New Amici

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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New Amici von
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wer weit herumkommt, muss mitunter fremde Sprachen lernen, um sich zumindest etwas besser als mit Händen und Füßen zu verständigen. Schön, dass dieses Lernen spielerisch einfach geht. Mit New Amici, bei dem man je nach Ausgabe Französisch, Spanisch, Italienisch oder Englisch lernen kann. Natürlich als deutsch sprechender Mensch. Mit dem gleichen Spiel geht das selbstverständlich auch umgekehrt. So ist New Amici so etwas wie ein Zwei-Sprache-Lexikon-Spiel.

Aber wie geht das denn nun? Im Grunde ist es ein Würfelspiel - was die Mechanik des Spielablaufs angeht. Aber dann doch wieder nicht. Je nach Wissensstand können Spielfiguren über die Anfänger-, Fortgeschrittenen- oder Experten-Bahn ziehen. Auf dem Zielfeld muss man eine Karte (verschiedene Kategorien) ziehen, die zum Beispiel Zeitausdrücke, Sätze oder Beugungen heißen. Das alles klingt schulischer als es ist. Ziel ist es zwei mal sieben Karten zu erhalten und anschließend ins Finale zu bringen. Im ersten Teil des Spiels geht es um Übersetzungen in die Muttersprache, im zweiten Teil um Übersetzungen in die Fremdsprache. Wer zuerst alle seine Kartenaufgaben - kleiner Lerneffekt - im Finale ohne Fehler hintereinander fehlerfrei übersetzen konnte, gewinnt das Spiel. Nebenbei gibt es noch ein paar besondere Felder, die Fragen stellen, die man entsprechend beantworten muss, oder sogar echte Dialoge erfordern. Hier und da darf man eine Karte stibitzen oder auch mal eine beliebige Kategorie wählen.

Der eigentliche Clou des Spiels sind aber die Karten selbst. Um zum Beispiel die deutsch-englische Ausgabe sowohl für Deutsche als auch für englisch sprechende Spieler spielbar zu machen, sind die zweisprachigen Karten mit einer sehr eigenen Lautschrift versehen. So können beim Vorlesen Deutsche gleich das Englisch lesen, ohne die originale Lautschrift oder die englische Sprache beherrschen zu können. Ein Beispiel? Während die Engländer fragen: "Vee zahkt mun duss owf ennglish", heißt es bei den Deutschen: "Hau du juh ssäi sät in inglisch". Es ist geschrieben wie man es in der Muttersprache spricht. Eine einfach Art, um einer Fremdsprache näher zu kommen. Allerdings liegen hier auch zwei Gefahren. Zum einen werden Schüler sich möglicherweise eine falsche Schreibweise angewöhnen, wenn sie die Lautschrift lesen, zum anderen ist die Lautschrift selbst sehr grob. Im gerade genannten Beispiel heißt es eben "sät" für "that". Das berühmt-berüchtigte und zum Teil gefürchtete TH wird hier geradezu zu einem puren S verballhornt.

Dennoch ist das Spiel ein gutes Kommunikationsmittel und besonders geeignet für Spieler, die mal in andere Sprachen reinschnuppern möchten. Der Spielablauf selbst ist gar nicht wichtig. Das Spielbrett und die Figuren kann man ebenso gut weglassen und dann einfach ein paar Karten durchspielen. Denn der Lerneffekt durch Wiederholungen (verpatzte Karten bleiben oben auf dem Stapel, um dem nächsten Spieler eine Chance zu geben) und durch das pure Anwenden der Fremdsprachen ist gar nicht gering. Und wer meint, Englisch zu können, kann ja eine der drei anderen Sprach-Ausgaben versuchen. Vielleicht findet er so beim nächsten Frankreich-, Spanien- oder Italienurlaub schneller neue Freunde.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
1 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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