Sola fide

Die Reformation

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 09.04.2018
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Sola fide - Foto von Spielworxx
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Bei Z-Man Games erschien 2009 das Spiel Campaign Manager 2008. Das Spiel versucht den Wahlkampf zwischen Obama und McCain aus dem Jahr 2008 nachzuempfinden. Als das 500-jährige Reformationsjubiläum vor der Tür steht, erinnert sich Uli Blennemann von Spielworxx an dieses Spiel und fragt Jason Matthews, einen der beiden Autoren, ob sich das Spiel nicht auch für das Thema „Reformation“ umsetzen ließe. Ohne große Änderung an der Spielmechanik kommt das Spiel mit neuem Thema Ende 2016 – sozusagen als Einstimmung auf das Jubiläum 2017 - bei Spielworxx als Sola fide heraus.

Sola  Fide kommt aus dem Lateinischen und heißt „allein durch den Glauben“. Es handelt sich hier um einen theologischen Grundsatz, der die Überzeugung ausdrückt, dass man allein durch den Glauben das ewige Leben erlangen kann.

Allein durch den Glauben lässt sich Sola fide sicherlich nicht gewinnen oder vielleicht doch? Unsere Rezension wird es zeigen.

Worum geht es beim 2er-Spiel Sola fide?

Die 20 Wahlkreiskarten bei Campaign Manager werden durch die zehn Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches, die zu Beginn des Spiels pyramidenförmig aufgebaut werden, ersetzt. Zu Beginn sind nur die drei Reichskreise an der Spitze der Pyramide aufgedeckt. Eine Reichskreiskarte ist so aufgebaut, dass es auf zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils fünf Territorien gibt, die zum Teil katholisch, zum Teil protestantisch und zum Teil neutral sind. Auf den beiden anderen Seiten sind auf einer Seite der Name und die Siegpunkte und auf der anderen Seite eine Machtskala, die aus vier Feldern besteht. Die oberen beiden Felder stehen für die Seite der Adligen, die unteren beiden Felder für die Seite des Volkes. Ein gelber Machtstein zeigt an, welche Seite in einem Reichskreis gerade die vorherrschende ist. Mit manchen Karten kann man noch zusätzlich einen Disputationsmarker in einem Reichskreis setzen.

Hat ein Spieler in einem Reichskreis die gerade vorherrschende Seite ganz unter seiner Kontrolle, so markiert er diesen Reichskreis mit einem seiner Einflussmarker. Befindet sich der Disputationsmarker in diesem Reichskreis, so erhält der Spieler zusätzlich einen Belohnungsmarker.

Jeder Spieler besitzt ein eigenes Deck mit 45 Karten. Die katholischen Karten sind – wie sollte es anders sein – schwarz und die protestantischen rot. Aus diesen Karten wählt jeder für das Spiel 15 Karten aus und zwar, indem er immer drei Karten von seinem Kartenstapel zieht, eine davon behält und die anderen beiden abwirft. Die abgeworfenen Karten kommen in dieser Runde nicht zum Einsatz. Sechs katholische Karten sind Militärkarten. Da die Protestanten nicht so kriegerisch eingestellt sind, weist ihr Kartenstapel keine solchen Karten auf.  Als Ausgleich dürfen sie immer, wenn eine Militärkarte ausgespielt wird, mithilfe einer Militärtabelle einen Bonus erwürfeln.  In den Genuss ausländischer Einflusskarten kann ebenfalls nur der katholische Spieler kommen. Hier erweisen sich vor allem die grünen Karten als sehr stark. Im Gegensatz zum katholischen Spieler kann der Protestant neutrale Territorien in einem Kreis mit einer Karte komplett umwandeln.  

Nachdem der letzte Reichskreis von einem der Spieler übernommen wurde, endet das Spiel. Jeder Spieler zählt nun die Siegpunkte seiner Reichskreise und addiert die Zahl seiner erhaltenen Belohnungsmarker. Wer die meisten Siegpunkten sammelt, gewinnt das Spiel für zwei Personen und hat sich einen Platz im Spielerhimmel verdient.

Lohnt sich Sola fide?

Von den Regeln her hört sich das Spiel erst einmal gut an. Im Spielgeschehen zeigt sich jedoch dann leider, dass die Züge sich wiederholen und dass das Spiel im Wesentlichen aus einer auf Dauer etwas langweiligen Hin- und Herschieberei von Markern besteht. Außerdem hat sich in unseren Runden gezeigt, dass sich das Spiel allein durch den rechten Glauben gewinnen lässt, allerdings muss es der rechte Glaube, in diesem Fall der Katholische sein. Das ist schade, da Sola fide uns aber auch ansonsten nicht recht begeistert hat, wird es eher nicht mehr auf unserem Spieltisch landen.

Schön dass es ein Beiheft mit zusätzlichen Informationen zu den Karten gibt, was für die wissbegierigen unter uns Spielern auf jeden Fall ein Gewinn ist. Schade dass die Funktion der Karten dort keine Erwähnung mehr findet.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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