Rune Stones

eine Spielerezension von Axel Bungart - 25.10.2019
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Rune Stones - Ausschnitt - Foto von Queen Games
Lesezeit: ca. 4 Minuten

In Rune Stones von Rüdiger Dorn (Queen Games) treten 2-4 Spieler als Druiden auf der Suche nach den heilsbringenden Runensteinen an. Heilsbringend deswegen, weil sie ihnen Fähigkeiten verleihen, die ihnen bei der weiteren Suche helfen und zum anderen Machtpunkte einbringen, die sie zum Spielsieg führen sollen.

Doch der Weg zu den Runensteinen führt über den Umweg von Edelsteinen, die man für Artefakte eintauscht, um für diese dann Runensteine zu erhalten. Das klingt komplizierter als es ist, birgt aber durchaus Grübelpotenzial.

Rune Stones - Steine - Foto von Axel Bungart

Wie wird Rune Stones gespielt?

Die Spieler haben zu Anfang ein Kartendeck mit Druiden, das sie im Verlauf des Spiels durch den Zukauf von Kreaturen erweitern. Mit allen Karten können neue Kreaturen angeworben werden, was den Stapel vergrößert, oder Funktionen ausgeführt werden, was den Verlust von Karten bedeutet. So können z. B. Edelsteine gesammelt, andere Karten genommen oder Siegpunkte gewonnen werden. Wer ausreichend Edelsteine gesammelt hat, kauft sich dafür in einem Spielzug bis zu zwei Artefakte. Mit zwei bis fünf verschiedenen Artefakten kann man sich einen Runenstein kaufen und erhält dazu Siegpunkt in Abhängigkeit von der Anzahl abgegebener Artefakte.

Wer zuerst 65 Siegpunkte erreicht, läutet die letzte Runde ein, und es gewinnt, wer am Ende der Runde die meisten Siegpunkte hat.

Rune Stones - Kartenillustrationen - Foto von Axel Bungart

Rune Stones lädt zum Spielen ein

Wie bei Queen Games üblich, führt die Spielregel schnell und fehlerfrei ins Spiel. Übersichtlichkeit und Struktur sind hier fast schon ein Markenzeichen. Es gibt anfangs zwar einiges zu erklären, aber das überfordert die Spieler nicht, da bereits an der Stelle ein Zusammenhang der einzelnen Komponenten zu erkennen ist.

Das Material tut das seine, um die Spieler einzufangen, was ihm prächtig gelingt. Sowohl der dynamisch wirkende Spielplan als auch das restliche Material, allem voran die Kreaturenkarten, laden direkt zum Spielen ein.

Die Anforderungen an die Spieler liegen nun darin, möglichst effektiv die Mittel einzusetzen und eine Balance im Kartendeck herzustellen: Da man immer wieder (mind.) eine Karte abgeben muss, wenn man deren Funktion ausführt, verringert man die Anzahl der Karten in seinem Deck. Und es sind keinesfalls nur die schlechteren Karten, die man verliert. Früher oder später muss man also wieder Karten hinzukaufen, damit man wieder welche ausgeben kann.

Rune Stones - Details - Foto von Axel Bungart

Planung: wichtig aber schwierig

Da man mit den farblich unterschiedlichen Kreaturenkarten in der Regel nur Edelsteine in der entsprechenden Farbe kaufen kann, beginnt die Planung also bereits mit dem Kauf der Karten. Fehlt einem eine Farbe, erhält man auch keine Edelsteine in der Farbe. Zum Glück gibt es eine Jokerfarbe, die oft weiterhilft. Aber Planung ist schon das Stichwort: Man muss die ausliegenden Artefakte mit Edelsteinen in der Farbe des jeweiligen Artefakts bezahlen. Den Kaufpreis gibt das Feld vor, auf dem sie liegen. Also schafft man sich am besten einen Vorrat an Edelsteinen an, mit dem man im richtigen Moment die benötigten Artefakte kaufen kann. Denn sobald ein Artefakt gekauft wurde, wird ein neues zufällig nachgelegt. Das kann aber eine andere Farbe haben. Dann hat man womöglich Edelsteine in einer Farbe gesammelt, für die man kein Artefakt kaufen kann. Kurz gesagt: Planung ist wichtig, aber meist nur kurzfristig möglich. Wer sich jedoch flexibler aufstellt, kann entsprechend reagieren.

Runensteine kann man so auch recht schnell erwerben. Für nur zwei Artefakte bekommt man einen Runenstein, der einem einen dauerhaften Vorteil bringt. Da man aber überproportional mehr Siegpunkte bekommt, wenn man mehr Artefakte auf einmal abgibt, lohnt sich das aus diesem Blickwinkel eher. Auch hier muss der richtige Weg gefunden werden.

Was einem in Rune Stones immer wieder begegnet, ist die Aufgabe der richtigen Aktion zum richtigen Zeitpunkt – Timing. Das geht soweit, dass man irgendwann (auch mithilfe des richtigen Runensteins) anfangen kann, sein Kartendeck quasi aufzulösen, um nur noch auf Punktejagd zu gehen. Hier ist ein bisschen Mathematik gefragt, denn man kann irgendwann ausrechnen, wie viele Punkte man noch benötigt, um das Ziel von 65 Punkte möglichst so zu erreichen, dass einen keiner mehr mit seinem letzten Zug überholt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Führende dann kaum noch zu stoppen, was an der fehlenden Einflussnahme auf die Züge der Gegner liegt. Man sollte sich also punktemäßig nicht zu weit abhängen lassen.

Rune Stones - Schachtel - Foto von Queen Games

Läuft bei mir

Rune Stones überzeugt durch ein flüssiges Gameplay. Es gibt keine Ecken und Stolpersteine. Irgendwas lässt sich mit den Karten auf der Hand immer anfangen. Man kann nicht behaupten, dass es einen zündenden, kreativen Mechanismus hat. Aber alle Mechanismen passen gut zusammen. Es überzeugt mit seinem schönen Spielmaterial und kann über die Spieldauer von ca. einer Stunde unterhalten. Der Anspruch liegt im gehobenen Familienspielbereich. Eine spezielle Dynamik erfährt eine Partie, wenn einer anfängt, vom Ziel „Runensteine“ auf das Ziel „Siegpunkte“ umzuschwenken. Das ist wie der Sprint in einem Langstreckenlauf. Auch zu zweit klappt das schon sehr gut. Rune Stones gehört für mich zu den Spielen, die man immer wieder mal gerne spielt, ohne sich wirklich darin zu verlieben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Rune Stones - Steine - Foto von Axel Bungart
Rune Stones - Kartenillustrationen - Foto von Axel Bungart
Rune Stones - Details - Foto von Axel Bungart
Rune Stones - Schachtel - Foto von Queen Games
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