Tee Off! - Das Golf-Brettspiel

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Tee Off! - Das Golf-Brettspiel von Reich der Spiele
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Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ein wahres Prachtstück von Spielbrett. Auf 98 mal 68 Zentimetern dürfen unsere Spielfiguren von Loch zu Loch ziehen. Ein Golfplatz ist halt groß. Die Illustration ist stimmig. Die Spieler fühlen sich wie auf einem echten Golfplatz. Je nach Anlage der Bahn und Entfernung zum Loch ist bei den Schlägen das richtige Eisen zu wählen. Wer dabei häufiger unter Par bleibt, hat gute Chancen, den Kurs zu gewinnen. Zunächst gibt die Spielanleitung einen wirklich informativen Überblick über Golf-Begriffe, ohne die eine echte Golfsimulation nicht auskommt. Löcher heißen Hole, Abschlagsplätze Tee, Schläger unter anderem Eisen. Die Spielfiguren starten bei Loch Eins, Entschuldigung Tee One, einer 330-Meter-Bahn. Nun heißt es, das richtige Eisen zu wählen, um möglichst nahe an das Grün und damit ans Loch, äh Hole zu kommen. Die Wahl fällt auf den Diver, mit dem der Ball ungefähr 220 Meter weit fliegt. Mit etwas Glück auch weiter, mit Pech landet der Ball im Wasser. Das kostet einen Schlag. Liegt der Ball dann auf oder nahe dem Grün, chippen oder putten wir den Ball - hoffentlich - ins Loch. Glück. Ja, da war ja noch etwas. Konzeption und Umsetzung der Golfregeln sind gelungen. Aber, um einen Verlagsvertreter zu zitieren, "beim echten Golf ist viel vom Glück abhängig". Die Spieler haben kein Handicap, sondern spielen alle auf dem gleichen Level. Was dazu führt, dass einer beim ersten Loch vorne liegt, am nächsten hoffnungslos an Boden verlieren kann. Ursache dieser Glücksabhängigkeit ist die "Schlägerscheibe", ein wirklich gut verarbeitetes und ansehnliches Instrument, um den Erfolg der Schläge "auszudrehen". So schön und gut gemacht die Scheibe auch ist - sie frustriert. Besonders dann, wenn man doch eigentlich weiß, wie es geht, und auf dem Grün dann doch vier Mal am Loch vorbei puttet. Zack, liegt man bei acht oder zehn Schlägen für ein einziges Loch. Zu viel. Viel zu viel. Und ein Golfplatz besteht ja aus 18 laaaangen Bahnen. Der große Glücksfaktor ist gewollt, keine Frage, aber er zerstört den Spielspaß dieser guten Spielidee. Da hilft es nur, in geselliger Runde bei einigen Genussmitteln das Gehirn an der Schlägerscheibe abzugeben und einfach zu drehen, was das Zeug hält. Mit Golf hat das trotz realistischer Ansätze letztlich dann leider doch nicht so viel zu tun. Besser wäre es gewesen, die Schlagweite und Putt-Erfolge etwas wahrscheinlicher und für die einzelnen Spieler weniger schwankend zu gestalten. Denkbar wären zum Beispiel Handicapkarten, die man für gute Runden erhält und mit denen man schlechte Schläge ausgleichen kann. In der vorliegenden Form wird die Spiele-Szene das Spiel wohl kaum mit offenen Armen in ihren Kreis aufnehmen. Die Aufmachung ist aber Garant dafür, dass Tee Off als Geschenk für passionierte Golfer eine gute Wahl ist.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
1 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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