Polis

Machtkampf um die Vorherrschaft

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 19.09.2015
  Spiel kaufen kommentieren
Polis - Spielmaterial - Foto von Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minute

Polis… Polis … Was ist denn eine Polis? Polis ist altgriechisch und bedeutet Oberstadt oder Stadtfestung. Damit wäre auch gleich festgelegt, wo und wann dieses Spiel angesiedelt ist. Es geht in Polis von Fran Diaz (Pegasus Spiele) um den Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta, in dem die beiden Spieler genau diese beiden Völker führen müssen.

Wie wird Polis gespielt?

Dazu sind die Spieler abwechselnd an der Reihe und müssen jeweils zwei von zwölf unterschiedlichen Aktionen durchführen. Diese sind gegliedert in Entwicklungsaktionen (Hopliten ausbilden, Kriegsgaleeren oder Handelsschiffe bauen und ein Bauprojekt in einer der Poleis beginnen), militärische Aktionen (Hopliten oder Kriegsgaleeren bewegen, eine Polis belagern und Tribut in einer Polis einfordern) und Politische Aktionen (Handel treiben, Proxinos bewegen oder auslösen und Bürgerkrieg anzetteln). Um Armeen auszubilden/zu bauen oder Handel zu treiben, benötigt man Rohstoffe. Da gibt es Öl, Wein, Weizen, Metall, Holz und Silber. Weizen und Silber sind selten und müssen größtenteils mit neutralen Handelsstädten erhandelt werden, indem man sie mit Handelsschiffen anfährt und eine entsprechende Menge anderer Rohstoffe (Metall, Holz, Öl oder Wein) zum Handeln mitbringt. Dabei entwickeln sich die Tauschkurse wie an einer Börse je nach Angebot und Nachfrage.

Aber wie kommt man denn an diese anderen Rohstoffe? Man muss in einer Region, in der man mit möglichst vielen Hopliten einmarschiert ist, einen entsprechenden Tribut fordern. Leider kostet dies genauso wie das Bewegen von Armeen und das Belagern von Polis Prestige. Dies sind die eigentlichen Siegpunkte, die bei Spielende über Sieg oder Niederlage entscheiden. Gleichzeitig sind sie aber auch eine Art Ressource, die für die militärischen Aktionen benötigt wird und die der eigentliche begrenzende Faktor in Polis sind. Man bekommt sie zwar auch wieder, z. B. durch die Fertigstellung von Bauprojekten, die Eroberung einer Polis oder das erfolgreiche Anzetteln eines Bürgerkriegs durch den eigenen Proxenos, einen Diplomaten, mit dessen Hilfe man ebenfalls Poleis von der eigenen guten Sache mit viel Silber überzeugen kann. Das Prestige ist aber leider immer Mangelware.

Polis: Krieg als Mittel zum Zweck

Man kann sich in Polis auch gegenseitig bekriegen, sobald sich mindestens acht Armeen in ein und demselben Gebiet aufhalten, was gemäß der Setzregeln frühestens in der zweiten von insgesamt vier Spielrunden geschehen kann. Dabei werden nach bestimmten Kampfregeln abwechselnd Manöverkarten ausgelegt und miteinander verglichen, was ggf. zum Verlust von Truppen aber auch zum Gewinn von Prestige führen kann.

Am Ende jeder Runde müssen die eigenen Bewohner noch mit genügend Weizen ernährt werden, was bei entsprechendem Wohlstand auch zu Bevölkerungswachstum führen kann, was dem entsprechenden Spieler zusätzliches Prestige einbringen kann.

Wie gut ist das Zwei-Personenspiel Polis?

Polis macht grundsätzlich einen sehr guten und ausgewogenen Eindruck. Das Spielmaterial ist ansprechend gestaltet, und die Anleitung ist gut gegliedert und verständlich. Es ist allerdings kein Spiel für zwischendurch. Beide Seiten müssen schon ein bisschen Zeit und natürlich auch Interesse an einem entsprechend komplexen Strategiespiel mitbringen. Dann werden sie aber durch ein vielschichtiges ausgewogenes Spiel belohnt. Als kleines Goodie gibt es am Ende der Spielanleitung noch zwei Szenarien, die später im Spiel aufsetzen (Runde 3 bzw. 4 von 4) und sich dadurch schneller spielen lassen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
Fotos
Polis - Spieleschachtel - Foto von Pegasus Spiele
Mehr zum Spiel

Kommentare