Rettet den Märchenschatz

eine Spielerezension von Heike und Andreas Bolle - 30.09.2007
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Rettet den Märchenschatz von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der böse König hat alle Seiten des großen Märchenbuchs zerrissen und in den Schlossgarten flattern lassen. Jetzt können nur noch die Kinder den Märchenschatz retten. Während der König einen Spaziergang macht, müssen sie die Seiten des Märchenbuchs wieder zusammensuchen. Aber wehe, wenn sie den Garten nicht rechtzeitig verlassen, bevor der König zurückkommt! Dann haben sie alles verloren.

Rettet den Märchenschatz! ist ein kooperatives Familienspiel. Die Spieler spielen also nicht gegeneinander, sondern gegen eine Spielfigur, die den König darstellt. Ziel des Spieles ist es, immer zwei zusammengehörenden Hälften von Märchenbilder zu finden. Diese halben Märchenbilder sind auf Bildkarten aufgedruckt, die auf dem Spielplan ausgelegt und von Gartenkarten verdeckt werden. Da es weniger Gartenkarten als Bildkarten gibt, sind immer drei Bildkarten sichtbar. Die Spieler haben nun die Aufgabe durch verschieben der Gartenkarten immer die zwei Teile eines Märchenbildes sichtbar zu machen. Gelingt dies einem Spieler, so erhält er das Bild als Märchenbuchseite und darf eine graue Gartenkarte umdrehen, sodass sie von allen Mitspielern betreten werden kann. Gelingt es ihm nicht, wird der König ein Feld weiter gesetzt. Auf jeden Fall versucht er nun seine Spielfigur ein Feld weiter Richtung Ausgang zu bewegen, denn bevor der König das Spielfeld einmal umrundet hat, müssen alle Spieler den Garten verlassen haben. Haben alle Spieler rechtzeitig den Ausgang erreicht, so haben sie entweder alle oder doch einige Märchenbuchseiten gewonnen, die sie zu einem Buch zusammenbinden dürfen. Erreicht der König vorher sein Ziel, haben alle gemeinsam verloren.

Die Idee, dass alle Spieler miteinander und nicht gegeneinander spielen, ist bei diesem Spiel gut verwirklicht. Bei Memory sitzt man oft da und hofft, dass der Mitspieler das Kartenpaar nicht findet, das man sich merken konnte. In diesem Spiel beraten sich die Spieler gegenseitig. Man ist froh, wenn man einem Mitspieler sagen konnte, wo die andere Bildhälfte liegt, denn alle haben ein gemeinsames Interesse daran, dass alle Bilder gefunden werden. Der Erfolg wird für alle durch das Umdrehen der Gartenkarten sichtbar, denn der Garten wird so immer grüner und schöner und immer mehr Gartenkarten dürfen betreten werden. Spannung kommt in das Spiel durch den König, denn keiner der Spieler will im Garten zurückbleiben und der König wandert immer weiter.

Das Verschieben des Spielplans ist ein Mechanismus, den man zum Beispiel aus Das verrückte Labyrinth kennt. Leider funktioniert dieser Mechanismus bei Rettet den Märchenschatz! nicht so gut, weil sich die Gartenkarten immer mal wieder mit dem darunter liegenden Bildkarten verhaken. Die Gartenkarten dann trotzdem zu verschieben, ohne die darunter liegenden Bildkarten sichtbar zu machen, ist nicht ganz einfach und beeinträchtigt den Spielspaß. Ebenso ist das Zusammenbinden der Märchenbuchseiten am Ende eines Spiels ein ziemlich fummelige Angelegenheit, für manche Kinder aber eine schöne Belohnung. Wer es nicht mag, kann darauf verzichten, denn das Spiel ist dann sowieso zu Ende und vor dem nächsten Spiel muss man alles wieder aufmachen.

Von diesen kleinen Schwächen abgesehen ist das Spielmaterial sehr hübsch. Es enthält fünf schöne Holzfiguren und zwölf Bilder von bekannten Märchen der Brüder Grimm. Wer die Märchen nicht griffbereit hat, dem bietet die Herstellerfirma eine Internetseite zum Nachlesen und Herunterladen an. Im Spielkasten liegt auch ein kleines Märchen zur Einstimmung, das vor allem die jüngeren Kinder anspricht. Übrigens: alle Märchen sind in kindgerechter Sprache aufbereitet worden.

Insgesamt ist Rettet den Märchenschatz! ein empfehlenswertes Familienspiel an dem alle gemeinsam Spaß haben können und bei dem niemand verlieren muss.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
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