Saloon

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Saloon von Krimsus Krimskramskiste
Lesezeit: ca. 3 Minuten

"Was gibt's denn da so blöd zu glotzen, häh?" Blöder Kerl, dieser Goldgräber, holt aus und schlägt dem Halbblut mit der Faust ins Gesicht. Dieser Könnte eigentlich abwehren, doch der fiese Mexikaner hält ihn von hinten fest. Aber warte, er steckt die Schläge ein und geht seinerseits zum Angriff über, einen Tisch schmeißt er in Richtung des Kavalleristen. "Du Mistkerl willst mir nicht helfen, das schreit nach Rache". Richtig geraten: Wir befinden uns mit Saloon im Wilden Westen und es gibt eine wüste Schlägerei. Jeder gegen jeden und wer zuletzt noch steht, darf in aller Ruhe dem Barkeeper seine Wünsche mitteilen. Jeder Spieler erhält zunächst aber mal die notwendige Ausrüstung in Form von Karten. Diese bestehen aus Angriffs- und Verteidigungskarten. Zusätzlich gibt es noch Gegenstände (mit denen geworfen werden kann), Gelegenheiten ( Zum Beispiel der Pianist, der Dich Greenhorn mit einem Lied aus Deiner Heimat ermuntert) und so schöne Nettigkeiten wie zum Beispiel eine Fluchkarte, die die sich Kloppenden vorübergehend verwirrt. Ja, das Leben eines Mannes im Wilden Westen ist hart, so hart wie der Schlag, den er gerade ins Gesicht bekommt... Mit wirklich einfachen und übersichtlichen Regeln ist es Ralf Sandfuchs und Mark Sienholz gelungen, ein sehr spaßiges und kurzweiliges Spiel zu veröffentlichen, das sich prima als Aufwärmer eines Spieleabends oder als Mitbringspiel eignet. Selbst Wenig-Spieler werden begeistert sein, wenn Sie ihrem Gegenüber mal laut fluchend über den Tisch werfen dürfen. Das Spiel gewinnt extrem an Atmosphäre, wenn die Spieler ihre Mitspieler tatsächlich in der Form "Ey, Du Blödmann, das war mein Glas Whisky" angeifern und dann mal eben einen (jetzt aber nur mit einer Karte!) Fußtritt verpassen. Der bringt immerhin zwei KO-Punkte, die sich der Getroffene bei fehlender Verteidigung von seinen zehn ursprünglich vorhandenen abziehen muss. Gerät er dabei unter einen KO-Punkt, ist er ausgeknockt und aus dem Spiel. Es bleiben aber Regelfragen: Darf ein Spieler auch dann Karten nachziehen, wenn er nicht angreifen konnte oder durfte (die einzige Möglichkeit, an neue Karten zu kommen, ist laut Regel ein Angriff, wenn der am Zug befindliche Spieler nicht angreifen kann, muss er eine Ereigniskarte spielen oder eine Karte an einen Mitspieler geben, der dann nächster Schläger wird)? Gegen Ende des Spiels wird es schwierig, alle Karten richtig einzusetzen, denn bei nur noch zwei Mitspielern gehen einige Karteneigenschaften unter (Verteidiger kann nächste Runde nicht angreifen, Angreifer kann selbst nicht verteidigen oder angreifen). Oder gibt es hier auch eine Regellücke? Dennoch ist Saloon ein wirklich gutes, witziges und schnelles Spiel, das die Mitspieler in den Wilden Westen versetzt - in den Saloon der staubigen Kleinstadt, dessen Barkeeper keinen echten Jim Beam ausschenkt. "Mann, das ist kein Jim Beam! Komm her, zeig mal Deine Zähne" ...

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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