Seasons

eine Spielerezension von Christoph Brandt - 07.03.2013
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Seasons von Libellud

In einem epischen Wettstreit soll der neue Erzmagier von Xidit ermittelt werden. In Seasons treten die Spieler als Zauberer zu diesem Wettstreit an, der über nicht weniger als drei (Spiel-)Jahre geht.

Die Mitte des Spieltisches nimmt bei Seasons eine Jahreszeitenuhr ein. Zusätzlich erhält jeder Spieler ein eigenes Tableau, auf dem er seine elementare Energie sammelt und sein Wissen in Beschwörungslehre angezeigt wird. Zusätzlich gibt es noch eine Karte, auf der das Kristallguthaben und damit die Siegpunkte der Spieler festgehalten werden. Im Zentrum des Brettspiels stehen aber die neun Machtkarten, die in der Einsteigervariante „Zauberlehrling“ den Spielern als vorgegebenes Set zu Spielbeginn ausgehändigt werden. Diese Karten müssen von den Spielern in drei Stapel zu drei Karten aufgeteilt werden. Der erste Stapel wird im ersten Spieljahr, der zweite im zweiten und der dritte im dritten Spieljahr auf die Hand genommen.

Zu Beginn einer jeden Runde wird ein zur Jahreszeit passender Satz Würfel geworfen. Da das Spiel im Januar beginnt, ist dies zu Anfang also der Satz Winterwürfel. Auf den Würfeln sind Symbole die anzeigen, ob man neue elementare Energie, Kristalle, Wissen in Beschwörungslehre, die Möglichkeit zum Tausch von Energie in Kristalle, oder zusätzliche Machtkarten erhält. Beginnend mit dem Startspieler nimmt sich jeder Spieler einen dieser Würfel und legt damit seine Aktionsmöglichkeiten für die Runde fest.

Dann fangen die Spieler bei Seasons mit ihren Beschwörungen an, dass heißt, sie legen Machtkarten aus, sofern sie die dafür notwendigen Kosten an elementarer Energie bezahlen können. Auch das Ausspielen mehrerer Karten ist möglich, sofern ausreichend Energie und zusätzlich genug Wissen in Beschwörungslehre vorhanden ist, je ausgespielter Karte ein Punkt. Dabei gibt es drei grundlegende Arten an Machtkarten: Karten mit einem Soforteffekt, der beim Ausspielen einen einmaligen Vorteil verschafft, Karten mit einem regelmäßigen Effekt, der z.B. immer zu einem Jahreszeitenwechsel einen Vorteil bringt, und schließlich Aktivierungskarten, die ihren Vorteil jede Spielrunde erbringen können, sofern die Aktivierungskosten bezahlt werden. Zusätzlich können sich ausgespielte Machtkarten sinnvoll ergänzen, hier ist also bei Seasons kluges Taktieren und auch ein bisschen Glück bei der Kartenzuteilung notwendig.

Hat jeder Spieler einen der Jahreszeitenwürfel genommen und seine Aktionen durchgeführt, bleibt noch genau ein Würfel übrig. Dieser gibt nun an, wieweit der Marker auf der Jahreszeitenuhr weiter wandert und ob dadurch zum Beispiel ein Jahreszeitenwechsel passiert. Dann wird wieder der zur Jahreszeit passende Würfelsatz geworfen und eine neue Runde wird gespielt. Überschreitet der Marker die Jahresgrenze, so erhalten die Spieler die für das nächste Jahr zurechtgelegten Machtkarten zusätzlich auf die Hand und es wird die nächste Runde gespielt. Ist das dritte Spieljahr beendet, werden die gesammelten Kristalle gezählt, sowie die auf den ausgespielten Machtkarten abgedruckten Punkte und so der Sieger und damit der neue Erzmagier von Xidit gekürt.

Seasons ist ein schon mit den Grundregeln recht komplexes Fantasyspiel, das sich eindeutig nicht an Gelegenheitsspieler richtet. Hat man sich aber erst einmal durch die Regeln gekämpft und beginnt eine erste Ahnung davon zu haben, wie die Machtkarten taktisch klug kombiniert werden können, kann man den Schwierigkeitsgrad von „Zauberlehrling“ auf „Magier“ oder gar „Erzmagier“ erhöhen. Hier kommen dann zusätzliche Machtkarten ins Spiel, und sie werden nicht mehr als vorgegebenes Set bei Spielbeginn ausgegeben, sondern können von den Spielern aus einem gemeinsamen Pool selbst zusammengestellt werden, was den Schwierigkeitsgrad, aber auch den Spielspaß merklich erhöht.

Wer sich von der Komplexität von Seasons genauso wenig Abschrecken lässt wie von dem Fantasy-Hintergrund, der erhält ein erstklassiges Strategiespiel mit überraschender Spieltiefe und einem lang anhaltendem Spielreiz. Für Vielspieler also eine absolute Kaufempfehlung. Nur die Optik des Spiels empfinde ich als ein bisschen gewöhnungsbedürftig, kommt das Design doch in einem sehr poppig-bunten Comicstil daher. Nichts desto trotz würde es mich nicht wundern, wenn Seasons noch den einen oder anderen Spielepreis abräumen würde. Das Potential hierfür ist auf jeden Fall vorhanden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
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