Skull King - Das Würfelspiel

eine Spielerezension von Axel Bungart - 16.05.2016
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Skull King - Das Würfelspiel - Foto von Schmidt Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Obwohl das Kartenspiel Skull King nur eine neue Variante von Whist, Wizard oder anderen Stichspielen war, in denen man die Anzahl seiner Stiche voraussagt, war ich davon ziemlich begeistert. Das lag an der wirklich schönen Aufmachung der Karten und dem trickreichen, wenn auch etwas gestörten Verhältnis zwischen Skull King und Mermaid.

Skull-King-Würfel und –Karten sind verwandt

Nun kommt der Skull King als Würfel daher, und er (sowie alle anderen Würfel) erinnern in ihrer Aufmachung an die Karten. Die Spielregel des Würfelspiels ist sehr nahe dran an der des Kartenspiels. Wer das Eine kennt, kennt also fast auch schon das Andere. Wie Skull King funktioniert, könnt Ihr hier nachlesen.

Weggelassen wurden die Scary Mary, denn die ist würfeluntauglich sowie die Escape-Karten, wobei deren Funktion auf andere Würfel verteilt wurde. Eine entscheidende Änderung ist, dass nach dem Würfeln die höchste Zahl gewinnt – egal welche Farbe sie hat. Dazu später.

Sehr kreativ haben sich Autor und Verlag bei der Lösung gezeigt, wie man das Stichemachen würfelisieren kann. Neuerdings gibt es jetzt bemerkenswerterweise ... ähem ... Würfelstiche, was mir neu erscheint. Also quasi wie gehabt: Die Spieler ziehen – je nach Runde – eine Anzahl Würfel aus einem Säckchen und legen sie hinter ihren Sichtschirm. Dann werden – Jo-ho-ho! - die Stiche vorausgesagt. Schließlich würfeln sie rundweise die … Würfelstiche aus, und wer dadurch die vorausgesagte Anzahl an … Würfelstichen erwürfelt, erhält dann auch Punkte. Nach acht Runden siegt der mit den meisten Punkten.

Wie gut ist Skull King - Das Würfelspiel?

Nun ja. Quasi als Disclaimer sollte ich vorausschicken, dass ich nicht eben ein Freund von Würfelspielen bin. Aber dennoch: Wenn etwas überzeugt, dann lasse ich mich auch von einem Würfelspiel mitreißen.

Bei Skull King – Das Würfelspiel von Manfred Reindl (Schmidt Spiele) fange ich beim Begriff … Würfelstiche erst mal an zu stottern. Das ist ein Konstrukt, das zwar am Ende klappt, an das ich mich aber wohl erst noch gewöhnen muss. Was mich aber spieltechnisch wirklich stört ist die Kombination von auf das Rundenergebnis abgestimmter Kartentaktik (die ja per se schon ein gewisses Glücksmoment beinhaltet) und dem letztlich Ergebnis bestimmenden Würfelglück. Das heißt, wenn ich eine gelbe Karte mit dem Wert 2 habe, ist die Wahrscheinlichkeit, damit einen Stich zu machen, sehr gering (aber möglich) und ich kann darauf einen Stich-Tipp abgeben. Habe ich einen gelben Würfel, der zwei Einsen, drei (Escape-) Flaggen und eine Sieben enthält und dazu noch bis zu achtmal im Spiel sein kann, dann ist die Chance, damit einen Stich zu machen nahezu "unberechenbar". Denn die Änderung der Spielregel besagt ja, dass eben die höchste Zahl gewinnt und zwar unabhängig von der Farbe. Damit kann die gelbe Sieben bis hinauf zu den schwarzen Würfeln alles schlagen, sofern sie nach ihnen geworfen wird. Gleiches gilt für die Mermaid oder sogar den Skull King himself. Im Kartenspiel eine ziemlich feste Größe, degenerieren sie hier, neben der gegenseitigen Einflussnahme, wegen der jeweils zwei Flaggen zur Zweidrittelmehrheitsmacht. Was soll man damit nun anfangen?

Das klingt zwar sehr theoretisch, hat sich in den Spielrunden aber genau so bewahrheitet. Spieler, die solche Zufallseinflüsse mögen (und die gab es zugegebenermaßen in meinen Spielrunden), können sogar ab und an schallend lachen, wenn einer mit einer dämlichen Eins einen nie geglaubten Stich macht. Oder wenn sein Zweidrittel-Skull-King eine Fahnen-Bauchlandung macht. Ich finde aber, dass das das Spielprinzip, welches ja im Grunde unverändert geblieben ist, völlig aus dem Ruder wirft. Denn der für Kartenspiele charakteristischen Eigenart wird die eines Würfeslspiels übergestülpt. Das ist, als reize man beim Skat mit dem Kreuzbuben, der dann beim Ausspielen zur Karosieben wird. Quatsch, oder?

Mit Skull King – Das Würfelspiel erhält man eine große Schachtel mit einem kleinen Säckchen schön gestalteter Würfel, ein paar recht stabilen Sichtschirmen, die zudem noch eine klare Übersicht über die Seitenverteilung auf den Würfeln geben, und dem bereits bekannten Würfelblock. Die Regel ist vollkommen in Ordnung, so gesehen ist alles gelungen und fordert auch zum Spielen auf. Thematisch bewegen wir uns wie schon beim Kartenspiel auf wackligen Planken; es ist und bleibt halt ein abstraktes Spiel. Mit allem anderen kann man klar kommen oder nicht. Ich werde eher zum Kartenspiel greifen, denn da weiß man im wahrsten Sinne des Wortes, was man hat.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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