit wenigen Runden schnell erreicht sind. Es erfordert weniger taktische Überlegungen, als eine große Portion Glück, unbeschadet als Edelmann davon zu kommen. Hilfreich ist es auch, wer die Mitspieler gut einschätzen kann. Meistens lässt sich ein Überfall bei Mille Grazie nicht verhindern, da es von jeder Stadt aus immer nur drei bis vier Straßen gibt, die Stadt auswärts führen. Trotzdem leidet der Spielspaß nicht, da die Rollen ja jede Runde wechseln. Weniger turbulent geht es im Zweierspiel zu, welches dennoch zu empfehlen ist. Die Spielanleitung und das Spielmaterial ist ganz Zochlike bunt, stabil und übersichtlich. Die Anleitung wird durch Beispiele unterstützt. Für Wenig-Spieler oder die, die gerne lockere Spielchen spielen, ist Mille Grazie zu empfehlen. Für große Taktiker ist das Spiel zu wenig umfangreich und zu glücksabhängig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
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