Naova

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 07.10.2016
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Naova - Foto von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Naova - ein Titeln der gar nichts aussagt und sich beim Lesen der Rückseite auch nicht erschließt. Auf dem Cover des Kartenspiels von Jeremie Kletzkine (Amigo Spiele) sind verschiedene Monsterhighpuppen abgebildet, sodass man gar nicht weiß, wen das Spiel ansprechen soll. Kleine Mädchen vom Cover her, Jungs/Erwachsene vom Lesen der Kurzzusammenfassung auf der Rückseite her. Denn es handelt sich um ein Kampfspiel, und davon sind bekannterweise die männliche Bevölkerungsgruppe mehr angetan. Denn Frauen und Kampfspiele sind nicht unbedingt der klassische Fall am abendlichen Spieltisch. Also lassen wir die Kämpfe beginnen ...

Spielablauf: So funktioniert das Kartenspiel Naova

An sich gibt es am Anfang für jeden sechs Karten auf die Hand und dann werden drei Phasen durchgespielt. Auf den Karten sind die Kampfwerte von 0 bis 4 wichtig, die Untergrundfarbe und ggf. die Spezialfähigkeit. Die drei Phasen sind dann auch schnell erklärt. In der ersten Phase spielt man eine Karte aus, in der zweiten Phase zwei Karten und in der dritten eben drei Karten. Danach füllt man seine Handkarten wieder auf sechs Handkarten auf und sobald der Nachziehstapel leer ist, ist das Spiel beeendet und der mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Die Phasen sind in drei Farben unterteilt und wenn man in Phase 1 eine violette Karte spielt, gelten die Sonderfähigkeiten einer violetten Karte. Phase 2 gibt die grünen Sonderfähigkeiten frei und Phase 3 die blauen. Wobei die Karten Helden darstellen und jeder Held seine Fähigkeit in der passenden Phase spielen muss. Ansonsten gewinnt immer der mit der höchsten Punktzahl. Bei Gleichstand geht es für die am Gleichstand beteiligten in die nächste Phase, und der mit den meisten Punkten gewinnt. Der Sieger nimmt sich alle Karten, denn jede Karte bringt am Ende einen Siegpunkt. Gibt es am Ende von Phase 3 keinen Sieger, geht es wieder von vorne los. Die Spezialfähigkeiten können auch dazu führen, dass man mit weniger Karten spielt und am Ende aus einem Gleichstand noch einen Sieg macht. Und hier findet sich auch eine Erklärung für den Namen Naova: Sie ist eine Heldin, die als Kampfwert nur eine Null hat, aber zehn Siegpunkte am Ende im eigenen Abwurfstapel einbringt.

Wie gut ist das Kartenspiel Naova?

Zu zweit tendiert das Ganze eher zu einem Magic The Gathering very light und stellt sich als langatmig dar. Am besten spielt man Naova in voller Gruppe, denn da fliegen dann schon die Fetzen. Nie kann man sich seiner Sache sicher sein, denn viele Spezialfähigkeiten fügen im Spiel eine Wendung herbei. Das ist für den Anfang eines Spieleabends ganz okay, wenn man noch auf einen Mitspieler wartet, denn all zu lange dauert die Partie meistens nicht.

Aber Amigo Spiele hat schon wesentlich bessere Kartenspiele unters Volk gebracht und ich denke Naova wird den Weg eines Klassikers nicht gehen. Zwar könnte man hier zweifelsfrei noch eine Menge Erweiterungskarten nachlegen, aber wer braucht das? Die Zielgruppe sind hier die Jungs von zehn bis zwölf und alle anderen greifen lieber zu anderen Kartenspielen. Ich würde es immer wieder mitspielen, aber es nicht unbedingt vorschlagen. Dazu hat es dann doch zu wenig Abwechslung und die Spannung hält sich in Grenzen. Die Grafiken sind quietschebunt, was manchmal unübersichtlich wirkt, da hätte mehr Schlichtheit gutgetan. Zu den Helden auf den Karten entwickelt man so keine Bindung, denn irgendwie will das Mädchenhafte nicht ganz in das Spiel passen. Also kein neuer Klassiker, eher ein neues Kartenspiel mit einer kurzen Halbwertzeit, das man spielen kann, aber nicht muss.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
20-30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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