Reworld

Ein Brettspiel in zwei Kapiteln

eine Spielerezension von Petra Tischer - 22.03.2018
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Brettspiel Reworld - Foto von eggertspiele
Lesezeit: ca. 5 Minuten

In Reworld von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling (eggertspiele/Pegasus Spiele) geht es darum, den Planeten Eurybia bewohnbar zu machen. Wie der Untertitel “ein Brettspiel in zwei Kapiteln“ schon sagt, verläuft Reworld in zwei voneinander getrennt verlaufenden Phasen. In der ersten Phase versuchen wir unseren Konkurrenten die besten Module zum Bau der neuen Zivilisation wegzuschnappen und an unseren Frachter anzukoppeln, damit wir in der zweiten Phase die so gesicherten Module zum Bau unserer Städte und Verteidigungsbasen auf dem neu erschlossenen Planeten nutzen können.

Aufbau von Reworld

Der Aufbau ist schnell erledigt. Es müssen nur die 14 Wertungsplättchen auf dem Spielplan ausgelegt werden, wobei je nach Spielerzahl die Schwierigkeitsgrade angepasst werden. Jeder Spieler bekommt ein eigenes Frachtertableau, an das in der ersten Phase auf der linken Seite in fünf Zahlenreihen, die erworbenen Module angekoppelt werden und in der zweiten Phase auf der rechten Seite die Besiedelung erfolgt und dann kann es auch schon losgehen.

Ablauf einer Phase bei Reworld

Die erste Phase, die aus fünf gleich verlaufenden Runden besteht, beginnt immer mit dem Ziehen und Auslegen von zwanzig Modulen aus dem beiliegenden Stoffbeutel. Die dreißig Offizierskarten mit Zahlenwerten von eins bis fünf werden gemischt und je nach Spielerzahl in anderer Stückzahl an die Spieler ausgeteilt.

Reihum kann nun entweder ein Modul oder der Startspielermarker (einmalig pro Runde) erworben ODER aus der laufenden Runde ausgestiegen werden. Mithilfe der Karten werden Module von den Kopplungsarmen der Raumstation erworben. Zur Verfügung stehen folgende Module: Terrabots (Sofortpunkte je nach Runde und zur Städtegründung A bis E, wobei der Buchstabe jeweils für einen Geländetyp steht), Shuttles (entweder zur Verteidigung oder zum Transport von Bautrupps), Bautrupps (zum Städteausbau mit fünf verschiedenen Baufirmen) und Satelliten (zur Verteidigung oder um Zusatzpunkte zu erhalten). Jeder Kopplungsarm besitzt zwei angrenzende Kartenslots. Möchte man ein Modul erwerben, legt man eine Karte im gewünschten Slot ab und nimmt sich stattdessen das Modul, was man sofort auf der linken Seite seines Frachters in der zur Karte passenden Zahlenreihe (eins bis fünf) ankoppelt.

Dabei gibt es zu beachten, dass jeder Kartenslot mit zwei angrenzenden Slots verbunden ist. Liegt in beiden keine Karte, wählt man eine beliebige und legt sie in den gewünschten Slot. Liegt auf einer Seite aber bereits eine Karte, muss man eine Karte mit gleichem Zahlenwert ablegen oder ersatzweise zwei beliebige Karten. Man bestimmt selbst, welche Karte oben aufliegt und damit auch die Reihe des eigenen Frachters, in die das, so erworbene, Modul angekoppelt werden darf. Liegen in beiden angrenzenden Slots bereits Karten, muss entweder von jeder eine identische Karte abgelegt werden oder man kann eine oder sogar beide Karten wie oben beschrieben durch je zwei beliebige Karten ersetzen.

Sind alle Spieler aus der Runde ausgestiegen, endet diese und es folgt die nächste Runde. Insgesamt werden in fünf Runden hundert Module ins Spiel gebracht und dann folgt die zweite Phase.

Ablauf der zweiten Phase

Immer abwechselnd entscheiden sich die Spieler für ein ganz am linken Rand einer Reihe liegendes Modul, koppeln dieses ab und bauen es auf der rechten Seite des Frachters an. Die Fähigkeiten der Module werden dabei sofort genutzt. Um eine Stadt zu gründen, benötigt man ein Terrabotmodul, welches, seinem aufgedruckten Buchstaben entsprechend, ein Stadtschild vorgesetzt bekommt und dann rechts daran angelegt wird. An bestehende Städte können dann weitere Stadtteile mit dem gleichen Buchstaben oder durch Shuttles transportierte Bautrupps angelegt werden.

Beim Transport der Bautrupps ist zu beachten, dass diese nicht alleine fliegen können, sondern von Shuttles transportiert werden müssen. Pro Shuttle können bis zu zwei Bautrupps bewegt werden. Pro Stadt gibt es immer nur eine Art von Bautrupp, außer dem Bautrupp „Agrarfirma“, der als Joker fungiert und beliebig eingesetzt werden kann. Shuttles können, statt Bautrupps zu transportieren, auch einfach umgedreht und als Verteidigungsanlage auf der rechten Seite angelegt werden. Satelliten können ebenfalls entweder als Verteidigung fungieren oder sofort beim Anlegen auf der rechten Seite eine Extrapunktewertung auslösen. Acht verschiedene Wertungstypen sorgen dafür, dass es genügend Möglichkeiten gibt, diese an die eigene Strategie anzupassen.

Nachdem man das gewünschte Modul auf der rechten Seite des Frachters angekoppelt hat, überprüft man die Bedingungen der noch auf der Raumstation befindlichen Wertungsplättchen. Hat man die Bedingungen von einem oder sogar mehreren erfüllt, darf man sich das entsprechende Plättchen nehmen und erhält sofort die aufgedruckten Punkte.

Die zweite Phase endet, sobald alle Spieler ihre Modulreihen geleert haben. Dann erfolgt die Endwertung, bei der die Mehrheiten in den einzelnen Städten A bis E und Verteidigungsanlagen geprüft werden. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Reworld - ein gutes Brettspiel?

Reworld ist ein kurzweiliges und flott gespieltes Brettspiel. Zu Zweit spielt es sich in einer knappen Stunde, zu dritt oder viert nur unwesentlich länger. Die Entscheidungen, welche Module man erwerben möchte, sind besonders im Spiel zu zweit sehr strategisch. Je mehr Spieler teilnehmen, desto mehr muss man natürlich das Beste aus der Situation machen, die sich einem im Moment des Zuges bietet, und eher taktisch handeln.
Die Pappplättchen und Spielertableaus sind schön dick und griffig. Einzig die Offizierskarten sind etwas dünn geraten, zeigen aber auch nach einigen Spielen noch keine Abnutzungserscheinungen, aber warum auf der rechten Seite des Frachters die Kartenreihen gar nicht richtig in die Ausbuchtung passen, hat sich meinen Mitspielern nicht erschlossen.Die Farben des Spielplans und der Module sind unaufdringlich und  thematisch passend. Spieler mit Farbschwäche werden ebenfalls keine Probleme haben, da die Bautrupps zwar farblich gekennzeichnet sind, aber zusätzlich noch ein eigenes Symbol aufgedruckt haben.

Die Möglichkeiten von Reworld erschließen sich einem nicht beim ersten Spiel, da man erst herausfinden muss, welche Module man am Besten erwirbt und vor allem, wie man sie optimal auf dem eigenen Frachter anordnet. Da man nur eine begrenzte Anzahl an Offizierskarten zur Verfügung hat, kann man besonders im Spiel zu zweit besser planen, da man dort deutlich mehr Karten zur Verfügung hat und nicht so sehr auf bestimmte Reihen zur Ankopplung festgelegt ist.

Reworld ist ein Wolf im Schafspelz, der sich erst auf den zweiten Blick von seiner besten Seite zeigt. Dann stellt es sich allerdings als gutes Spiel heraus, welches besonders für zwei Spieler sehr zu empfehlen ist. Das Brettspiel Reworld ist auch mit drei oder vier Spielern gut spielbar, ändert dann seinen Charakter allerdings von strategisch zu taktisch.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
50-90
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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