Pfeffersäcke

eine Spielerezension von Günter Cornett - 31.10.2005
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Pfeffersäcke von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Orientalische Gewürze waren im ausgehenden Mittelalter sehr begehrt. Die Kontrolle der Handelswege machte die Kaufleute reich und mächtig - und brachte ihnen den Spitznamen "Pfeffersäcke" ein, nach dem kostbaren Gewürz, das ihren Reichtum begründete.

Pfeffersäcke ist kein Handelsspiel, vielmehr ein Leckerbissen für Freunde strategischer Spiele. Der Spielplan zeigt ein Gewirr von Straßen, die Städte unterschiedlicher Größe miteinander verbinden. Hier gilt es sich auszubreiten, viele Kontore zu errichten und die großen Städte zu kontrollieren. Das alles bringt am Ende Siegpunkte.

Jeder Spieler startet in einer Kleinstadt mit einem Kontor. Pro Runde darf man in einer Nachbarstadt ein weiteres Kontor errichten. Das kostet Zoll, insbesondere wenn man in einer größeren Stadt Fuß fassen möchte. Preiswerter ist es, sich über die kleineren Ortschaften auszudehnen. Doch das wiederum kostet Zeit, und Zeit ist irgendwie auch Geld. Denn nur in den größeren Städten gibt es was zu verdienen. Manchmal. Denn macht sich dort ein Konkurrent breit, ist man besser beraten, auf die Einnahmen zu verzichten und stattdessen das eigene Kontor zu erweitern. Andernfalls kann die Kontrolle der Stadt an den Mitspieler übergehen, der dafür bestenfalls danke sagt.

Es ist nicht ganz einfach, bei den vielen Entscheidungsmöglichkeiten immer den Überblick zu behalten. Ständig ist man am Abwägen, ob und wo man seine Macht ausdehnt oder festigt, und ob man lieber kassiert oder investiert. Der optisch sehr schöne aber etwas unübersichtlich geratene Spielplan macht die Sache nicht einfacher, erlaubt dafür aber auch einige überraschende Spielzüge.

Hilfreich sind die taktischen Hinweise am Ende der Spielanleitung. Für die unbedarften Einsteiger gibt es zudem eine empfohlene Startaufstellung, so dass niemand durch grobe Anfangsfehler zu früh ins Hintertreffen geraten muss. Spielt man Pfeffersäcke in voller Besetzung kann die Zeit schon mal lang werden, bis man wieder am Zug ist, insbesondere wenn notorische Grübler in der Runde sind. Doch zu viert oder auch noch zu fünft verläuft die Partei im allgemeinen recht zügig. Mit 270 Kontoren aus Holz und auch sonst recht solidem und ansehnlichem Material ist Pfeffersäcke recht üppig ausgestattet. Die stimmungsvolle Grafik ergänzt die prima Spielidee zu einem rundum gelungenen Spielvergnügen, das auch anspruchsvollere Gemüter überzeugt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
1998
Spielkategorisierung
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