Psycho-Meter

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 18.09.2011
  Spiel kaufen kommentieren
Psychometer von Heidelberger Spieleverlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ein Spiel aus der neuen Quadrat-Format-Reihe vom Heidelberger Spieleverlag ist Psychometer. Psychotests gibt es heute in jeder Zeitschrift, doch Psychometer ist eine Mischung aus dem Einschätzen der Mitspieler und einem Persönlichkeitstest. Jeder Spieler erhält einen Satz Abstimmungskarten einer Farbe mit den Zahlen 0-5, je nach Spielerzahl. In die Tischmitte wird die Auswertungskarte gelegt. Bereit gelegt werden nun noch die Psychochips und die Psychometerkarten und los geht’s.

Der Startspieler zieht eine Karte mit Begriffen, legt sie in die Mitte und legt zwei weitere Karten rechts und links mit den Pfeilen an die Zielkarten. So werden auf der Zielkarte zwei Eigenschaften ausgewählt. Dies System ist etwas umständlich und man muss schon genau hinsehen, welche Eigenschaften gemeint sind, vor allem sollte man auf einem ebenen Untergrund spielen. Der Startspieler liest eine Eigenschaft vor und alle Mitspieler schätzen den Startspieler mit Hilfe der Karten ein. Je nach Ausprägung werden die Karten null bis fünf gelegt. Auch der Startspieler nimmt eine Einschätzung vor. Auf der Auswertungskarte kann nun errechnet werden, wer Psychochips erhält. Nur der mutigste Spieler erhält Punkte. In der Anleitung wird damit geworben, dass so der Tendenz zur Mitte entgegengewirkt wird. Auf den ersten Blick ist es jedoch recht kompliziert das Punktesystem zu durchschauen und es setzt voraus, dass alle Spieler die Bewertung der Eigenschaften ernster nehmen, als eine hohe Punktzahl. Weiter geht es mit dem nächsten Spieler. Je nach Spieleranzahl endet das Spiel mit dem Besitz zwischen acht und zwölf Psychochips. Pro Runde erhalten die Spieler aber nur einen Chip. Am Ende gewinnt, wer die meisten Chips gesammelt hat.

Bei Psychometer ist weder das Regelheft einfach zu verstehen, noch ist es einfach zu spielen. Man erhält den Eindruck, dass ein paar Seiten in der Anleitung fehlen. Schwierigkeiten bereitet bereits das Anlegen der Karten. Auch der Sinn des Anlegens bleibt offen, wenn der Spieler sich auf der Karte dennoch eine Eigenschaft von zwei statt von zehn aussucht. Auch wird der eigenen Einschätzung nur in der Gesamtsumme, nicht aber direkt in der Punktebewertung Rechnung getragen. Es kommt nicht darauf an, mit den anderen übereinzustimmen, sondern extremes Abstimmungsverhalten zu zeigen. Somit wird das Spiel strategischer. Schwierigkeiten bei der Berechnung ergeben sich auch, wenn die Gesamtsumme eine Zahl ergibt, die niemand gelegt hat. Z. B. wenn die Werte extrem auseinandergehen. Aus der Anleitung ergibt sich hierfür keine Lösung.

Positiv fallen die ungewöhnlichen Eigenschaften auf, die die Spieler prompt in eine Diskussion verwickeln, denn wer will schon als typisch deutsch oder besonders sammelwütig gelten und was bitte versteht man unter selbstquälerisch oder rückständig? Alles im Allen nur etwas für Aufgeschlossene mit starken Nerven und einem gesunden Ego.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel