Tongiaki

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Tongiaki von Schmidt Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Polynesien ist groß. Doch die Inseln sind klein. Und die See weit. Jeder Spieler versucht ausgehend von Tonga seine ihm zur Verfügung stehenden Schiffe möglichst umfassend in der nach und nach entstehenden Inselwelt zu verteilen. Denn jede mit einem eigenen Schiff besetzt Insel bringt am Spielende (unterschiedlich viele) Siegpunkte. Doch zuvor wird es taktisch. Wer an der Reihe ist, darf seine Boote auf einer einzigen Insel - abgesehen von möglichen in der Anleitung erklärten Einschränkungen - verdoppeln. Auf jeder Insel sind verschiedene Strände, die einen Zugang zur See ermöglichen. Ist ein Strand mit Schiffen gefüllt, stechen diese in See - in der Hoffnung einen Seeweg ins Unbekannte zu finden und auf einer Insel zu landen. Dazu wird nun eines der vielen verdeckten, geschwungen sechseckigen Plättchen aufgedeckt. Eine Markierung zeigt, wie es angelegt wird. Ist es eine Insel, klappt die Überfahrt und die beteiligten Schiffe, unter denen natürlich auch andersfarbige sein können, werden dort auf die Strände verteilt und können in den nächsten Zügen wieder verdoppelt werden. Ist es ein Seeplättchen, bricht eventuell Unheil über die Seefahrer herein. Denn auf diesen Plättchen sind verschieden gefährliche Seewege eingezeichnet, die bis zu vier verschiedenfarbige Schiffe erfordern, um übersetzen zu können. Sind nicht genug "Farben" vertreten, sinken alle Schiffe in den Vorrat der Spieler zurück. Am Ende des Seewegs wird wieder ein Plättchen aufgedeckt und angelegt, bis die Schiffe entweder landen oder untergehen. Das Spiel endet, wenn das letzte See- oder das letzte Landplättchen angelegt wurde. Wer seine Schiffe am besten auf den Punkte liefernden Inseln platzieren konnte, gewinnt das Spiel. Tongiaki ist auf den ersten Blick ein Glücksspiel. Je nachdem, welches Plättchen an einen besetzten Strand gelegt wird, hat man entweder Glück oder Pech. Auf dem zweiten Blick zeigt sich aber, dass sehr viel Taktieren möglich ist. Man kann Strände bewusst blockieren, gegnerische Schiffe auf aussichtslose Strände stellen, absichtlich einen zu gefährlichen Seeweg wählen oder dort übersetzen, wo man wiederum Strände füllt, die die Schiffe der Mitspieler auf einen Kurs in den Vorrat schicken. Andererseits kann man besonders "wertvolle Inseln" durch das Schaffen einer Königsinsel unzugänglich machen, wenn man auf seinen Zug verzichtet und auf dieser Insel alleine vertreten ist. Diese kann zudem ganze Gebiete vom Rest der Inselwelt abtrennen. Wohl dem, der dort bereits vertreten ist. Aber wehe, er ist dort alleine. Denn alleine oder auch zu zweit in See zu stechen kommt einem Himmelfahrtskommando gleich. Deshalb ist das Spiel am besten für drei, besser vier bis fünf Spieler geeignet. Zu zweit und sechst verliert es deutlich an Spielreiz. Die Mischung zwischen dem Zwang, gemeinsam in See stechen zu müssen, und die Notwendigkeit, die Mitspieler möglichst von der Landung auf Punkte bringende Inseln abzuhalten macht den Reiz von dem schnell erlernten und schön gestalteten Tongiaki aus. Letztlich gehört aber auch eine Portion Entdeckergeist dazu. Denn wer weiß schon, wo er landet, wenn die Schiffe vom Strand in See stechen, um einen Weg zur nächsten Insel zu suchen?

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Fotos
Tongiaki von Schmidt Spiele
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