Nelly

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 29.09.2010
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Nelly von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

In einem großen Tümpel mitten in Afrika lebt Nelly das Nilpferd. Doch nicht nur Nelly genießt die warme Sonne Afrikas, auch die kleinen Schildkröten wollen ein paar Sonnenstrahlen erhaschen und versuchen deshalb, ihren Rücken zu erklimmen, doch das ist gar nicht so einfach.

In die Mitte des Spielplans wird Nelly gesetzt und der Reiher in eins der drei Löcher auf ihrem Rücken gesteckt. Je nach Anzahl der Mitspieler bekommt jeder Spieler Wasserpflanzen-Chips, die er vor sich auf den Spielplan legt, und die gleiche Anzahl an Schildkröten, die auf die Chips gesetzt werden.

Wer an der Reihe ist, würfelt und führt die angegebenen Aktionen aus. Hat man zum Beispiel einen Reiher gewürfelt so versetzt man ihn auf Nellys Rücken. Würfelt man eine Wasserpflanze, so kann man eine leere Pflanze (eine auf der keine Schildkröte mehr sitzt) in die Schachtel zurück legen. Würfelt man eine Wasserpflanze und einen farbigen Kreis, so muss man Nelly erst füttern und dann eine Schildkröte der entsprechenden Farbe auf ihr platzieren. Anschließend dürfen auch alle anderen Mitspieler versuchen eine Schildkröte der entsprechenden Farbe auf Nelly unterzubringen. Dann wird Nelly zum nächsten Spieler gedreht und er ist  an der Reihe.

Fallen bei einem Spieler Schildköten herunter, so muss er diese auf seine unbesetzten Wasserpflanzen setzen. Fallen mehr herunter, als er noch freie Wasserpflanzenchips übrig hat, so kommen die restlichen zurück in die Schachtel. Sobald es einem Spieler gelungen ist seine Schildkröten los zu werden, ist das Spiel zu Ende.

Nelly ist ein optisch sehr ansprechendes Spiel, mit robustem und liebevoll gestaltetem Material. Doch was da so nach hübschem Geschicklichkeitsspiel aussieht, entpuppt sich schnell als frustrierende Sisyphus-Arbeit. Nellys Rücken ist zu rutschig und zu rund, sodass nicht mehr als drei Schildkröten nebeneinander  Platz finden und auch das übereinander Stapeln der Schildkröten hat seine Grenzen, da auf Grund der kugelrunden Panzer und der Tatsache, dass schon die unterste Schildkröte nie ganz gerade steht, das Ganze schnell ins kippen gerät. Etwas Halt bietet der Reiher, aber auch mit dessen Hilfe kommt man nicht über drei Schildkröten hinaus. Erschwerend kommt noch hinzu, dass man nur eine Hand benutzen darf. Und wenn Nelly gerade mit verfaulten Wasserpflanzen gefüttert wurde und davon pupst, muss man auch noch die weniger geübte Hand benutzen.

Im Spiel sieht es dann so aus, dass nach durchschnittlich drei bis vier Schildkröten alles rutscht und die Kleinen gar keine Lust mehr haben, überhaupt zu probieren noch eine weitere Schildkröte draufzusetzen. So etwas wie Spielspaß kommt gar nicht erst auf, stattdessen nur frustriertes Hoffen, dass man nicht den Reiher versetzen muss, an dem gerade drei Schildkröten lehnen und auf ein baldiges Ende. Hinzu kommt, dass die Aktionen beim Füttern und setzen besonders die jüngeren Spieler leicht verwirren, sodass ständig ein Erwachsener dabei sein muss, um zu sagen wer wann was und mit welcher Hand machen muss. Auf ein begeistertes „Noch mal!“  wird man bei diesem Spiel wohl vergeblich warten.

 

Hinweis:
Der Hersteller hat uns mitgeteilt, dass die erste Auflage leider vom Produzenten fehlerhaft ausgeliefert  wurde. Der Nilpferdrücken ist eigentlich etwas rauher und damit weniger rutschanfällig. bei weiteren Auflagen wird dieser Mangel behoben. Informationen können beim Hersteller erfragt werden.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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