Popolino

eine Spielerezension von Riemi - 31.01.2007
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Popolino von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Irgendwann kommt der Augenblick, meist schneller als erwartet, da kann unser Nachwuchs neben laufen, sprechen und in die Windel machen, auch mit uns das Reich der Spiele betreten. Nur womit fängt man an? Meist ist in den ersten Spielen der Farbwürfel nicht weit oder ein Bauernhof wird inspiziert. Wenn wundert’s, dass es bei Popolino um große und kleine Tiere geht. Jede Menge ist zu entdecken und kennen zu lernen. Klingt nach einem Lernspiel. Wobei Lernspiel immer so gruselig klingt. Aber das liegt halt in der Art der ersten Spiele, dass den Kindern erst mal was Grundsätzliches beigebracht werden muss – Geduld und Ausdauer.

Da sich achtzehn Tiere in Form von großen und kleinen Pappscheiben in der Schachtel befinden, muss das ein oder andere Tier noch vorgestellt werden. Bevor an dieser Stelle die ersten Leser die Augen verdrehen – was sollen da schon großartig für Tiere bei sein – eine kleine Kostprobe. Holen Sie bitte Ihren drei bis fünfjährigen Nachwuchs und lesen Sie ihm folgendes vor: „Ich bin ein geselliger Zeitgenosse und lebe auf Wiesen mit vielen anderen meiner Art. Ein bellender Vierbeiner passt immer auf uns auf. Bestimmt ist dein Pullover aus meinen weichen Haaren. Mein Schwanz ist ganz wuschelig“ Die meisten Kinder bleiben erst mal eine Antwort schuldig und laufen schreiend zu dem Elternteil, der nicht vorgelesen hat. Hätten Sie nur einfach „Mähhhh!“ gerufen und alles wäre klar gewesen - ein Schaf. Okay, bei einem Wal wird es schon schwieriger.

Die zweiseitigen großen Scheiben werden mit dem Tiergesicht nach oben hingelegt. Ein Spielleiter beschreibt ein Tier und der Spieler der es erkennt, versucht es zu entdecken und abzuschnappen. Es kommt aber auf den Spielleiter an, ob das Spiel funkt. Wer hat nicht sofort jemanden vor dem geistigen Auge, der die Kinder in den Schlaf spielen kann. Wenn es richtig läuft werden flott ein paar Runden hintereinander gespielt. Wobei man sich die letzte Scheibe sparen kann, da nur robuste Kinder darauf eine Chance haben. Wer die meisten Tiere sein eigen nennt, ist Sieger. Man kann diese Variante auch gut mit einem Kind spielen.

Wenn die Kinder die Tiere kennen. Kann sich an die zweite Spielvariante gewagt werden. Hierbei müssen die Kinder selbst die Tiere erklären. Damit es etwas schwieriger wird, werden die großen Scheiben mit dem Hinterteil nach oben hingelegt. Einige Hintern wirken etwas abstrakt und bereiten den Kindern beim Erkennen etwas Mühe. Andersrum, wie gestaltet man den Hintern von einer Schlange ohne das es komisch wirkt? Die kleinen Scheiben mit Tiergesichtern werden verdeckt zu einem Turm gestapelt. Ein Spieler nimmt sich eine kleine Scheibe und legt los. Für viele Kinder ist es aber gar nicht so einfach zu beschreiben. Also behilft man sich mit Fragen. Lustiger und einfacher sind aber Tierlaute. Ist der Hintern, pardon, das Tier entdeckt: schnappen, umdrehen und vergleichen. Stimmen die Tiere überein darf jeder seine kleine und große Pappscheibe behalten. Sie zählen am Ende jeweils einen Punkt. Ist das Eis bei den Kindern erstmal gebrochen, kommt Stimmung am Tisch auf.

Geduld und Ausdauer lernen gilt aber auch für die Erwachsenen Spieler. Wenn die Kinder es nicht so hinkriegen, wie wir uns das als Eltern wünschen oder die Konzentration noch nicht so will, ist Nachsicht gefragt. Ein solides Lern- und Einsteigerspiel für beide Parteien.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
3
Spieldauer (Minuten): 
10
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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