Saboteur: Das Duell

eine Spielerezension von Axel Bungart - 24.02.2017
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Spielaufbau Saboteur Das Duell - Foto von Axel Bungart
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Das Kartenlegespiel Saboteur von Frederic Moyersoen (Amigo Spiele), zu dem es bereits eine Erweiterung gibt, spielt man am besten in größerer Runde (bis zehn Spieler), für die es auch vorwiegend gedacht ist. Es lebt von der Interaktion und der Spannung, wer mit wem bzw. gegen wen spielt. Kann sowas auch für zwei Spieler funktionieren? Um es vorweg zu nehmen: Ja, sehr gut sogar!

So wird Saboteur - Das Duell gespielt

Die Spielidee ist dieselbe: Die (beiden) Spieler versuchen, durch den Bau von Stollen Zielkarten mit Gold zu erreichen und das möglichst vor dem anderen. Der Gegner will das auch, aber zusätzlich versucht er, die Pläne des Kontrahenten zu durchkreuzen. Klar, was hier wegfällt, ist das Geheimnis darum, wer welcher Fraktion angehört. Jeder Spieler ist eben Zwerg und Saboteur zugleich. Dafür haben beide Spieler aber nun Elemente zur Verfügung, die auch schon in der Erweiterung, Saboteur 2, hinzukamen: (u. a.) Türen, Leitern - und neu: Trolle.

Eine Partie besteht aus drei Durchgängen, in denen jeweils sechs (statt der üblichen drei) Zielkarten ausgelegt werden. Dafür ist die Entfernung vom Start bis zur ersten Zielkarte kürzer. Wer nach den drei Durchgängen die meisten Goldstücke sammeln konnte, gewinnt Saboteur – Das Duell.

Wenig Geheimes, viel Duell - so gut ist das Kartenspiel

Mit etwas Skepsis bin ich die erste Partie angegangen. Das Kartenspiel lebt halt eigentlich, wie eingangs schon erwähnt, von der Geheimniskrämerei, der Deduktion und Spekulation sowie natürlich vom Sich-Gegenseitig-Ärgern. Während man ersteres nicht vermisst, klappt letzteres genauso gut. So war die Skepsis auch schnell verflogen. Man verbaut dem Gegner Gänge mit Türen, legt ihm einen Troll in den Weg (der ihm bei der Abrechnung Gold klaut), nutzt einfach die von ihm gebauten Gänge und legt ihm – ganz klassisch – Blockadekarten vor die Nase. Meist fangen beide Spieler an, jeweils ihre eigenen Stollen zu bauen. Dann schwenken sie um und nutzen die Bautätigkeit des Gegners, indem die beiden Stollen verbunden werden. Schon deshalb versuchen die Spieler, auch ihre eigenen Gänge möglichst durch Türen zu versperren, die (zunächst) nur sie selbst durchschreiten können.

Das ist dann durchaus das bekannte Saboteur-Spielgefühl. Hier ist es halt mehr, dass man überlegt, ob und wie man die nächste Wegekarte legen sollte. Dem Ausspielen einer Aktionskarte, die das Ausspielen von Wegekarten des Gegners verhindert, kommt eine noch wichtigere Bedeutung zu, denn sie trifft auf jeden Fall den richtigen.

Saboteur – Das Duell lässt sich nach Studium der kurzen (und guten) Regel leicht erklären. Spieler, die Saboteur bereits kennen, brauchen diese eigentlich nur zu überfliegen. Das Material ist gewohnt gut. Nur passen die kleinen Zwergenaufsteller leider zusammengesteckt nicht in die Schachtel, was die Frage aufwirft, warum man über sowas nicht näher nachdenkt.

Der Reiz, Saboteur – Das Duell wieder zu spielen, ist recht hoch, da trotz gleichbleibenden Aufbaus das Spiel jedes Mal anders verläuft. Ein bisschen Glück ist natürlich dabei, schon weil Karten nachgezogen werden. Aber das gehört eben dazu und gleicht sich statistisch gesehen innerhalb einer kompletten Partie aus. Schön ist, dass man Saboteur nun häufiger spielen kann, da man eben keine große Runde mehr braucht. Nur bei der Solovariante geht nun leider auch der letzte Rest Zwergenärgern noch über Bord, sodass das eigentlich nur ganz einsamen Spielern anzuraten ist.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1-2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Fotos
Gangdetail Saboteur Das Duell - Foto von Axel Bungart
Zwerg-Figur Saboteur Das Duell - Foto von Axel Bungart
Spieldetail Saboteur Das Duell - Foto von Axel Bungart
Spieleschachtel Saboteur Das Duell - Foto von Amigo Spiele
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