So typisch!

eine Spielerezension von Florian Kirchhof - 24.08.2019
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So typisch! - Ausschnitt - Foto von Schmidt Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

So Typisch – ein kurzweiliges Kartenspiel aus dem Hause Schmidt Spiele ist bei mir auf dem Tisch gelandet. Wie das Spiel funktioniert und ob es Spaß macht, möchte ich an dieser Stelle aufzeigen. Hinter dem Spiel stecken Chiara Zanchetta, Carlo Rigon und Matteo Cimenti. Der kleine überschaubare Spielekarton enthält je 53 liebevoll gestaltete Personen- und Objektkarten, vier Zahlenkarten, zehn Zahlenchips, sowie je einen Plus- und Minus-Chip. Der Grundgedanke hinter dem Spiel sind die tief in uns verwurzelten Stereotypen und Klischees. Und soviel vorweg: Die können zum ein oder anderen Lacher führen.

So typisch - wie wird gespielt?

Das Spielprinzip ist wahnsinnig einfach erklärt: Alle spielen gemeinsam gegen das Spiel oder besser gesagt, gegen die Vorurteile, die sich so im Laufe eines Lebens in uns einschleichen. In der Mitte des Tischs werden die vier Zahlenkarten verteilt, danach werden separat voneinander die Objekt- und Personenkarten gemischt und verdeckt bereitgestellt. Der Startspieler zieht jeweils vier Karten und platziert sie unter den Zahlenkarten, eine Reihe Personen, eine Reihe Objekte.

So typisch! - Aufbau - Foto von Schmidt Spiele

Nun ist es Aufgabe, die Objekte mit den Personen zu verbinden, dafür wird unter jedes Objekt verdeckt der Zahlenchip gelegt, der zur entsprechenden Person führt. Also Objekt unter Zahlenkarte 1 wird mit Person unter Zahlenkarte 3 verbunden, also kommt der Zahlenchip 3 unter das Objekt 1. Dabei bleibt es still, niemand darf reden. Sind die Chips verdeckt verteilt, ist es Aufgabe der restlichen Spieler zu erraten, wie sich der Startspieler entschieden hat, welche Person hat er mit welchem Objekt verknüpft und warum. Hier darf wild spekuliert, geraten, geredet etc. werden, nur der Startspieler bleibt weiterhin verstummt. Hat das Rateteam sich entschieden, werden die verdeckten Chips umgedreht und für jede Übereinstimmung landen die entsprechenden Karten unter dem Plus-Chip, für jeden Fehlschlag unter dem Minus-Chip. Nun ist der nächste Spieler der „Zuordner“ und zieht je vier neue Karten. Gespielt wird, solange es gewünscht ist und Spaß macht oder bis alle Karten aufgebraucht sind. Gewonnen haben wir, wenn mehr Karten unter Plus als unter Minus zu finden sind.

Fazit: Lohnt sich das Gesellschaftsspiel So typisch?

Ich finde das Spiel ziemlich witzig für zwischendurch. Es ist angenehm leicht und locker und nicht umsonst ab acht Jahren spielbar. Besonders toll ist der Aspekt, dass es nicht nur um die eigenen Stereotype geht, sondern auch um die allgemeinen und um die des „Zuordners“. Wir rutschen also schnell mal auf die Meta-Ebene: Was denke ich, denkt sich der aktive Spieler bei diesen Objekten und Personen und was wird er wem wie zuordnen. Und das alles wird auch noch im Team besprochen und je verrückter es wird, desto schwieriger wird es für den aktiven Spieler, still zu bleiben und keine Miene zu verziehen. Und ganz nebenbei erfährt man die verrücktesten Begründungen für Zuordnungen. Alles nach dem Motto: „Klar, ordne ich dem Koch das Gift zu und dem Baby den Plattenspieler, ist doch total logisch?“. Was einem selber noch völlig selbstverständlich vorkommt, kann Minuten später ein ziemlich merkwürdiges Licht auf einen werfen. Und ganz nebenbei weiß man nie, ob der aktive Spieler es gerade ernst mein oder einfach lustig, das Spiel bietet also jede Menge klärenden Gesprächsstoff.

So typisch! - Schachtel - Foto von Schmidt SpieleAufgrund der Menge an Karten und zufälligen Konstellationen ist keine Spielrunde wie die andere und ein Wiederspielwert automatisch gegeben. Wenngleich ich finde, dass es kein Spiel für mehrere Stunden ist. Es macht für eine Weile viel Spaß und dient gut als gelungene Abwechslung an einem Spieleabend, möchte und kann diesen jedoch nicht komplett füllen. Besonders hervorzuheben sind die wahnsinnig gut gelungenen Illustrationen. Die Charaktere sehen wahnsinnig witzig aus und erinnern immer wieder an bekannte Charaktere aus Film und Videospielen. Jedenfalls ging es uns so, dass wir immer das Gefühl hatten: „Naaa, den Charakter kennen wir doch so ähnlich, oder?“ Neben der tollen Illustration wirkt das Spiel alles in allem auch sehr hochwertig verarbeitet und die Karten scheinen eine gute Lebensdauer zu haben.

Ich kann So typisch als kleines Spiel für zwischendurch oder als lustiges auflockerndes Partyspiel wirklich empfehlen. Man kommt ins Gespräch, wird lachen, sich wundern und definitiv Spaß haben. Getestet habe ich das bisher nicht, aber ich glaube mit dem ein oder anderen vorangegangenen Bier wird die ganze Nummer nochmal lustiger.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
3-8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Fotos
So typisch! - Aufbau - Foto von Schmidt Spiele
So typisch! - Schachtel - Foto von Schmidt Spiele
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