Mord im Weißwurststüberl

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 08.10.2018
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Mord im Weißwurststüberl - Foto von Gmeiner Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Mord im Weißwurststüberl von Michaela Küpper und Marlies Müller (Gmeiner Verlag) ist ein Krimispiel. Dieses bietet zweierlei: Auf der einen Seite einen Kriminalfall, den es zu lösen gilt, auf der anderen Seite eine kulinarische Reise. Denn das Spiel enthält nicht nur Menüvorschläge, sondern jede Menge Rezepte mit deftigen Speisen und alkoholischen Drinks. Das Minikochbuch ist sehr schön illustriert und man bekommt direkt Lust drauf, etwas auszuprobieren. Die Anleitung des Spiels befindet sich erst im hinteren Teil

Worum geht es bei Mord im Weißwurststüberl?

Es verspricht also ein interessanter Abend zu werden. Im Vorfeld des eigentlichen Spiels hat der Gastgeber nicht nur die Qual der Wahl bei der Menüzusammenstellung, sondern auch alle sieben Rollen müssen verteilt werden. Dabei wird er gewahr, wer der Mörder ist, was er natürlich gegenüber den Gästen geheim halten muss. Vor dem eigentlichen Datum erhalten die Mitspieler ihre Rolle und eine Einladungskarte. Hierbei wird vorgegeben, dass man sich um 20 Uhr trifft. Zur weiteren Vorbereitung können von allen eine Kostümierung zusammengestellt werden. Passende Musik unterstreicht das Ambiente am Abend. Schneidet man die Tischkärtchen aus, so schneidet man gleichzeitig in einen Teil der Anleitung, sodass man die Namensschilder besser vorher kopiert.

Tipps zum Krimimenü und zum Start der Ermittlung

Das Essen sollte in Buffetform angeboten werden, damit der Gastgeber/Spielleiter dabei bleiben kann. Nach einer Einweisung des Gastgebers, startet das Spiel in der Reihenfolge, die auf den Regieanweisungen der einzelnen Gäste stehen. Im Prinzip bietet so eine Regieanweisung den Vorteil, dass man alles schnell auf einem Blatt vor sich liegen hat und nicht blättern muss. Diese Vorgabe kann ungeübten Rätslern etwas Sicherheit im Ablauf geben, führt allerdings auch schnell zu sehr stoischem Vorlesen, was den eigentlichen Reiz eines Krimispiels deutlich mindert. Es empfiehlt sich also, sich zwar an die Regeln und Aussagen zu halten, aber nicht immer die Beitragsnummer mit zu lesen. Durch Einsatz des Jokers, können zusätzliche Beiträge ermöglicht werden. Wichtig ist auch, das Rollenheft nicht zu offen auslegen, wenn man sich Notizen macht, da beim Mörder direkt oben steht, dass er Elfriede auf dem Gewissen hat.

Lohnt sich die Ermittlung bei Mord im Weißwurststüberl?

Haben alle Spieler ihre Beiträge geleistet, ist es Zeit, den Mörder Dingfest zu machen. Hierzu gibt jeder Gast einen Tipp ab. Danach fasst der Gastgeber nochmal die Ermittlungsergebnisse zusammen und outet den Mörder. Der Spielspaß bei einem solchen Spiel hängt deutlich davon ab, wie ernst die Gäste in ihrer Rolle sind und bleiben. Nebengespräche sind da eher nervig, ebenso wir stures Ablesen. Es lebt von der Spielfreude und der Lebendigkeit. Bestenfalls ziehen die Gäste mit Kostümen mit.

In gut 1,5 Stunden ist der Fall gelöst und das Spiel gehört somit zeitlich eher zu einem Einsteigerkrimispiel. Auch inhaltlich ist es eher einfach gehalten. Kennt man bereits andere Krimispiele, wird man hier von der Übersichtlichkeit eher enttäuscht sein. Einsteiger und Freunde der bayrischen Küche hingegen, die eher den Schwerpunkt auf einen geselligen Abend als auf das Lösen eines schwierige Falls setzen, sei es durchaus empfohlen. Insgesamt bedarf es eher wenig Vorbereitung und ist auch für die Gäste überschaubar. Der größte Aufwand liegt in der Essenszubereitung, die sich aber durchaus lohnt und auch den Abend mit bayerischen Schmankerln geselliger machen. Theoretisch kann man das Spiel auch zu fünft Spielen, allerdings ist es dann wirklich noch offensichtlicher auf den Täter zu kommen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
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