Tante Trudels Trödel

eine Spielerezension von Michael Weber - 16.03.2012
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Tante Trudels Trödel von Zoch Verlag
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Allein für den Namen müsste man dem Verlag das Spiel um die Ohren hauen. Wer bitte soll Tante Trudels Trödel mehrfach hintereinander unfallfrei aussprechen? Tante Trudels Trödel, Tante Trudes Trödel, Tante Trudels Trösel … Und dann das Spiel selbst, das einer tollen Idee folgt, aber letztlich nicht zu überzeugen weiß. Ich habe es mir jedenfalls angetan und das in verschiedenen Spielrunden mit gestandenen und weniger gestandenen Spielern. In allen war das Spiel ein totaler Flop. Warum? Darum!

Genau genommen ist es ein ganz einfaches Spiel. Auf einem Spielbrett mit fünf mal fünf Feldern werden verschiedene Holzfiguren gestellt. Ein anderer Teil liegt als Tante Trudels Trödel auf einer Waage. Nun müssen die Spieler um das Brett herumziehen, was im Groben dem Mechanismus von Kupferkessel Co. folgt. Dabei nehmen Sie je nach Würfelwurf Holzfiguren auf, legen sie ab oder tauschen sie aus. Manchmal auch untereinander. Ziel: Möglichst das auf der Waage liegende Gewicht abschätzen. So weit, so langweilig. Irgendwann sind alle einmal herum und das Finale ist da.

Am Ende wird der gesammelte Trödel (also die Holzfiguren) gegen Tante Trudels Trödel (fast schon ein Vertipper - gut, dass ich den Text nicht ständig vorlesen muss) aufgewogen. Wer am nächsten am vorgegebenen Gewicht liegt, aber dieses nicht überschreitet, gewinnt das Spiel.

Sicher, ein kleines interaktives Moment, tolles Material (bis auf die Waage) und ein einfaches Prinzip – Tante Trudels Trödel hätte gut sein können. Ist es aber nicht. So sehr mich die freundliche Oma lieb anlächelt, es kommt keine Spannung, keine Stimmung, kein gar nichts auf. Nicht einmal bei mitspielenden Kindern. Der einzige Lichtblick wird dann auch noch vom Material aufgefressen. Denn so toll es gedacht ist, die Holzteile im Gewicht abzuschätzen, zählt am Ende die Waage. Und die ist ein echtes Ärgernis. Klar kann man keine geeichte Metallwaage ins Spiel legen, das wäre unbezahlbar. Aber die Pappwaage mit den Waagschalen ist alles andere als genau und stabil. Eine leichte Berührung an der falschen Stelle und die Justierung wird ungenau. Jetzt könnte man dem Spiel zugutehalten, dass man es nicht so genau nehmen muss – aber bitte, wir spielen hier um relative Gewichtsunterschiede und das kindische Gewinnenwollen ist den Spielern eben nicht auszutreiben. Aber eine Waage, die ungenau ist, und die Siegbedingung schließen sich etwas aus. Gut, dass der Ablauf an sich auch schon eher langweilig ist, da fällt dieses Manko – Achtung Wortspiel – kaum noch ins Gewicht. Fazit für Tante Trudels Trödel: gute Idee, mäßige Umsetzung, wenig Spielspaß.
 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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