Poutine Cousine

Herzhaft-heiße Action für den Appetit zwischendurch

eine Spielerezension von Riemi - 23.05.2010
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Poutine Cusine von Heidelberger Spieleverlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Letztens wurde in einer Frittenschmiede in Quebec, dem „angesagten“ Bistro „Poutine Cuisene“, noch Personal gesucht. Köche und Kellner sind wie Katze und Hund, und doch müssen beide unter Stress irgendwie zusammenarbeiten – oder auch nicht und hinterher passt es trotzdem. Als Einstellungstest wurde ein Kartenspiel kreiert.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Karten. Bestellkarten sind für die beiden Kellnerinnen gedacht und werden gleichmäßig verdeckt an sie verteilt. Die Karten mit den Speisen sind für die Köche und werden ebenfalls verdeckt zugeteilt. Das Kellnergesindel macht das, was sie am besten können: Bestellung in die Küche schreien. Die Köche haben vor sich einen imaginären Posten, bestehend aus drei Flammen (Herde) und einer Friteuse. Die Friteuse ist wunderbar dazu geeignet, jedes beliebige Gericht in Fritten zu verwandeln. Wir sind am dem Punkt, als ein Bus Holländer -können auch deutsche Rentner auf Kaffeefahrt sein-, in unser kanadisches Bistro einfällt.

Sämtliche Tische sind sofort belegt! Die Kellnerinnen decken zwei oder drei ihrer Bestellkarten um und kreischen um die Wette: Zwei Burger und einmal Fritten!!! Ein Cheesburger, Hot Dog, Gyros und Poutin!!! Mehr Burger!!! Mehr Fritten!!! Mehr Gyros!!! Mehr, mehr, mehr …!!!

Die Köche sind sofort in das, was man im Fachjargon „in der Scheiße“ nennt. Sie drehen wie wild ihre Karten um und versuchen, den Kellnern das Passende anzubieten, in dem sie die Karten vor den Nasen der Kellnerinnen halten und ebenfalls rumschreien: Hier das Sous marin!! Fritten kommen!! Ob die Karte allerdings angenommen wird oder ein anderer Koch den Vorzug erhält, bleibt ihnen überlassen. Die Friteuse kommt unter anderen in Einsatz, wenn das für die meisten von uns unbekannte Poutin verlangt wird - Fritten mit so eine Art Bratensauce. Die dann zusammen „raus“ gehen müssen. Wenn die Köche ihre Karte losgeworden sind können sie eine neue aufdecken. Die Kellner legen, wenn sie von den Köchen ihre Bestellung zusammen haben, die Karten zusammen mit den Bestellkarten vor sich ab und decken ebenfalls die nächste Karte auf. Stress?! Jaaaaa!!!

Die Runde endet sobald ein Kellner oder Koch seine Karten losgeworden ist und dann noch „Stopp!!!“ brüllt. Wow! Und das Beste. Jetzt werden auch noch an den langsamsten Koch und den langsamsten Kellner „Mopp“ –Chips verteilt. Danach geht die Rollenreihenfolge weiter und eine neue Runde beginnt. Das Spiel ist beendet, wenn einer der Spieler seinen dritten „Mopp“-Chip bekommen hat.

Bei den Gedanken an so eine Spielrunde bekomme ich im Nachhinein wieder Halsschmerzen und ich muss feststellen, das Spiel kommt der Wirklichkeit ziemlich nahe. Teilweise gab es so ein großes Durcheinander, dass selbst die Köche untereinander ihre Karten ausgetauscht haben, weil irgendjemand „Pommes!!!“ geschrien hat.

Mit kleinen Einschränkungen macht Poutine Cuisine richtig Spaß und ist ein schönes lautes Spiel für zwischendurch. Die Einschränkung bezieht sich aber nur auf die Auswahl der Gerichte, von denen man sich einen lokalen Bezug gewünscht hätte. Eine Poutine sagte fast keinem der Spieler was. Für eine Currywurst Pommes hätten sich die Spieler zerrissen. Wenn die Bestellungen zum Beispiel Bayrisch angehaucht wären, würde das den Spielspaß selbst im Rheinland vergrößern. Aber vielleicht kommt das ja noch. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
4 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
10
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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