Patchwork Doodle

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 09.03.2020
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Patchwork Doodle - Ausschnitt - Foto von Lookout Spiele
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die Aufgabe ist bewährt und gut bekannt. Aus einer Vielzahl unterschiedlicher Einzelteile soll eine möglichst lückenlose Gesamtfläche ausgelegt werden. Das erinnert stark an Tetris und hat bereits zu verschiedenen Brett- und Kartenspielen aller Art inspiriert. Und auch Uwe Rosenberg, der Schöpfer vieler trickreicher, interessanter und wirklich toller Spiele, die teilweise zu meinen absoluten Lieblingen zählen, hat dieses Puzzleprinzip schon mehrfach (und durchaus auch in großen Werken) übernommen und umgesetzt.

Darunter befand sich auch Patchwork, bei dem Plättchen als Stofffetzen zu einem möglichst kompakten Ganzen zusammengefügt werden sollen, das am Ende wirklich wie ein Patchwork-Flickwerk ausschaut. Und das ist wichtig, tragen zuletzt doch unbelegt gebliebene Felder satte Minuspunkte ein. Das Spiel stieß auf guten Anklang, sodass kaum erstaunt, dass nun neu auch eine Flip’n’write-Version des wunderbaren Zweipersonenspiels nachgeschoben wird. Das entspricht der allgemeinen Strategie vieler Verlage und Autoren, gute Ideen und bekannte Titel immer weiter zu recyclen, bis fast nichts mehr übrig bleibt, um daraus Abarten der ursprünglichen Spielidee zu schaffen.

Wie funktioniert Patchwork Doodle?

Patchwork Doodle - Spielkarten - Foto von Lookout Spiele

Und so haben wir nun also Patchwork Doodle vor uns ein Spiel, das in einer kleinen Schachtel denselben Spielspass für mehr Spieler verspricht wie das frühere Zweipersonen-Patchwork. Erneut geht es darum, eine Fläche möglichst lückenlos mit Einzelflicken zu füllen, nur dass diese nicht mehr in Plättchenform ausliegen, sondern auf einem persönlichen Wertungsblatt eingezeichnet werden müssen.

Die zur Auswahl stehenden Formen liegen zu Beginn jeder der drei Runden in der Tischmitte aus. Allerdings bestimmt dann ein Würfelwurf, welche der Teile und Formen wann zum Einsatz kommen. Alle Spieler zeichnen anschließend das vorbestimmte Teil auf ihrem Blatt in beliebiger Weise ein, bei Bedarf auch gedreht oder gespiegelt. Ein Verzicht ist zwar theoretisch möglich, aber meist nicht empfehlenswert, da unbedeckt gebliebene Flächen am Spielende bestraft werden.

Sind sechs der acht ausliegenden Flicken genutzt worden, folgt eine Zwischenwertung für das größtmögliche lückenlose Rechteck, das die Spieler auf ihrem Wertungsblatt abgedeckt haben. Dann wird die Auslage wieder auf acht Teile ergänzt und es folgt die nächste Runde.

Patchwork Doodle - Zeichenblock - Foto von Lookout Spiele

Liegen am Ende der dritten nur noch zwei Teile aus, dürfen alle nach eigener Wahl noch je eines davon bei sich einzeichnen. Wer dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt das Spiel. Und das sind meist Leute, die über ein gutes bildliches Vorstellungsvermögen verfügen und etwas vorausblicken und planen können. Die Auswahl der acht Teile am Anfang jeder Runde erlaubt nämlich durchaus eine gewisse Planung, was später wo eingezeichnet werden kann und soll.

Ungewiss ist einzig, wann genau die jeweiligen Teile durch den Würfelwurf effektiv verfügbar gemacht werden und ob das noch früh genug ist für die nächste Wertung meines Rechtecks oder ob ich da Punkteeinbuße hinnehmen muss. Außerdem gibt es eine gewisse Varianz durch spezielle Jokeraktionen, die während der ganzen Partie je einmal genutzt werden dürfen. Eine davon erlaubt beispielsweise das Einzeichnen eines Einerfeldes zum Füllen einer Lücke auf dem eigenen Wertungsblatt, eine andere die Wahl eines Flickens, der sich unmittelbar neben dem erwürfelten Teil befindet. Mit der dritten kann ein Flicken virtuell zerschnitten werden, um ihn besser im persönlichen Wertungsblatt unerbringen zu können, und mit der vierten kann eine der anderen drei ein zweites Mal ausgeführt werden.

Lohnt sich diese Variante?

Cover Patchwork Doodle - Gesellschaftsspiel - Foto von Lookout Spiele

Das ist alles reichlich schematisch und linear und verströmt den diskreten Charme einer Zeichenübung zum Testen des Vorstellungsvermögens der Beteiligten. Viel spielerische Leichtigkeit versprüht Patchwork Doodle dagegen nicht und so ist in meinen Testrunden nie der Wunsch nach einer Revanchepartie aufgekommen.

Das war beim Original-Patchwort ganz anders. Und so bleibt die Erkenntnis, dass Patchwork Doodle ideal ist, wenn mehr als zwei Personen sich mit dem Zusammenschnurpfen der Flicken beschäftigen möchten oder eben ein kleiner Fähigkeits- und Geschicklichkeitstest durchgeführt werden soll. Wer dagegen gerne etwas Kleines, Leichtes und dennoch Interessantes spielen möchte, wird vielleicht besser ein anderes Angebot wählen, von denen es glücklicherweise einige gibt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Patchwork Doodle - Spielkarten - Foto von Lookout Spiele
Patchwork Doodle - Zeichenblock - Foto von Lookout Spiele
Cover Patchwork Doodle - Gesellschaftsspiel - Foto von Lookout Spiele
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