Spookies

eine Spielerezension von Riemi - 26.09.2015
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Familienspiel Spookies - Foto von Haba
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Vier Freunde und ein Hund sind auf dem Weg zur alten Bruchbude am Stadtrand. Dort soll es angeblich spuken. Noch ahnen sie nicht, auf was sie sich eingelassen haben. Sie wollen herausfinden, wer die oder der Mutigste von den Freunden ist. Ihr Spiel heißt, wer traut sich bis nach ganz oben. Unser Spiel heißt: Spookies und stammt von Stafan Kloß (Haba). Spookies ist auch das, was wir uns verdienen wollen.

Wie wird Spookies gespielt?

Ein geisterhaftes, diffuses grünes Licht umgibt die alte Villa. Stimmungsvoll von dem Illustrator Michael Menzel in Szene gesetzt. Die Spielfiguren bauen sich vor dem Eingangstor auf und warten auf den Start des Spiels. Da niemand eine feste Spielfigur sein Eigen nennen darf, wird vor jedem Spielzug mit einem Würfel eine Spielfigur zugelost. Über den Garten in die Villa und dann Etage über Etage nach oben ins Dachgeschoss. Bevor es losgeht, muss noch ein Blick rechts vom Haus geworfen werden. Da kann von einer Tabelle abgelesen werden, was uns das Risiko wert ist. Die Belohnung für den Wagemut der Spieler sind die schon benannten Spookies. Kleine Pappmarker mit Zahlen in den Werten Eins bis Fünf. Allerdings sehen die Spieler nur die Rückseite von den 75 (im Spiel zu viert und zu fünft) ausliegenden Spookies.

Jeder Schritt ins Haus wird erwürfelt. Jeder zusätzlicher Würfel, der gebraucht wird, verringert die Zahl an Spookies, die sich der Spieler nach einem erfolgreichen Wurf nehmen darf. Bis zu vier Würfel dürfen geworfen werden. Es werden aber immer nur die zwei Würfel mit den höchsten Augenzahlen zusammengezählt. Für jede Etage muss ein Mindestwurf hingelegt werden. Ganz unten reicht eine Fünf. Ganz oben muss schon eine Zwölf her. In den unteren Etagen werden Hasenfüße nicht belohnt. Wenn man dort ist, wird man gezwungen, mit zwei Würfeln zu arbeiten. Belohnung im Garten: Ein Spookie. Mit drei Würfeln hätte es im Erfolgsfall keinen einzigen Spookie gegeben. Mit jedem Aufstieg steigt aber auch das Risiko. Aber nur die Risikobereitschaft wird im Erfolgsfall richtig belohnt. Nach einem erfolgreichen Wurf, darf sich der Spieler entscheiden, aufzuhören oder weiterzuspielen. Schafft er den nächsten Schritt nicht, werden zur Strafe Spookies abgegeben und im Haus abgelegt. Sie können später von jedem Spieler wieder eingesammelt werden, der diese Etage mit zwei Würfeln erklimmt. Wenn alle Spookies verteilt sind, wird abgerechnet. Wer danach den höchsten Zahlenwert vorweisen kann, gewinnt.

Wie gut ist Spookies?

Klingt spannend. Könnte spannend sein. Ist es aber nicht. Spookies fühlt sich beim Spielen an, als wäre das Brettspiel nicht fertig geworden. Eigentlich hat Spookies Potenzial. Es raubt sich aber selber die Spannung, weil das Risiko zu stark belohnt wird. Ein Durchmarsch nach ganz oben mit zwei Würfeln bringt 42 Spookies! Davon träumt jeder Spieler und versucht immer wieder sein Glück. Auch Kinder. Da keiner die Werte der Spookies kennt, ist es dem Einzelnen egal, wenn er welche abgeben muss. Ein Beispiel: Wenn es eine Figur mit zwei Würfeln in die fünfte Etage schafft, liegen sechzehn Spookies vor dem Spieler. Bei einem Absturz bis ganz nach unten, müssen fünf Spookiemarker abgegeben werden. So what! Es bleiben einem immerhin elf Marker übrig. Sollte der nächste Sprung gelingen, hat man schon 26 Marker. Der komplette Absturz kostet dann sechs Marker. Der Einsatz eines dritten Würfels reduziert den Markergewinn erheblich. Der vierte Würfel kommt deswegen so gut wie nie zum Einsatz, weil hier der Gewinn richtig läppisch wirkt. Auch das Zählen der Punkte nach dem Spiel macht keinen richtigen Spaß, da an der jeweiligen Spookies-Türmchenhöhe schon abgelesen werden kann, wer gewinnt.

Spookies ist ein Familienspiel im Kinderformat. Ein Spiel, das nicht weiß, was es sein will. Warum nicht einen richtigen Mechanismus a la Can't Stop? Wer versagt, gibt seine Strafe an das Haus ab. Der Rest kommt in den Vorrat zurück. Warum nicht die Marker nach dem Erhalt umdrehen, damit man sieht, was auf dem Spiel steht? Es wurde einfach kein Reiz geschaffen, das vermeidliche Risiko so zu erhöhen, dass die Angst die Spieler dazu "zwingt", weitere Würfel zu nehmen oder aufzuhören. Auch die Variante, in der man sich die Spielfigur selber aussuchen darf, ändert nichts daran: Es wird ohne größeren Elan vor sich hingewürfelt, bis man abstürzt. Denn, wer vorzeitig aufhört, riskiert, dass der nachfolgende Spieler richtig absahnt. Schade, hier wurde ein Gesellschaftsspiel mit einer guten Spielidee viel zu weich gespült. Mehr Spookie und Spannung hätte diesem Spiel gut getan.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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