Spy

eine Spielerezension von Anita Borchers - 12.07.2008
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Spy von Anita Borchers
Lesezeit: ca. 3 Minuten

In Spy versuchen die Bewohner verschiedener Planeten, die Kontrolle über das gesamte Universum zu erlangen. Ihre Aufgabe ist es, die Bewohner der anderen Planeten zu vernichten. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Bewohners einer der vier Planeten: Kadur, Ishtar, Shabtay oder Ma'adim. Einwohner desselben Planeten bilden ein Team. Während des Spieles suchen die Spieler ihre Teammitglieder und versuchen die Bewohner anderer Planeten, einen nach dem anderen zu vernichten.

Jede Runde besteht aus einer Diplomatiephase und einer Vernichtungsphase. In der Diplomatiephase versuchen die Spieler herauszufinden, von welchem Planeten die anderen Spieler stammen. Zum Beispiel diskutieren die Spieler darüber, wen sie in der Vernichtungsphase vergiften wollen oder sie versuchen die Mitspieler von ihrer eigenen Herkunft zu überzeugen. Jede Form von Diskussion und Diplomatie sind in dieser Phase erlaubt. Durch Ausschlussverfahren und mögliche Nutzung der Charaktereigenschaften versuchen die Spieler, mehr über ihre Mitspieler herauszufinden.

In der anschließenden Vernichtungsphase versuchen sich die Spieler, entweder öffentlich oder geheim, zu vergiften und somit aus dem Spiel zu werfen. Welche Variante gespielt wird, entscheidet der sogenannte Präsident, der jede Runde wechselt und über den korrekten Spielablauf wacht. In der öffentlichen Variante werfen alle Spieler gleichzeitig ihre Giftpille in den Becher eines Mitspielers. In der geheimen Variante schiebt jeder Spieler der Reihe nach seine Giftpille unter den umgedrehten Becher eines Mitspielers. Während dieser Aktion haben alle anderen Spieler, bis auf den Präsidenten, die Augen geschlossen. Ob offen oder verdeckt, am Ende muss der Spieler aus dem Spiel ausscheiden, in dessen Becher die meisten Giftpillen gelandet sind. Das Präsidentenamt wechselt und schon beginnt die nächste Runde. Dieses wird fortgesetzt, bis nur noch Spieler eines Planeten im Spiel sind.

Jeder Spieler verfügt über eine Charakterkarte, mit deren Hilfe er einmalig im Spiel seine besonderen Fähigkeiten ausnutzen darf und so Einfluss auf den oben beschriebenen Spielablauf nehmen kann. So kann er z. B. einen Spieler vor Vergiftung schützen oder sich eine fremde Planetenkarte ansehen. Da die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere nicht auf der jeweiligen Karte beschrieben ist, sollte man die Spielanleitung nicht zu weit weg legen.

Bemerkenswert ist, dass Spy mit vier bis 20 Spielern spielbar ist. Hier können viele fiese Charaktere herrlich intrigieren, hoffentlich aber auch beobachten, verhandeln und kombinieren. Ebenfalls zu bemerken ist, dass der Sieger durch das stetige Ausscheiden der anderen Spieler ermittelt wird. Ob die ausgeschiedenen Mitspieler gebannt dem weiteren Spielverlauf folgen, sich deutlich vernehmbar langweilen und gar schon mal nach Hause gehen oder in der Zwischenzeit den Kühlschrank plündern, mag von der Leidensfähigkeit jedes einzelnen abzuhängen.

Spy ist ein englischsprachiges Spiel, das neben dem eigenen Spielmaterial auch Erweiterungskarten (actioncards) für das Spiel Anera's Arena bereit hält. Für Menschen, die etwas Schulenglisch mitbringen, ist die gut strukturierte und bebilderte Spielanleitung verständlich geschrieben und der recht einfache Spielmechanismus schnell verstanden. Alle anderen finden die übersetzte Anleitung auf der Webseite des Herstellers.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
5 - 20
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
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