Now Goes Me A Light Up

Ein lustiges Spiel um englische Redewendungen

eine Spielerezension von Alexandra Fauth - 28.06.2018
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Now Goes Me A Light Up - Foto von moses Verlag
Lesezeit: ca. 4 Minuten

„Life isn’t always a bowl of red apples.“

Nein, halt – „of strawberries“

… oder doch „of cherries“?

Englische Idioms (also Redewendungen) zu kennen, ist für das Sprachverständnis wichtig – diffuses Halbwissen dazu und spontane Übersetzungsversuche können aber bestimmt auch lustig sein. Vor allem, wenn aus deutschen und englischen Sprichwörtern denglisches Kauderwelsch wird. Oder? Now goes me a light up von Georg Schumacher und Rolf Krzon (moses.Verlag) nutzt genau das für ein Sprachquizspiel rund um deutsche und englische Redewendungen. Ob dabei ein Licht aufgeht?

How to play: Now goes me a light up

Now goes me a light up nutzt einen simplen Quizmechanismus: Wer an der Reihe ist, liest die Vorderseite einer Karte mit einer englischen Wort-zu-Wort-Übersetzung eines deutschen Sprichwortes vor und muss dazu die korrekte deutsche Übersetzung finden. Der linke Nachbar prüft das und stellt dann noch die Multiple-Choice-Frage zum englischen Äquivalent der Redewendung auf der Kartenrückseite. Ist alles richtig, bringt die Karte Punkte. Zusätzlich gibt es noch Spezialkarten, die weniger Punkte bringen, dafür aber nur die deutsche Übersetzung mehrerer denglischer Redewendungen fordern. Wer zuerst eine bestimmte Punktzahl erreicht, gewinnt. Allein spielen kann man natürlich auch, dann kontrolliert man eben die Antworten selbst.

Now goes me a light up: Kein Sprachspiel of very first Cream

Autsch … Eigentlich widerstrebt es mir ja, eine solche Sprachverunstaltung als Zwischenüberschrift zu haben. Sie zeigt aber sehr gut, wie der Sprachton des Spiels gestaltet ist. Und auch, dass solche direkten Wort-zu-Wort-Übersetzungen dann doch meist nach hinten losgehen. Da kann die Idee, denglische Redewendungen als Humor- und Spaßfaktor zu verwenden, auf den ersten Blick noch so reizvoll sein. Deutsches Sprichwort mit englischem Vokabular, aber mit deutschem Satzbau (eins zu eins übernommen, also: „With him can you steal horses“ statt „You can steal horses with him“) – wie soll man da die korrekte englische Syntax lernen? Beim Sprachenlernen sind Übung und Gewöhnung zentral; je öfter man sich mit der Fremdsprache befasst, sei es durch Bücher, Filme oder eben Gesellschaftsspiele, desto mehr entsteht das entsprechende Sprachgefühl. Zu diesem Sprachgefühl gehören natürlich auch Redewendungen. Gerade Sprachanfängern ist dabei aber alles andere als geholfen, wenn sie immer wieder falsche Satzzusammensetzungen vorgesetzt bekommen. Und Now goes me a light up nimmt es bei den „denglischen“ Übersetzungen nicht nur mit dem Satzbau nicht so genau, auch die einzelnen Worte sind nicht immer der Bedeutung entsprechend übersetzt. Ja, „gleich“ kann man mit „equally“ übersetzen – wenn es um Gleichwertigkeit geht. „Gleich“ im Sinne des Zeitbezugs hat aber nichts mit „equally“ zu tun. Kein Wunder, dass bei „not equally fall with the door in the house“ erst mal Verwirrung entsteht.

Now goes me a light up wird bei Sprachanfängern wohl eher falsche Lichter aufgehen lassen – wenn überhaupt. Spielen sollte man es nur, wenn man bereits über sattelfestes Englisch verfügt und seinen Wortschatz mit ein paar Redewendungen erweitern will.

Zugutehalten muss man den Spielemachern aber, dass die Zielgruppe wohl auch fortgeschrittene Englischlerner bzw. -sprecher sind, so zumindest kann man es dem Backcover implizit entnehmen. Aber dennoch: Selbst dann muss man aufpassen, dass man die denglische Redewendung nicht versehentlich im Sprachzentrum verankert. Bei „You old crosshead“ zum Beispiel. Diese Denglisch-Übersetzung sorgte für einige Knobelei, die wir auch nur mithilfe der Tipps des Vorlesers gelöst bekamen. Gerade durch das Hin und Her hat sich nun in mein Gehirn eingebrannt, dass ein „crosshead“ ein Querkopf ist. Ein schöner Lerneffekt. Genau so soll ein Lernspiel funktionieren. Nur: Es ist falsch. „Crosshead“ ist eine ausgedachte Übersetzung (Denglisch eben; Die korrekte Übersetzung verrät das Spiel diesmal nicht, weil es eine der Spezialkarten ist). Da ist es dann auch egal, dass das Spiel sich eigentlich gar nicht als explizites Lernspiel versteht. Ich werde trotzdem brauchen, bis ich dieses falsche Wort wieder aus dem Kopf bekomme.

Bei all dem ist der Spielmechanismus so simpel, dass es schon langweilig ist. Da helfen auch ein paar wenige Lacher durch denglische Situationskomik nicht viel. Dasselbe gilt für die Fotos auf den Karten, die zwar nett, aber eben nur nett sind. Immerhin stehen Ortsangaben dabei, sodass man zumindest noch in Fernweh schwelgen kann. Now goes me a light up: nicht gerade the last unicorn unter den Quizspielen – und erst recht nicht unter den Sprachspielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
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