Reise ins Tierreich (Mitbringspiel)

Würfeln - Trumpfen - Siegen

eine Spielerezension von Axel Bungart - 15.10.2011
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Reise ins Tierreich von Kosmos
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Als Erweiterung zum großen, gleichnamigen Brettspiel oder als eigenständiges (Mitbring-)Spiel kann Reise ins Tierreich aus der Spielreihe GEOlino von Kosmos gespielt werden. Dem Zweck angepasst befindet sich in der kleinen Schachtel auch kein Spielplan sondern lediglich 33 Tierkarten, gut zwei Dutzend Chips unterschiedlicher Funktionen und ein Pöppel.

Wie beim großen Bruder dienen die Karten auch hier dazu, um zwischen den Tieren Vergleiche in vier Kategorien anzustellen (Größe, Gewicht, Alter, (Anzahl) Nachwuchs). Man spielt nach dem Prinzip, das jedem aus Quartett-Spielen wohlbekannt ist. Etwas aufgepeppt wird der Wettstreit einerseits dadurch, dass man entscheiden kann, ob man den größten oder kleinsten Wert anstrebt. So kann beispielsweise das größte oder eben das kleinste Tier gewinnen. Andererseits gibt es einen Pöppel, der mittels von Würfelchips (!) über einen Rundkurs von Eigenschaftsplättchen gezogen wird, welche die zu vergleichende Kategorie vorgeben.

Dort, wo der Pöppel zum Stehen kommt, kann der Zugspieler noch entscheiden, ob er die Vor- oder Rückseite des Chips wählt, welche dann nicht nur eine andere Kategorie sondern immer auch das gegenteilige Ziel vorgibt (Maximum oder Minimum). Dann drehen alle Spieler gleichzeitig ihre gewählte Karte um und vergleichen die Werte. Der Spieler, dessen Tier in der gewählten Kategorie den größten (bzw. kleinsten) Wert aufweist, darf die Karte vor sich liegen lassen. Wer auf diese Art zuerst fünf Karten vor sich auslegen konnte, gewinnt.

Auch die kosmetischen Applikationen wie die zugegebenermaßen unkonventionellen Würfelchips und die Kategorieplättchen ändern nichts daran, dass Reise ins Tierreich ein Quartett-Spiel ist: Ich vergleiche mein Tier mit denen der Mitspieler und wenn ich besser bin, gewinne ich. Nur, dass ich hier eben die Karten der Gegner nicht erhalte. Das ist so spannend, wie es schon vor 30 Jahren war. Oder auch nicht.

Der Anspruch, den das Spiel an seine Mitspieler stellt, liegt noch unter dem von Mensch Ärgere Dich Nicht und das soll in diesem Fall eine nüchterne, unpolemische Feststellung sein. Natürlich funktioniert das Spiel (weitgehend), natürlich wird einer gewinnen, aber niemand wird dem Sieger je beantworten können, warum er gewonnen hat. Wer halt zum richtigen Zeitpunkt das größte, schwerste, älteste Tier auf der Hand hat, macht den Punkt. Fertig.

Skurril wird es, wenn man den Pöppel auf eines der beiden Sonderplättchen zieht. Dann darf man sich entweder die Tiergruppe oder einen Erdteil aussuchen. Alles andere (Kategorie und Maxi-/Minimum) darf man sich außerdem aussuchen. Wählt man dann einen Erdteil, von dem die Mitspieler gerade keine Karten auf der Hand halten, hat man (die Karte) schon gewonnen. Spielt man aber noch gegen Gegner, schaut man sich die Rückseiten der gegnerischen Karten an (welche sinnigerweise ebenfalls die Abbildungen der Tiere tragen), wählt die Kategorie „Gewicht“ aus und tritt stolz mit seinem Rhinozeros gegen einen Sperbergeier und einen Felsenpython an. Och nöö …

Zur Bewertung kann ich nur folgendes sagen: Wer gerne Quartett spielt, bekommt mal eine etwas aufgepeppte Variante. Material und grafische Gestaltung sind gut.

Darüber hinaus halte ich die Bewertung eines solchen Spiels an dieser Stelle für ausgesprochen schwierig, und das aus folgenden Gründen: Das Rezensionsarchiv auf Reich der Spiele beinhaltet leichtere und schwerere Spiele. Und es gibt Rezensionen zu Kinderspielen. Aber ein solches Kinderspiel mit einem Anspruch von null und einem Einstiegsalter von acht Jahren lässt sich überhaupt nicht vereinbaren. Das kann eigentlich nur dem Umstand geschuldet sein, dass man vielleicht einigermaßen lesen können sollte. Ich könnte dieses Spiel also mit Kindern (ab acht Jahren) oder mit Erwachsenen testen. Mit letzteren nur im Zustand stark herab gesetzter Steuerungsfähigkeit (alkoholisiert). Mit jüngeren Kindern, die m. E. Zielgruppe dieses Spiels sein müssten, laut der Empfehlung jedenfalls nicht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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