Sanssouci

Das Schloss ohne Sorge

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 15.07.2014
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Sanssouci - Brettspiel - Foto von Ravensburger
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Charlotte Rose Emilie, Sainte-Amarante schritt die Gartenfassade entlang in Richtung Parterre. Sie liebte diese prächtig dekorierte Terassenanlage mit den beschnittenen Buchsbäumchen, Wasserspielen und den wunderschönen Figuren. Neben ihr lief Friedrich Wilhelm Diterichs der Konstrukteuer und Bauherr dieser prächtigen Gartenanlage. Amüsiert und auch etwas stolz beobachtete er, wie entzückt doch Mademoiselle Sainte-Amarante darüber ist. Wahrlich, hier ist ihm wieder ein Meisterwerk par excellence gelungen.

Worum geht es beim Brettspiel Sanssouci?

Die Spieler befinden sich in Preußen im Jahre 1843 auf Schloß Sanssouci (französisch: sans souci = ohne Sorge), vor ihnen eine herrliche Gartenlandschaft. Ihre Aufgabe ist es nun, diesen Garten mit beeindruckenden Pavillons, imposanten Statuen, duftenden Kräuterbeeten oder farbenfrohen Rosenbögen zu verzieren. Wer dann mit seinen Adligen am weitesten die Gärten durchschreitet und somit die meisten Siegpunkte einbringt, hat das Brettspiel Sanssouci von Ravensburger gewonnen.

Wie wird Sanssouci gespielt?

Vor jedem Spieler liegt ein zweiseitig bedruckter Gartenplan vor der Kulisse des Schlosses Sanssouci. Dieser besteht aus 54 Feldern, jeweils aus neun senkrechten Spalten und sechs waagerechte Reihen in sechs verschiedenen Farben. In den Spalten sind neun verschiedene Motive zu sehen. Vom Pavillion bis zum Rosenbogen ist alles vertreten was so ein prunkvoller Garten beinhalten muss. Auf der oberen Schlossterrasse der Spieler steht schon ein Adliger pro Spalte dazu bereit, diesen Garten so weit, wie es geht, nach unten zu durchschreiten. Aber bis es soweit ist, brauchen die Spieler erst einmal die passenden Gartenplättchen. Doch dies zu bewerksteligen, ist gar nicht so einfach. Zum einen benötigen sie die passende Karte, um das Plättchen von dem allgemeinen Spielplan zu nehmen. Auf dem Spielplan wiederum befinden sich fünfmal zwei Felder in je einer Farbe (Weiß, Grau, Orange, Violett oder Türkis). Auf diesen werden im weiteren Spielverlauf Gartenplättchen offen ausgelegt. Diese werden von den verdeckten Stapelfeldern, die sich links und rechts davon befinden, gezogen. Die Handkarten, von denen jeder genau 18 besitzt, werden am Anfang einer Partie gemischt, und jeder Spieler bekommt zwei Karten auf die Hand. Desweiteren werden jedem Spieler noch geheim zwei Auftragskarten zugeteilt. Diese Karten bringen am Ende des Spiels bei Erfüllung zusätzliche Siegpunkte ein.

Handkarten und Plättchen gestalten den Garten

Die Handkarten unterscheiden sich durch zwei Dinge. Entweder zeigen sie eines der neun unterschiedlichen Motive, mit denen die Spieler ihre Gartenanlage bereichern können, oder eine Kombination aus zwei Farben. Wenn sie an der Reihe sind, müssen sie eine der beiden Handkarten ausspielen. Bei einer Farbkombination muss man eines der vier gleichfarbigen Plättchen von der Auslage des Spielplans nehmen und in seinen Garten platzieren. Zeigt die Karte ein Motiv, so muss man ein Plättchen dieser Kategorie vom Spielplan nehmen, dabei ist es aber egal von welchem Farbfeld wir es wegnehmen. Sollte aber kein passendes Plättchen mit dem Motiv zur Auswahl stehen, darf man ein beliebiges Plättchen (Joker) von der Auslage nehmen und in seinen Garten platzieren.

Für jedes Plättchen, das man nimmt, gibt es nur genau ein passendes Feld im Garten. Dies wird einerseits durch das Motiv und andererseits durch die Farbe des Spielplanfeldes bestimmt, von dem man es wegnehmen darf. Darüber hinaus spielt es aber keine Rolle, ob das gerade gelegte Plättchen Anschluss an andere Plättchen hat oder nicht. Sollte das betreffende Feld im Garten schon belegt sein, dreht man es auf die Rückseite (Gärtnerseite). Dann muss es, von dem belegten Feld ausgehend, entweder waagrecht oder senkrecht in der selben Reihe bzw. Spalte auf einem freien Feld abgelegt werden.

Der Adelige im Garten von Sanssouci

Nachdem man nun sein Plättchen in seinem Garten untergebracht hat, darf man einen seiner Adligen bewegen. Er darf dabei so viele durchgehende Wege benutzen, wie er kann und an anderen Adligen und Gärtnern vorbei ziehen. Auf seinem Weg darf er weder leere Felder überschreiten, noch darf er auf einem Gärtnerplättchen stehen bleiben. Wichtig auch: Er muss am Ende seiner Bewegung unterhalb seiner Startposition in derselben Spalte zum stehen kommen. Danach werden sofort so viele Siegpunkte markiert, wie links bzw. rechts von der Reihe angegeben ist, auf die der Adlige gezogen wurde. Am Ende eines Zuges zieht man ein Gartenplättchen von einem der verdeckten Stapel nach und legt es offen auf die frei gewordenen Stelle. Dann füllt man wieder seine Handkarten auf zwei auf. Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre 18. Karte ausgespielt haben. Wer jetzt die meisten Siegpunkte aufweisen kann, ist der Gewinner von Sanssouci!

Spielvariante für mehr Herausforderung

Für diejenigen Spieler, die keine Herausforderung mehr in der Basisversion dieses Brettspiels sehen, gibt es gleich eine Erweiterung mitgeliefert. Diese beinhaltet vier Erweiterungstafeln, auf denen verschiedene Motive zu sehen sind. Wenn man es schafft, diese abzudecken bzw. zu bebauen, erhält man Sondersiegpunkte. Aber Achtung! Es gibt auch rot markierte Felder, diese sollte man wenn möglich meiden. Denn hier hagelt es sofort Minuspunkte.

Wie gut ist das Brettspiel Sanssouci?

Sanssouci gefällt mir richtig gut! Ein lockeres, fluffiges Familienspiel, das man in einer guten halben Stunde spielen kann. Die Anforderungen sind nicht all zu hoch. Wird doch meine Vorgehensweise durch zwei Handkarten bestimmt. Dies wiederum mag bei einigen für Frust Sorgen. Zu wenig bis gar keine Planbarkeit, und man ist auf Gedeih und Verderb den lieben Mitspielern ausgeliefert. Denn es könnte einem ja genau das Plättchen, das man benötigt, von einem anderen Mitspieler vor der Nase weggeschnappt werden! Das ist natürlich Pech, und man muss seinen Plan für den nächsten Zug über den Haufen werfen. Es entstehen daraus sehr unterschiedliche Spielpartien. Manchmal flutscht es und die Siegpunkte purzeln nur so. Und ein anderes Mal könnte man vor Wut in den Tisch beißen, weil einem jemand zum x-ten Mal das benötigte Gartenplättchen genommen hat. Aber gerade das macht ein gutes Spiel für die Familie aus. Nicht planbar bis ins letzte Detail, und ein wenig Glück gehört auch dazu, um zu gewinnen. Die Spielzeit ist human, und es ist auch mit Kindern sehr gut spielbar. Das Material ist, wie gewohnt von Ravensburger, gut und auch die Anleitung lässt keine Fragen offen. Insgesamt ist das Spiel Sanssouci eine feine runde Sache! Daumen nach oben!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8+
Spieldauer (Minuten): 
30-45
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
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