Schweinebande

ein Familienspiel

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 10.10.2010
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Schweinebande von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

In weiser Voraussicht hat der Verlag schon auf dem Cover vermerkt, dass es sich hier um ein Familienspiel handelt, sonst hätte der naive Käufer das Spiel ob seiner Aufmachung vielleicht glatt für ein Kinderspiel gehalten. Die Spielanleitung startet ohne atmosphärische Einstimmung sofort mit Spielmaterial und Spielaufbau. Das Spiel verläuft über vier Runden, die alle gleich ablaufen. Es handelt sich im Prinzip um ein abstraktes Kärtchensammelspiel, das mit dem Thema „Tiere auf dem Bauernhof“ unterlegt ist. Dementsprechend erhält jeder Spieler zu Beginn einen Bauernhof und zwei bis drei Bauern (abhängig von der Anzahl der Mitspieler). Außerdem gibt es fünf Reihenfolgeplättchen, die offen neben den Spielplan gelegt werden.

In der Mitte des Spielplans befinden sich 25 Sechseckfelder, die in einem fünf mal fünf großen Feld angeordnet sind (vielleicht der Viehmarkt, wird aber in der Spielregel nicht extra benannt). Zu Beginn jeder Runde werden jeweils 25 der hundert Tierplättchen, die im Spiel sind, verdeckt auf dem Spielplan ausgelegt.

Wer an der Reihe ist, deckt ein Tierplättchen auf und entscheidet sich dann, ob er einen Bauer auf das Plättchen setzen will oder nicht. So geht es reihum. Sobald ein Spieler seinen letzten Bauer gesetzt hat, nimmt er sich das niedrigste der ausliegenden Reihenfolgeplättchen und darf für diese Runde kein weiteres Tierplättchen mehr aufdecken. Nachdem so der letzte Bauer in dieser Runde gesetzt wurde, werden eventuell noch verdeckt liegende Tierplättchen ebenfalls aufgedeckt und das Einsammeln der Tierplättchen beginnt. Die Reihenfolge beim Einsammeln ist durch die eingesammelten Reihenfolgeplättchen festgelegt. Der Spieler der an der Reihe ist, nimmt das Plättchen auf dem einer seiner Bauern steht. Außerdem nimmt er alle noch ausliegenden Tierplättchen einer Reihe seiner Wahl, die von diesem Bauern ausgeht. Die Reihe endet entweder an einem anderen Bauern oder am letzten ausliegenden Tierplättchen dieser Reihe. Es gibt so viele Einsammelrunden, wie jeder Spieler Bauern im Spiel hat. Die eingesammelten Plättchen legt jeder Spieler offen vor sich ab. Um am Ende Punkte zu bekommen, müssen die Spieler die Tiere nun in ihren Bauernhof bringen. Dazu benötigt man entweder eine Vierergruppe (vier Tiere der gleichen Art) oder eine Sechsergruppe (ein Tier von jeder Art). Dabei kommt jeweils ein Tier (bei der Sechsergruppe das Rind) auf den Bauernhof und der Rest zurück in die Schachtel. Man kann Tiere auch vor sich liegen lassen, diese müssen dann allerdings gefüttert werden. Dies geschieht über Futtermarker. Falls man keine Futtermarker besitzt, kann man Tiere verkaufen und erhält dafür Futtermarker.

Alle weiteren Runden verlaufen wie die erste Runde. Es beginnt immer der Spieler, der das Reihenfolgeplättchen 1 in der vorhergehenden Runde ergattert hat. Nach der vierten Runde gibt es nach der Fütterung noch die Möglichkeit, jeweils vier beliebige Tiere als Vierer-Gruppe einzulösen. Es wird dann jeweils der niedrigste Tierplättchen jeder dieser Gruppen auf den Bauernhof gelegt. Zudem gibt es in der letzten Runde noch eine Schweineprämie, die darin besteht, dass der Spieler, der in dieser Runde vier Schweine offen vor sich liegen hat, zwei davon auf seinen Bauernhof legen darf.

Zum Schluss zählt jeder Spieler die Punkte der Tiere, die er auf seinem Bauernhof liegen hat. Wer die meisten Punkte hat, ist der umsichtigste Bauer.

Das Spiel ist für zwei bis fünf Spieler und funktioniert in allen Besetzungen, wobei es in voller Besetzung natürlich etwas länger dauert. Das viermalige Auslegen von jeweils 25 Plättchen wurde in unseren Spielrunden als etwas lästig empfunden. Außerdem ist natürlich der Glücksfaktor durch das zufällige verdeckte Auslegen recht hoch, sodass man nicht das Gefühl hat, einen großen Entscheidungsspielraum zu besitzen. Schweinebande ist ein unkompliziertes Spiel, das seinem Untertitel „Ein Familienspiel" auf jeden Fall gerecht wird. Es ist schnell erklärt, spielt sich flüssig, weist allerdings auch nach mehrmaligem Spielen keinen besonderen Tiefgang auf.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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