Mustang

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 16.08.2009
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Mustang von Wolf Fang
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Thema und Ausgangslage des Spiels interessieren auf Anhieb: Als Rancher sollen die Spieler möglichst viele Pferde sammeln, die selber gezüchtet, auf der Prärie gejagt und eingefangen oder aber dem Gegner ab dessen Hof gestohlen werden können. Dazu erhalten alle eine Ranchtafel, die den Korral (mit geöffnetem Tor) zeigen und einen Pferdestall, in dem die Tiere gegen feindliche Zugriffe geschützt sind.

Pferde selber gibt es in Form von Hengsten, Stuten und Fohlen auf, die in fünf unterschiedlichen Farben auf kleinen Spielplättchen abgebildet sind. Alle drei Tierkategorien werden untereinander gemischt und in die Tischmitte, die sogenannte Prärie gelegt, worauf je ein Plättchen aufgedeckt wird. Als Abschluss der Vorbereitungen erhält jeder Spieler sechs Cowboykarten ausgeteilt. Diese zeigen eine der Spielfarben mit einer Wertangabe von eins bis acht oder aber den Joker, der jede beliebige andere Karte ersetzt. Reihum können die Spieler anschließend wahlweise Pferde fangen, stehlen oder in den Stall führen oder aber Karten wechseln, falls dazu Bedarf besteht.

Zum Fangen oder Stehlen von Pferden müssen zusammenpassende Cowboykarten ausgespielt werden. Für ein Fohlen braucht es zwei Karten desselben Wertes, für eine Stute drei und für einen Hengst gar vier Karten. Klar, dass da die Joker eine große Hilfe sein können. Hat jemand gar eine Straße mit fünf aufeinanderfolgenden Zahlenwerte derselben Farbe, können der Schwarze Prinz oder die Schneeweiße Stute gejagt und eingefangen werden, die in Form zweier Spezialplättchen zusätzlich zum Spiel gehören und am Schluss fünf Extrapunkte eintragen.

Tiere auf der Prärie lassen sich widerstandslos einfangen. Das entsprechende Plättchen wird in den Korral des erfolgreichen Farmers gelegt und bleibt dort, bis es in einem weiteren Spielzug in den sicheren Stall geführt wird. Tiere in der Koppel können dagegen durch andere Farmer gestohlen werden, wozu dieselben Kartenkombinationen benötigt werden. Allerdings darf der Bedrohte den Angriff abwehren, falls er bessere Karten aus der Hand ausspielen kann. In so einem Fall geht der Angreifer leer aus, da auch die gescheiterte Attacke zum Abschluss des Spielzugs führt. Zudem müssen allfällige Joker abgeworfen werden.

Immer wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist, wird eine von sechs Ereigniskarten aufgedeckt. Diese bewirken beispielsweise, dass aus jedem Korral ein Tier auf die Prärie entweicht oder aber dass maximal zwei Pferde vom Korral in den Stall geführt werden dürfen. Noch erfreulicher ist die Geburt eines Fohlens bei jedem Spieler, der einen Hengst und eine Stute in seinem Stall hat. Anschließend werden die ausgespielten Cowboykarten gemischt und als neuer Nachziehstapel bereitgelegt, worauf die nächste Runde beginnt.

Das Spiel dauert bis entweder das letzte Plättchen einer der drei Pferdekategorien eingefangen wird oder aber einer der Spieler eine Herde, bestehend aus einem Hengst, zwei Stuten und drei Fohlen in seinem Stall hat. Alle Tiere auf der Ranchtafel der Spieler werfen entsprechend ihrer Kategorie Gewinnpunkte ab, egal ob die Plättchen noch im Korral oder bereits im Stall sind. Für Pärchen oder gar Herden derselben Farbe gibt es Bonuspunkte, worauf der Spieler mit dem Punktemaximum gewinnt.

Thema und Ausgangslage wären also schön (siehe oben), das Spiel selber aber leider nicht allzu sehr. Beispielsweise sind gerade die Stuten und Fohlen auf den Plättchen nur schwer zu unterscheiden, was immer wieder zu ärgerlichen Verwechslungen führen kann. Zudem passiert mehr oder weniger immer dasselbe ohne Möglichkeit einer sinnvollen Planung: Habe ich die entsprechenden Karten auf der Hand, schnappe ich mir ein passendes Pferd. Der Raub von Fohlen und eigentlich auch Stuten ist riskant, da der Gegner durchaus die nötigen Zwillings- oder Drillingskarten auf der Hand haben kann, weshalb meist die Prärie gewählt wird. In Kürze sind so die entsprechenden Plättchen aufgebraucht und das Spiel zu Ende. Wer da noch das Glück hat, Tiere derselben Farbe zu ergattern, gewinnt meist das Spiel, ohne viel dazugetan zu haben. Einzig Kinder stören sich nicht groß an diesem Umstand, wobei sich sowohl Mädchen (Pferde) als auch Jungen (Wilder Westen) gleichermaßen angesprochen fühlen.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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