Talat

Die Kraft der Drei

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 28.04.2013
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Talat von Huch and friends
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der Untertitel dieses Spieles klingt etwas mystisch. In diese Richtung geht auch die Auswahl der Schriftart bei der Spielregel. Die ganze Regel hat dadurch eine leicht orientalische Anmutung. Das Spiel selbst dagegen ist rein abstrakt und lässt keinerlei Spielraum für mystische Erwägungen. Die Zahl drei dagegen spielt bei Talat eine durchgängige Rolle (Talat steht für die arabische Zahl drei. Das Spiel ist für 3 Spieler und hat 3 Spielpläne. Es gibt 27 Türme, je 9 in 3 verschiedenen Farben.

Die 3 Spielpläne werden zu Beginn zu einem Dreieck zusammengelegt. Auf diese Weise hat jeder Spieler die beiden Spielpläne mit den Startlinien seiner Farbe vor sich liegen. Jeder Spieler erhält die 9 Türme seiner Farbe, die abwechselnd auf den eigenen Startlinien platziert werden. Da sich auf jeder Startlinie 5 Startfelder befinden, bleibt jeweils ein Feld auf einer der beiden Startlinien frei.

Nachdem alle Türme eingesetzt sind, bewegen die Spieler in ihrem Zug einen beliebigen eigenen Turm um ein Feld in gerader oder diagonaler Linie vorwärts auf ein freies Feld. Rückwärts ziehen und überspringen ist nicht erlaubt. Unter folgenden Bedingungen darf auch geschlagen werden: Ein Turm kann einen anderen Turm schlagen, wenn dieser genau eine Stufe kleiner ist. Bei gleich hohen Türmen kann der Turm mit mehr Ecken den Turm mit weniger Ecken schlagen. Einzige Ausnahmeregel (um den Kreis zu schließen): Das kleine Dreieck schlägt das große Sechseck. Es besteht kein Schlagzwang.

Sobald auf einem der drei Spielpläne kein Schlagen mehr möglich ist, kann dort kein Turm mehr bewegt werden. Wenn auf zwei Spielplänen kein Schlagen mehr möglich ist, endet das Spiel. Jeder geschlagene gegnerische Turm wird jetzt mit 5 Punkten gewertet und jeder eigene Turm auf einer gegnerischen Startlinie zählt 3 Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Wird Talat zu zweit gespielt, gilt es einige Änderungen zu beachten. In diesem Fall beteiligt sich ein „Zihin“ (arabisch für „Geist“) am Spiel. Acht Türme dieses Spielers werden zu Beginn von den beiden Spielern abwechselnd eingesetzt. In der Bewegungsphase gibt es zusätzlich die Möglichkeit mit einem Zihin-Turm auf dem Spielplan des Gegners zu ziehen oder zu schlagen. Bei der Wertung gibt es zusätzliche drei Punkte für jeden Zihin-Turm auf der Startlinie des Gegners.

Die Spielsteine hinterlassen einen guten Eindruck, im Gegensatz zu den drei Spielbrettern, die sich zumindest in meinem Exemplar schon nach kurzer Zeit verzogen haben und nicht mehr plan auf dem Tisch liegen.

Das Spielen auf zwei Spielplänen gleichzeitig hat durchaus seinen eigenen Reiz. Schon beim Einsetzen der Figuren gilt es genau darauf zu achten, auf welches Brett man welche Figur setzt. Die Goliath-Regel kann man z. B. nur anwenden, wenn das eigene kleine Dreieck auf demselben Spielplan steht, wie der große Sechseckturm des Gegners.

Bei drei Spielern besteht das Risiko, dass sich zwei Spieler gegen einen verbünden, das liegt wohl in der Natur der Sache/des Menschen.

Talat spielt sich recht flott. Dadurch, dass die Spielbretter nur 5*5 Felder groß sind (d. h., zwischen den Grundlinien der Kontrahenten sind nur drei leere Reihen) ist man sehr schnell mitten im Spielgeschehen. Wer abstrakte Spiele liebt, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf Talat werfen. Wenn nicht zu viel gegrübelt wird, eignet es sich auch hervorragend für eine schnelle Partie zwischendurch.

Talat ist für drei Spieler konzipiert. Die Variante für zwei Spieler ist konstruiert und nicht wirklich empfehlenswert.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 3
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
33
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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