Das Schwarze Auge: Reich des Roten Mondes

Das Orkland und das Land am Svellt

ein Spiele-Artikel von Michael Koch - 06.12.2009
Das Schwarze Auge: Reich des Roten Mondes
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Reich des roten Mondes lädt ein zu einer Reise durch die Regionen Orkland und Svellt-Land wie sie sich im Jahre 1032BF präsentieren. Im Produktkanon ersetzt die Publikation für Das Schwarze Auge die uralte Orkland-Box aus dem Jahre 1991. Allein schon der zeitliche Abstand zwischen den beiden Publikationen lässt einen Vergleich sinnlos erscheinen. Natürlich bildet die alte Box die Grundlage für vieles, was im jetzigen Regionalband ausführlicher beschrieben wird. Doch in den dazwischen liegenden achtzehn Jahren ist viel Wasser den Bodir und den Svellt heruntergeflossen und hat viele Neuerungen mitgebracht.

Nach dem obligatorischen geschichtlichen Abriss der Regionen werden Land und Leute beschrieben. Den Anfang macht das Orkland. Nachdem geklärt wurde, wie man überhaupt in dieses unwegsame Territorium vorstoßen kann, erreicht man zunächst die Diebesstadt Phexcaer. Von hier aus folgt man den Flussläufen ins orkische Kernland und beendet diese erste Reise schließlich in Khezzara, der Hauptstadt.

Weiter geht es durch die Gebirgszüge, die das Orkland von den Ländern der Menschen trennen. Hier besucht man auch Orte, die noch aus alten Abenteuern bekannt sind, wie das mittlerweile unter orkischer Verwaltung stehende Ohort oder Gh’Orrgelmur, die Stadt der Grolme.

Mit einem Sprung zum Rorwhed und in die besetzte Stadt Rorkvell wird das eigentliche Orkgebiet verlassen und das Svellt-Land betreten, das größtenteils unter orkischer Kontrolle steht. Nachdem man sich einen Überblick über die möglichen Reiserouten verschafft, Ödnis, Sümpfe und Marschen kennengelernt und die wenigen, kleineren Ansiedlungen besucht hat, freut man sich auf die Städte. Allem voran natürlich das Handelszentrum Lowangen. Die Reise durch die Region endet schließlich in Gashok, einer typischen Goldgräberstadt, wie man sie aus Western kennt – nur das hier nicht nach Gold sondern nach Himmelschätzen gesucht wird, die im Jahre 1029BF durch den „Sternenregen“ über das Land verteilt wurden.

Nach einem Regelintermezzo, wie man in der Wildnis überlebt und was für Auswirkungen die Suche nach den Himmelsschätzen hat, wird die Kultur der einzelnen Rassen der Region beschrieben. Einen großen Raum nehmen dabei natürlich die Orks ein. Mit ihren vielen, teils nomadisch lebenden Stämmen wirken sie wie ein Sammelsurium aller bekannter Reitervölker mit einem kleinen Spritzerchen Klingonen. Die Menschen des Svellt-Landes sind typische Siedler und Pioniere aus den Schilderungen von James Fenimore Cooper und Jack London. In den Lowanger Dualisten erkennt man Religionsgemeinschaften wie die Amischen, Mennoniten oder Hutterer wieder.

Aber auch außergewöhnliche Völker kann man in diesen Landen treffen. Da sind die Winterschlaf haltenden Azhlazah, die Achaz des Nordens, die nicht glauben wollen, dass es noch andere Echsenvölker gibt. Da sind die Holberker und Minotauren: Beide Mischwesen. Beide durch eine magische Kreuzung mit Orks entstanden. Die Grolme, Nachfahren der myranischen G’Rolmur. Die rote Zwerge, die unter dem Fluch Umrazims stehen. Die Tiefzwerge, bartlos und stumpf im Geiste. Greifen, Oger, Riesen, Smaragdspinnen. Sie alle teilen sich den Lebensraum und werden mehr oder weniger ausführlich beschrieben.

Den Abschluss des Werkes bilden einmal mehr ein Personenverzeichnis mit den wichtigsten Persönlichkeiten der Region und ein umfangreiches Kapitel über die Mysteria et Arcana, von denen die Region unglaublich viel zu bieten hat.

Reich des roten Mondes ist ein sehr schöner, gut strukturierter Regionalband, bei dem das Lesen Freude macht. Sehr gut gelungen ist die Verlinkung des Fliestextes mit den Themen in den Mysteria, die geradezu einlädt, zunächst dort mehr über den Hintergrund der seltsamen Vorgänge nachzulesen, bevor es wieder mit dem eigentlichen Text weitergeht. Absolut empfehlenswert.

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Verlagsangaben
Spieleautor: 
Jahrgang: 
2009