Papa Bär

eine Spielerezension von Riemi - 31.12.2006
  Spiel kaufen kommentieren
Papa Bär von
Lesezeit: ca. 4 Minuten

"Papa, spielst du mit mir!?" Papa Bär schaute aus seiner Höhle. Das Wetter war angenehm, es gab gerade nicht viel zu tun und eine Ausrede fiel ihm auch nicht ein. "Worauf hast du denn Lust?" Papa Bär reckte sich. "Och Papa, was ganz einfaches", strahlte der kleine Bär und holte ein Kartenspiel aus seiner Spielecke. Papa Bär wusste in diesem Moment bereits, dass wird eine harte Bärennummer.

"Zwölf Bärenkarten werden beliebig zu einem Kreis gelegt", erläuterte der kleine Bär. "Auf jeder dieser Karten sieht man einen Bären der eine dreiteilige Kombination aus Mütze, Mantel und Gummistiefel in verschiedenen Farben trägt. Die Karten sind links oben auf der Vorderseite von eins bis zwölf durchnummeriert. Dazu gibt es einen zweiten Kartenstapel, der wird in die Mitte gelegt. Dieser Stapel ist auf der Rückseite auch nummeriert und der entsprechenden Bärchenkarte zugeordnet." Der kleine Bär stärkte sich mit einem Schluck aus der Honigflasche und erklärte weiter. "Zu Beginn einer Runde wird die oberste Karte aus der Tischmitte umgedreht. Auf Grund der Nummer weiß vorher jeder Spieler, um welchen Bären es sich handeln wird. Liegt die Karte aufgedeckt, kann man sehen, es werden Anziehsachen getauscht. Zum Beispiel grüne Jacke mit gelben Stiefeln. Die rote Mütze bleibt dann allerdings unverändert." Papa Bär suchte darauf hin, in der Runde der zwölf Bärenkarten, einen Bären mit grünen Stiefeln, gelbe Jacke und roter Mütze. Der Kleine Bär kam ihm zuvor und rief die entsprechende Zahl. "Siehst Du Papa, es gibt immer nur eine richtige Karte". Damit legte der Juniorbär die Aufgabenkarte als seine Beute vor sich hin. Papa Bär lächelte säuerlich als sein Sohn nach der sechsten erbeuteten Karte verkündete: "So, das war es schon, ich habe gewonnen." Der große Bär konnte gerade mal eine Karte sein eigen nennen. Aber sein Ehrgeiz war geweckt. Jetzt wollte er seinen Junior bei der Variante für Fortgeschrittene zeigen, wo der Lachs springt.

Der große Bär freute sich schon bei den Gedanken, seinem Sohn Paroli zu bieten. Diesmal musste die Karte aus der Mitte auf dem betroffenen Bären abgelegt und die Spieler mussten in Gedanken die Umziehaktion ausführen. Doch nachdem die Bärenkarte verdeckt war, konnte sich Papa Bär nicht mehr erinnern, was für Farben er tauschen musste. Der kleine Bär hingegen hatte sich alles eingeprägt und freute sich über seinen zweiten Sieg. „Ich habe wieder sechs Aufgabenkarten!“ Was tun? Papa Bär blieb nichts anderes übrig, als mit seinem Sohn nach der Profiregel zu spielen. "Okay Sohn. Drehen wir die Aufgabenkarten doch mal um. Jetzt sehen wir vorher was getauscht wird, wissen aber nicht, um welchen Bären es sich handeln wird. Erst wenn die Karte gewendet wird, siehst du die Nummer. Was für Kleidungsstücke getauscht werden müssen, solltest du dir aber schon merken können." Der kleine Bär hatte auch diesmal keine Mühe, seinen Vater in die Schranken zu weisen. Papa Bär tätschelte seinem Junior freundlich über dem Kopf und begab sich Richtung Garderobe, um sich seine Jacke anzuziehen. "Bruno, mein Schatz, wo gehst du noch hin?", rief Mama Bär, die sich im Bad frisch machte. "Ich geh nur kurz in den Wald, uns was zu essen besorgen." Draußen schaute er seufzend in Richtung Himmel und ging los. Er musste jetzt einfach mal ein bisschen allein sein.

Das Spiel Papa Bär hat es wirklich schwer  kommt in der Aufmachung ein wenig hausbacken daher. Pfiffige Köpfe können sich ausrechnen, welcher Bär gesucht wird und müssen nur noch die Zahl suchen. Zum Glück gibt es unter Kindern ziemlich wenige Diplom-Mathematiker, die das können. Die meisten Spieler müssen gedanklich die Farben tauschen um visuell dem Bären auf die Schliche kommen. Das Spiel selber wird gerne zwischendurch gespielt. Die Personenanzahl ist für den Spielspaß nicht entscheidend, da jeder Spieler Einzelkämpfer ist. Es muss sich sehr konzentriert werden. Da ist es verständlich, wenn bei den Kindern die Ausdauer nach zwei Partien aufgebraucht ist und der Sinn nach was anderem steht. Nach einer gewissen Schonzeit kann aber dieses Kartenspiel wieder gespielt werden und Erwachsene Spieler können abermals versuchen, gegen ihren Nachwuchs anzustinken.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Mehr zum Spiel