Sternsammler

eine Spielerezension von Riemi - 31.07.2007
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Sternsammler von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Und wieder ein Märchen: Sterntaler, die Geschichte eines, durch eigenes verschulden, mittellosen Mädchens, welche auf unvorhersehbare Art zu Reichtum gekommen ist, in dem sie ihre Schürze - eigentlich ein geschenktes seidenes Gewand - aufgehalten hatte, worauf diese mit Gold gefüllt wurde.

Der große Karton verspricht eine opulente Ausstattung. Und in der Tat muss vor jeden Spielbeginn bei Sternsammler eine große 3D-Spielelandschaft geschaffen werden. Von einem Turm in der Spielfeldmitte gehen wie bei einem Kraken vier Aquädukte in Richtung einer Außenlaufbahn ab. Statt Wasser rollen in ihnen die Sterntaler zu einem Tor. Der Spieler, der gerade an der Reihe ist, nimmt sich den Farbwürfel und darf danach, bis zum Feld in der angegebenen Farbe vorrücken oder, wenn der Würfel ein Tor anzeigt, bis zum nächsten Durchgang. Unter einem Tor lässt es sich gut stehen, regnet es doch dann in der Regel Taler. Die so gewonnen Punkte kommen in einen Sack. Sack trifft es nicht ganz, es ist ein Beutel, der an ein glänzendes Fliegenhinterteil erinnert und, wenn man ihn anpackt, ein Gefühl von Gänsehaut erzeugt. Als letzte Aktion nimmt man immer nach dem Setzten einen neuen Taler aus dem Turm und darf ihn in einen beliebigen - Ausnahme: Nicht da, wo gerade Taler nieder gegangen sind - „Arm“ einlegen. Er rollt dann quasi alleine zum Torbogen. Wenn die Sternentaler in den Beuteln verteilt sind, wird abgerechnet. Einfach den Beutel ausschütten, die Taler stapeln und gegeneinander vergleichen. Der höchste Turm gewinnt. In der Variante kommen noch zusätzlich Silbertaler ins Spiel. Sie dienen zur Spielverlängerung und machen das Spiel „taktischer“, da immer nur bis zu einem Farbwechsel (Gold/Silber) die Taler niederprasseln.

Es gibt zwei unterschiedliche Spielgefühle. Am Anfang gibt nichts zu meckern. Es geht flüssig voran und macht den Kindern Spaß. Nur wenn die Taler verbraucht sind und die Torbögen „blank“ bleiben, wünschen sie sich ein schnelleres Ende herbei. Wenn der Würfel „zickt“, kann es ganz schön langatmig werden. Das betrifft insbesondere die Variante. Irgendwann sind es die Kinder satt, ständig unter einem Tor zu stehen, was nichts mehr hergibt und an den gefüllten Toren vorbei zu laufen. Wir haben uns dann so beholfen, dass die leeren Arme, wenn keine Münzen mehr im Turm vorhanden waren, abgebaut worden sind. Damit wurde zumindest bei einem gewürfelten Tor garantiert, das der Spieler Taler bekommt. Das Grundspiel sollte deswegen vorgezogen werden. Gut ist die Einschätzung der Redaktion bei der Altersangabe. Sie trifft absolut zu. Allerdings ist die Größe des Spiels auch eine Hürde für die Armlänge von kleineren Spielern.

Bei Sternsammler wünscht man sich eine Schrumpfung des Spiels. Dann könnte man sagen: „Es passt und kann für Kindergartenkinder empfohlen werden“. In der vorliegenden Aufmachung, ist es einfach „too much“.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
3 - 8
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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