Rotundo

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 31.12.2006
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Rotundo von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Plötzlich sind sie wieder da, die Erinnerungen an eigene Kindheitszeiten, als Murmeln noch Inbegriff waren von Luxus und gesammelt wurden zum Spielen und Tauschen. Genau darum geht es auch bei Rotundo: Das kleine Sammelspiel besteht aus 60 Karten mit Abbildungen von Kugeln aller Art in Beuteln, die zu möglichst wertvollen Sammlungen zusammenzufügen und abzulegen sind.

Die Spieler erhalten zu Beginn je sieben Karten ausgeteilt. Anschließend wird die oberste Karte vom Zugstapel aufgedeckt. Passt sie zu zwei Handkarten des aktiven Spielers, können sie als Sammlung beiseite gelegt werden. Sammlungen haben dabei zwei Bedingungen zu erfüllen. Erstens müssen die drei Karten alle dieselben oder aber unterschiedliche Beutelfarben aufweisen. Analoges gilt zweitens für die Anzahl Kugeln selber. Zur Ermittlung des Werts einer Sammlung sind die entsprechenden Angaben unter dem Beutel der jeweiligen Karten zu addieren. Zusätzlich darf der erfolgreiche Sammler nach eigenem Belieben die obersten drei Karten des Ablagestapels auf die Hand nehmen als Basis für spätere Sammlungen.

Hat der aktive Spieler keine passenden Handkarten für eine Sammlung, kann er wenigstens versuchen, die aufgedeckte Karte zu versteigern. Er muss dazu allerdings das erste Gebot gleich selber machen, wobei die Kugeln seiner bereits gebildeten Sammlungen als Zahlungsmittel zur Verfügung stehen. Ersteigerte Karten werden auf die Hand genommen, die den Kaufpreis bildenden auf dem Ablagestapel entsorgt. Kann oder will der aktive Spieler nicht versteigern, wird die aufliegende Karte reihum den anderen Spieler zur sofortigen Bildung einer Sammlung angeboten. Anschließend wird eine neue Karte vom Zugstapel aufgedeckt. Ist dieser aufgebraucht oder hat nur noch ein einziger Spieler Handkarten, endet das Spiel. Gewinner ist der Inhaber der wertvollsten Sammlungen, wobei die Werte allfälliger Handkarten abgezogen werden müssen.

Entscheidend ist damit der geschickte Umgang mit den Handkarten: Werden sie für unattraktive Sammlungen eingesetzt, fehlen sie unter Umständen beim Aufdecken wertvoller Karten vom Zugstapel. Andererseits sind bestehende Sammlungen nötig, um Handkarten zu ersteigern als Bestandteil weiterer, hoffentlich noch wertvollerer Sammlungen. Eine andere Möglichkeit stellt das Aufnehmen der obersten drei Karten des Ablagestapels nach dem Bilden einer Sammlung dar. Erfolgt dies indessen erst kurz vor Spielende, schlagen die Karten unter Umständen als Minuspunkte zu Buche, falls sie nicht rechtzeitig wieder abgelegt werden konnten.

Das Spiel ist rasch erklärt und verläuft flüssig, wenn auch reichlich schematisch: Alle warten auf attraktive Karten, um diese in eigene Sammlungen zu überführen. Groß daher der Frust, wenn bloß minderwertige Kugeln aufgedeckt werden oder im entscheidenden Moment keine passenden Handkarten zur Verfügung stehen. Ärgerlich zudem, dass die beigen und braunen Beutel nicht besser unterscheidbar gemacht wurden. Trotzdem kann eine Partie Rotundo allen wärmstens empfohlen werden, erlaubt das flotte Spiel doch eine kurze gedankliche Rückkehr zu idealisierten Jugendzeiten mit allem Drum und Dran – Herz was willst Du mehr?!

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
9
Spieldauer (Minuten): 
20 - 30
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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