Ranking

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 16.02.2011
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Ranking von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ich will Ran König werden. Was das sein soll? Nun, dem japanischen für "Revolte" ist es an dieser Stelle nicht entlehnt, nein der Ran König ist eine Verballhornung des Titels des Brettspiels Ranking, jeder versucht Ran King zu werden ... Nicht sehr orginell? Die Fragen, die im Spiel beantwortet werden sollen, sind es  auch nicht: Was findet man häufiger in Mülltonnen, was ist dreckiger, wobei handelt es sich häufiger um Hehlerware?

Wie funktioniert Ranking? Jeder zieht anfangs verdeckt sechs aus 120 Bildkärtchen. Ein Teddy, ein Leuchtturm, ein Ufo, ein Apfelbaum usw. sind dort beispielsweise zu finden. Eine der knapp 100 Fragen wird aufgedeckt und jeder spielt eine seiner Ansicht nach passende Karte verdeckt in die Mitte. Diese Auslage wird vom Stapel auf sieben Karten ergänzt und aufgedeckt. Der aktive Spieler zieht eine der Karten, die sich seitlich an einem sechsstöckigen Turm befinden, ein Stockwerk höher und eine andere ein Stockwerk tiefer. Diese müssen allerdings auf einer Höhe gestartet sein.

Die Beispielfrage lautet beispielsweise: "Was gibt es auf Baustellen häufiger?" Ein Spieler sagt: "... natürlich sind Teddybären dort häufiger als Apfelbäume." und bewegt die entsprechenden Karten. Anschließend können alle anderen Spieler tippen, welches wohl seine Karte ist, und das auch auf Karten, die er in diesem Moment nicht bewegte. Dies müssen sie allerdings nicht sofort tun, wer aber zu lange damit wartet um sich ganz sicher zu sein, kann das Pech haben, keine mehr platzieren zu können, denn ist wenigstens eine Karte im Erdgeschoss bei null und eine an der Spitze bei sechs angekommen, endet die laufende Runde. Das aktuelle Stockwerk des Spielers wird mit den korrekten Tipps seiner Mitspieler verrechnet und ergibt seine Siegpunkte.

Wie schon gsagt, in meinen Runden fand niemand die Fragen besonders orginell und sie wurden an sich auch rasch völlig zweitrangig, das kann in anderen Runden aber vielleicht ganz anders sein, wo sich mancher hinter den Argumenten verstecken mag. Ranking ist ein lupenreines Bluff- und Pokerspiel. Wer unauffällig seine Karten unbeachtet von den anderen in den höheren Fenstern halten kann, bekommt gut Punkte. Ein ordentlicher Schuss Glück ist allerdings auch dabei, mitunter ist meine Karte tief im Keller, ohne das ich mich verraten hätte und diese gezielt nach unten gewandert wäre. Bluffspiele haben etwas zeitloses und kommen als Grundelement immer gut an, so auch in meinen Runden. Ranking ist nicht sehr anspruchsvoll und auch unter der Woche locker nach üppigem Abendbrot, wenn alle schon müde in den Seilen hängen, zu spielen. Für mich ist es neu, dass der Verlag Hans im Glück in den Gewässern der seichten Spiele fischt. Deswegen gab es vielleicht so manches enttäuschte Gesicht, ob solchen Inhalts bei Hans im Glück. Keiner meiner Mitspieler hätte vorher das Spiel gekauft, die Grafik mutet doch sehr kindlich an und lässt nicht auf den Mechanismus schließen, aber da tun sich fast alle Hersteller schwer, entweder wirken die Schachteln der Partyspiele sehr dröge, sehr abstrakt oder schrill überzogen. Das Bluffelement in Ranking konnte überzeugen und machte Spaß, das Spiel ist sehr rasch erklärt und unterhaltsam, ein Linq oder Dixit halte ich allerdings für kreativer und phantasievoller.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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