Stern von Afrika

eine Spielerezension von Michael Weber - 13.09.2015
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Stern von Afrika - Foto von Piatnik
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Okay, einen Moment habe ich überlegt, dieses Gesellschaftsspiel in unser Spielemuseum aufzunehmen und keine aktuelle Rezension zu verfassen. Aber irgendwie ist es eine Neuauflage und damit im Jahre 2015 natürlich auch ein "neues" Spiel. Daher also doch eine normale Rezension.

Es geht um Stern von Afrika, das auch als African Star bekannt ist. Erstmals ist dieses Laufspiel von Kari Mannerla bereits in den 1950er-Jahren veröffentlicht worden. Entsprechend wirkt vieles etwas altbacken. Immerhin hat es sich aber nach Angaben von Piatnik weltweit bereits mehr als vier Millionen Mal verkauft.

So wird Stern von Afrika gespielt

Natürlich geht es um Afrika und wer den Titel nie gehört hat: Es handelt sich bei African Star um einen der größten und schönsten Diamanten. So geht es im Spiel darum, von Tanger oder Kairo aus den Kontinent zu entdecken – in der Hoffnung eben diesen Diamanten zu finden. Dabei geht es auf dem Land, zu Wasser oder in der Luft bis zu einem nächsten Knotenpunkt (Stadt usw.). Mit Glück kann der jeweilige Spieler dort unter einen Spielstein schauen. Dort findet er dann hoffentlich einen wertvollen Diamanten, vielleicht sogar den Stern von Afrika, aber mitunter nichts oder einen Räuber sowie die Chance, den Stern von Afrika einem Mitspieler abzuluchsen.

Letztlich kostet alles Geld, das es aber vielerorts im Vorbeigehen zu verdienen gibt. Im Grunde lässt sich das gesamte Spiel aber auf folgende Monopoly-ähnliche Aktionen reduzieren: Würfeln, Geld kassieren, Geld bezahlen, unter den Spielstein schauen. Wer dabei das Glück hat, den Diamanten zu finden und als Erster zum Ausgangsort zurückzubringen, gewinnt bei Stern von Afrika.

Wie gut ist das Brettspiel Stern von Afrika?

Stern von Afrika war seinerzeit vielleicht ein grandioses Brettspiel, das vor dem Hintergrund der Zeit spannend und durchaus innovativ war. Heute ist es dagegen ein mühsames Laufspiel, das allein durch Würfel gesteuert wird. Das ist eindeutig zu wenig. Entsprechend hat diese Auflage allenfalls eine Berechtigung als Erinnerungsstück an alte Zeiten. Spielerisch hingegen ist es schlicht überholt. Denn, hey, Afrika! Afrika!!! Das ist der Kontinent der Abenteuer, der Ruf der Wildnis und die Chance auf Gefahren. Eine thematische Umsetzung wäre heute um ein Vielfaches spannender als das, was Stern von Afrika zu vermitteln vermag. Immerhin sind Illustrationen und Material ganz gut gelungen. Auch wenn man kleinen Details eine "kolonialistische Zielrichtung" zusprechen kann. Und das ist negativ gemeint.

Es mag Menschen geben, die Stern von Afrika dennoch gern spielen. Ich kenne allerdings niemanden und befürchte, dass ich irgendwann doch noch eine neue Vitrine im virtuellen Spielemuseum Ludomu aufstellen werde. Denn dort gehört es hin. Als kleiner Meilenstein der Brettspielgeschichte. Immerhin. Aber mehr ist es heute leider definitiv nicht mehr.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
40
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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