Mister Bill

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 31.10.2005
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Mister Bill von daVinci Games
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Den Letzten beißen die Hunde – dieses schöne und allgemein gültige Prinzip kommt auch im Restaurant von Mister Bill voll zum Tragen: Die fröhliche Tischrunde lässt sich's gut gehen und isst und trinkt nach Herzenslust. Doch als es ans Zahlen geht und die Gäste einer nach dem anderen still und heimlich wegschleichen, wacht Mister Bill mit Argusaugen, um wenigstens dem letzten der Zechpreller die gesalzene Rechnung präsentieren zu können.

Das Spiel besteht aus schs unterschiedlichen Speise- und fünf Kellnerkarten, von denen es jeweils vier Stück gibt. Dazu kommen drei Mister-Bill- und verschiedene Wertungskarten, mit denen die Punkte der einzelnen Spielrunden angezeigt werden können. Zuerst werden Zweierteams gebildet; bei einer ungeraden Anzahl Mitspieler kämpft der überzählige alleine. Dann werden die 47 Speise-, Kellner- und Mister-Bill-Karten gut gemischt und an die Spieler verteilt.

Allfällige Kartenpaare werden sofort abgelegt und auf diese Weise aus dem Spiel genommen. Anschließend zieht der Startspieler seinem Nachbarn verdeckt eine beliebige Karte und prüft, ob er zusammen mit seinen Handkarten ein weiteres Paar bilden und ablegen kann. Zuletzt darf er nach eigenem Belieben eine Kellnerkarte ausspielen. Diese lösen je nach Art des Kellners Aktionen aus, die genau auszuführen sind. Beispielsweise kann der Spieler aufgrund der ausgespielten Kellnerkarte eine oder alle seine Handkarten mit einem Mitspieler tauschen. Oder er kann einen Spieler bezeichnen, der von sämtlichen anderen Spielern je eine beliebige Karte zugeschoben erhält. Oder er kann veranlassen, dass alle noch im Spiel befindlichen Mister Bill Karten offen gezeigt werden müssen. Und wieder sind allfällige neu gebildete Kartenpaare abzulegen.

Ist der Spielzug abgeschlossen, zieht der nächste Spieler seinem Nachbarn eine Karte und entscheidet dann, ob er eine Kellnerkarte ausspielen will. Aufgrund der abgelegten Kartenpaare sind immer weniger Karten im Spiel. Auch zwei der drei Mister-Bill-Karten können irgendwann zusammen abgelegt werden. Wer die dritte am Schluss in den Händen hält, verliert mit seinem Teampartner die Spielrunde. Die übrigen Teams erhalten in der Reihenfolge Wertungskarten, in welcher sie ihre letzte Handkarten losgeworden sind. Für die zweite Spielrunde werden neue Teams ausgelost, die dritte spielt jeder für sich alleine. Sieger ist, wer am Schluss der dritten Spielrunde die meisten Wertungspunkte hat.

Der Spielmechanismus von Mister Bill ist allgemein bekannt und bestens bewährt, weist jedoch sinnvolle Erweiterungen auf. Da von jeder Karte (selbstverständlich mit Ausnahme der Mister-Bill-Karten) vier Stück im Spiel sind, können sehr rasch Paare gebildet werden. Zudem muss versucht werden, zusammen mit dem Partner möglichst schnell die Karten loszuwerden, da in den ersten beiden Spielrunden das Teamresultat entscheidet über die Vergabe der Wertungspunkte. Vor allem aber sorgt das Ausspielen von Kellnerkarten für zusätzlichen Schwung und Tumult, besonders wenn plötzlich erkennbar wird, wer alles die noch im Spiel befindlichen Mister-Bill-Karten auf der Hand hält. Das Ganze ist sicher kein komplexes Werk, aber leicht und angenehm zu spielen und dank der erfreulich kurzen Dauer ein heißer Tipp für Spielgelegenheiten aller Art.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
3 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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