Sei stark. Sag nein!

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 14.09.2014
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Kartenspiel Sei stark sag nein - Foto Pegasus
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Bei Sei stark. Sag nein! von Pegasus Spiele handelt es sich nicht um ein reines Kartenspiel zu Vergnügungszwecken, sondern vielmehr um ein Präventionsspiel, das Kinder vor Gewaltverbrechen schützen soll. Kinder ab 5 Jahren sollen befähigt werden, gefährliche Situationen einzuschätzen und richtiges Verhalten zu erlernen. Dabei stützt sich das Spiel auf folgende vier Grundbausteine, die sich in den Kartensätzen wieder finden: Trainieren der Auffassungsgabe und Beobachtungsfähigkeit, Erlernen von Grundregeln und die Steigerung des Selbstbewusstseins durch sportliche Übungen. Zu Spielbeginn schlüpft ein Elternteil in die Moderatorenrolle und das Kind zieht eine Karte vom Stapel. Es beantwortet die Frage oder führt die entsprechende sportliche Übung aus. Die Karten umfassen Fragen zum Thema, Karten auf denen man etwas Zeigen oder beschreiben muss, kleine Merkaufgaben, die in 20 Sekunden gelöst werden müssen, oder sportliche, spielerische Übungen.

Sei stark. Sag nein! - spielerisch Selbstbewusstsein lernen

Für jede richtige Antwort oder gelöste Aufgabe erhält das Kind einen Punkt. Vorausgesetzt dass mehrere Kinder spielen, gewinnt der Spieler mit der höchsten Endpunktzahl. Je nach Alter des Kindes und Motivation sollte man die Anzahl bis zum Sieg individuell entscheiden, damit es auch mit Freude dabei bleibt.

Die Karten zeigen Alltagssituationen, die Kinder leicht erkennen und wiedererkennen können, und die Aufgaben sind kindgerecht zu lösen. Das Spiel eignet sich besonders, um mit seinen Kindern über das Thema im Allgemeinen ins Gespräch zu kommen, auch über wichtige Rufnummern und das richtige Verhalten zu sprechen. Im Grunde sind es Frage- und Aufgabenstellungen, die man auch ohne das Kartenspiel mit Kindern besprechen kann: Ob man z. B. mit Fremden mitgeht oder welche Handynummer die Eltern haben usw. Es kann hier aber eine gute Unterstützung sein.

Kritik am Kartenspiel Sei stark. Sag nein!

Schade ist, dass die Kinder im Grunde alleine spielen und die Aufgaben alleine lösen. Sicherlich sind sie im Alltag auch alleine in der Situation, aber genau das, macht es für ein Kartenspiel zu pädagogisch, sodass der Wiederspielreiz nicht sehr groß ist. Es ist also als Aufklärungs- und Übungsspiel für den Alltag zu sehen, nicht als Gesellschaftsspiel. Die Anleitung rät dazu, es regelmäßig zu spielen. Es hat aber dann mehr den Effekt von Vokabeln lernen, nämlich den der Wiederholung. Sicherlich spielt man 2-3 Runden, aber dann wissen die Kinder in der Regel Bescheid.

Das Spiel als Mittel zum Zweck

Zu diesem Thema gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Medien. Welche man nutzen mag oder ob überhaupt, ist sicher jedermann selbst überlassen. Dennoch kann man sagen, dass ein solches Spiel eine gute Unterstützung sein kann und sein Ziel der Aufklärung und Sensibilisierung des Themas für Kinder gut umgesetzt. Man sollte sich aber nicht in der Sicherheit wiegen, dass das Spiel ausreicht, um Kinder vor Übergriffen und Gewalt zu schützen. Es kann nur einen kleinen Teil beitragen. Für Kinder ist aber der alltägliche Umgang mit den Themen, wie z. B. Förderung des Selbstvertrauens der Kinder, der Umgang der Eltern in alltäglichen Situationen (Vorbildfunktion) mit Verhaltensregeln etc., ebenso wichtig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5-
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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