Pirates Of The Spanish Main/Piraten der Spanischen Meere

eine Spielerezension von Michael Weber - 28.02.2005
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Pirates Of The Spanish Main von Reich der Spiele
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Pirates Of The Spanish Main oder Piraten der Spanischen Meere, wie es deutsch heißt, ist ein sehr überraschendes Spiel. Überraschend, weil es recht günstig ist. Ein kleines Spielpack enthält zwei Schiffe, ein paar Mann Besatzung, eine Insel, einige Schätze und einen Miniwürfel - und damit alles, was ein Spieler benötigt, um gegen einen anderen anzutreten. Überraschend, weil die Schiffe aus Plastikkarten zusammengebaut werden. Je nach Mastzahl können das schon mal zehn oder gar zwölf Teile sein. Das hält, sieht schick aus ist sogar wieder in Einzelteile zerlegbar. Überraschend, weil das Modellsystem einfach intelligent und innovativ ist. Überraschend, weil die Regeln überschaubar sind und dennoch Spieltiefe ermöglichen. Überraschend, weil das Spiel ohne Spielbrett auskommt.

Im Regelfall treten zwei Freizeit-Admiräle gegeneinander an. Aus dem jeweiligen Fundus unterschiedlicher starker Schiffe und Crew-Mitglieder (messbar am Punktewert) stellen sie sich eine Flotte aus Piraten, Engländern oder Spaniern zusammen. Jedes Schiff hat dabei seine ganz individuellen Werte und Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Auf einen passenden Untergrund werden Inseln platziert, darauf wiederum verdeckte unterschiedlich wertvolle Schätze gelegt. Ziel ist es, mehr als die Hälfte der Schätze auf die Heimatinsel zu bringen.

Mit einem Würfel werden nun die Schiffe über das Meer geschickt, auf Kanonenreichweite an Gegner herangebracht, an Inseln angedockt, zum Schatztransport abgestellt, zum Entern bereit gemacht oder auf Rammkurs gebracht. Entscheidend dabei ist immer ein taktisches Steuern und eine glückliche Hand beim fast alles entscheidenden Würfeln. Die Erforschung der Inseln ist ebenfalls von Glück oder Pech geprägt. Das tritt aber dann in den Hintergrund, wenn die Admiräle versuchen, sich ihre bereits an Bord gebrachten Schätze gegenseitig abzujagen.

Während ein großer Fünfmaster etwas behäbig wirkt, aber in der Regel eine gute Feuerkraft hat, sind kleinere Schiffe leichter zu manövrieren und mitunter gut für Transporte von Crew oder Schätzen geeignet. Durch die Vielzahl von in den Spielpacks versteckten Schiffen sind immer neue Szenarien und Spielverläufe möglich. Besonders schön ist, dass es fast zu jedem Schiff eine passende Besatzung oder Kapitän gibt. Das weckt natürlich auch die Sammellust, denn die Spielpacks sind zufällig zusammengestellt.

Pirates Of The Spanish Main bläst frischen Wind in die Segel der Spielewelt. Auch wenn es am Ende eine Art Tabletop mit allen Vor- und Nachteilen ist, und die Spieltiefe trotz aller gegebenen Möglichkeiten nicht an strategische Brettspiele heranreicht: Es macht einfach Spaß, mit einer kleinen Schaluppe ein sehr viel größeres auszumanövrieren, mit einem unterlegenen Schiff ein Rammen oder Entern für sich zu entscheiden oder beim großen Seegefecht zwischen den wenigen, aber starken Fünfmastern aus allen Rohren zu feuern. Und die Schiffsmodelle sehen dazu noch verdammt gut aus.

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2
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