Trains

Die Bahn kommt!

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 15.08.2014
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Spieleschachtel von Trains - Foto AEG - Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Dominion reist "Zurück in die Zukunft"! So könnte man es nennen. Die Spieler tauschen nur eben Rüstung, Schwert und Pferd gegen Schnell- und Güterzug. Waren die Spieler beim Deckbauspiel Dominion bestrebt, sich als Monarch noch mehr Macht und Ländereien einzuverleiben, so versuchen sie bei Trains von AEG/Pegasus Spiele, ein florierendes Bahnunternehmen auf die Beine zu stellen. Am Anfang aber steht das junge Bahnunternehmen noch ziemlich jämerlich da. Gerade einmal ein paar Gleiswürfel, sieben marode Regionalzüge, zwei Gleis- und eine Bahnhofsausbaukarte stehen ihm zur Verfügung. Na ja, da heißt es jetzt: In die Hände gespuckt und los geht's!

Verschiedene Karten für das Spiel Trains

Nachdem sich die Spieler entschieden haben, auf welcher Spielplanseite (Tokio oder Osaka) sie ihr Bahnunternehmen starten möchten, legen sie nun eine vorgegebene Kartenauslage aus, inklusive der Basisstartkarten. Oder sie entscheiden sich für das Ziehen von acht Zufallskarten und bereiten dann die Stapel vor. Zudem erhält jeder Spieler 21 Gleiswürfel in seiner Farbe, wobei einer als Siegpunktmarker verwendet wird. Zum Abschluss der Spielvorbereitungsphase sucht sich nun jeder einen Ausgansgpunkt auf dem Spielplan seines Eisenbahnnetzwerkes heraus und plaziert dort einen Gleiswürfel.

So wird das Eisenbahnspiel Trains gespielt

Die Spieler ziehen fünf Karten auf die Hand und können so viele Karten ausspielen oder kaufen, wie sie möchten. Die Karten bieten eine Fülle von Möglichkeiten.

Zum einen gibt es die Züge (blauer Kartenrand), diese bescheren das meisten Einkommen (Geld) in unterschiedlicher Höhe - je nachdem, wie teuer dieser Zug beim Einkauf war. Ein D-Zug schlägt mit satten sechs Geld im Einkauf zu Buche, generiert dafür aber drei Geld. Der Touristenzug dagegen kostet nur vier, bringt aber gleichzeitig nur ein Geld. Der Touristenzug ist aber ein spezieller Zug, da er nicht nur als Geldgenerator fungiert, sondern auch gleichzeitig über eine Sonderaktion verfügt. Dieser hat den nützlichen Nebeneffekt, dass er beim Ausspielen auch einen Siegpunkt generiert. So hat jeder Zug seine Vor- und Nachteile.

Die Karten mit grünem Rand sind Gleisverlegungskarten. Sie ermöglichen den Gleisbau und je nach Art eventuelle Vergünstigungen. Bahnhofsausbauten mit lila Kartenrand benötigen die Spieler zum Bau eines Bahnhofs in einer Stadt, die bereits an einem Gleisnetzwerk angeschlossen ist. Aktiosnkarten verfügen über einen roten Spielkartenrand. Sie verhelfen zu mehr Karten oder aber lassen die Spieler den Ablagestapel gezielt nach einem Zug suchen usw.. Spielkarten mit goldenem Rand verstopfen zwar das Deck, aber am Ende der Partie bringen sie noch zusätzliche Siegpunkte.

Trains und das Müllproblem

Aber leider erzeugen so gut wie alle Bauaktionen Müll. Sei es ein Gleisbau oder ein Bahnhofsausbau, Tunnel, Stahlbrücken, ja sogar Gebäude. Alles erzeugt Müll. Und dieser Müll hat nur einen Zwecks: Er verstopft das eigene Kartendeck mit unnützen Karten. Am Anfang einer Partie ist das Müllaufkommen noch recht klein. Aber je mehr gebaut wird, desto größer wird der eigene Müllberg. Für dieses Problem gibt es nur zwei Lösungen. Entweder man besorgt sich eine Mülldeponie oder man setzt mit seinem Zug aus und wirft dann alle Müllkarten ab, die man zu diesem Zeitpunkt auf der Hand hält.

So wird bei Trains gebaut

Dabei sind einige Dinge beim Bau zu beachten. Gleiswürfel dürfen nur auf Felder gebaut werden, wenn man benachbart schon einen besitzt. Die Kosten dabei ergeben sich durch das Landschaftsfeld plus eventuell vorhandene Gleiswürfel der anderen Spieler. Bei Bahnhofsausbauten wiederum darf man unabhängig davon bauen, ob man schon einen Gleiswürfel auf dieser Stadt besitzt oder nicht. Auf jedem Stadtfeld gibt es aber eine maximale Anzahl an Bahnhöfen, die man dort platzieren darf. Diese wird durch die Anzahl an Häusern dargestellt. Die besonderen Orte auf dem Spielplan erkennt man an den goldenen Sternen mit einer schwarzen Zahl. Um auf diesem Ort ein Gleiswürfel bauen zu können, muss man die Kosten bezahlen, die die Zahl des Feldes angibt. Diese Orte geben am Spielende so viele Siegpunkte, wie die Zahl des Feldes anzeigt.

So endet das Spiel

Das Spiel Trains endet, wenn entweder vier beliebige Stapel leer sind, ein Spieler alle seine Gleiswürfel platzieren konnte oder alle Bahnhöfe verbaut wurden. Siegpunkte gibt es für jeden eigenen Gleiswürfel auf einem Feld mit einem oder mehreren Bahnhöfen, Gebäudekarten und die besonderen Orte, die man erschlossen hat. Wer dann die meisten Siegpunkte einheimsen konnte ist der Gewinner von Trains.

Wie gut ist das Gesellschaftsspiel Trains?

Trains ist Dominion. Oder etwa nicht? Oder doch?! Zumindest den Vorwurf einiger engen Parallelen muss es sich schon gefallen lassen. Zum einen ist da der Deckbaumechanismus. Auch hier werden Karten aus einem Vorrat gekauft und in das eigene Spieldeck hinzugefügt. Auch hier wird eine beliebige Anzahl an Karten aus der Hand ausgespielt und es werden Ketten gebildet. Und auch hier wiederum gibt es Siegpunktkarten. Aber bei Trains kommt ein Spielplan zum Einsatz. Diese Interaktion gibt es bei Dominion so nicht. Zugegeben vieles ist bei Trains gleich, aber gerade die Idee mit dem Spielplan ist eine Zutat mehr, die Trains positiv von einem bloßen Klon abhebt.

Sicherlich lässt sich über die Grafik der Karten streiten. Dem einen sind sie zu steril oder zu kühl, dem anderen gefallen sie. Das wiederum ist reine Geschmacksache. Ich finde Sie zumindest ganz passend. Mir persönlich gefällt daher Trains einfach gut. Nicht nur wegen des Spielplans und der daraus resultierenden Interaktion mit den Mitspielern, nein, es zieht sich nicht so in die Länge. Bei Dominion schaut man doch gerne etwas gelangweilt, wenn jemand wieder seine Handkarten-Orgie startet. Noch ein Dorf und noch eine Aktion usw.. Beim Eisenbahnspiel Trains läuft das alles viel flüssiger und runder ab. Und wenn man mal in die Schachtel schaut, dann können wir darauf wetten, dass die nächste Erweiterung schon in den Startlöchern steht. Zumindest gibt es schon zwei neue Zusatzpläne (USA & Deutschland). Wenn Dominion schon nicht schlecht ist, finde ich Trains noch einen Tick besser.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
ab 12 jahren
Spieldauer (Minuten): 
45-60
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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