Verfuxt!

eine Spielerezension von Daniel Wünsche - 21.09.2017
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Kinderspiel Verfuxt - Foto von Game Factory
Lesezeit: 3 Minuten

Nein, nicht: "Fuchs, du hast die Gans gestohlen". Diesmal heißt es: "Fuchs, du hast das goldene Ei gestohlen". Die Spürhühner sind dem Unhold aber schon auf den Fersen. Der Fuchs selbst, ist aber nicht deppert, und hat sich unter die andere Füchse gemischt.

Die Spieler versuchen nun bei Verfuxt von Marisa Pena, Shanon Lyon und Colt Tipton-Johnson (Game Factory) zusammen herauszufinden, ob er beispielsweise einen Hut getragen hat, oder einen Mantel? Hatte er einen Stock oder sie eine Halskette? Dazu müssen die Kinder vor dem Würfelwurf ansagen, ob sie neue Verdächtige ausfindig machen wollen oder neue Hinweise suchen. Danach können die Spührhühner bis zu dreimal würfeln und müssen dann die richtigen Symbole würfeln.

Wie wird das Kinderspiel Verfuxt gespielt?

Wenn Verdächtige aufgedeckt werden, wird einfach eine weitere verdeckte Karte offenbart, die einen Fuchs zeigt. Dieser Fuchs zeigt drei bestimmte Merkmale, die kein Anderer in dieser Kombination mit ihm gemeinsam hat. Werden neue Hinweise gesucht, müssen die Hühner die zwölf Hinweisfelder ablaufen. Dort angekommen, wird das Hinweisplättchen in den Decoder gelegt und überprüft, ob dieser Gegenstand am gesuchten Fuchs zu finden ist. Diese Information müssen sich die Spieler nun merken. Wurde mit dem dritten Wurf nicht dreimal das gleiche Symbol gewürfelt, macht sich der Fuchs auf dem Weg zu seinem Fuchsbau. Sollte er seinen Fuchsbau erreichen, bevor die Spürhühner den gesuchten Fuchs identifiziert haben oder fälschlicherweise den falschen Fuchs beschuldigen, gewinnt der Fuchs.

Lohnt sich das Kinderspiel Verfuxt?

Das Kinderspiel Verfuxt! hat uns alle komplett überzeugt. Es hat einfache und gut geschriebene Regeln, die vermutlich für die meisten Spieler in ein neues Spielkonzept einführt: die Deduktion. Es ist nicht nur ein Laufspiel, sondern eben auch ein Spiel, in dem man Fakten sammeln, sich merken und diese dann kombinieren muss. Es könnte der kleine Bruder von Cluedo sein, ist aber wesentlich Kindgerechter gestaltet. Die Optik überzeugt, und wenn jetzt noch richtige Spürhühner als Figuren dabei gewesen wären statt der Mützen, könnte ich mich vermutlich nicht zurückhalten, das komplette Paket in den Himmel zu loben. Einzig die Karten sind von nicht so doller Qualität, aber die werden nicht gespielt, sondern bleiben in der Auslage liegen. Die Würfel haben Prägungen und sind nicht nur einfach beklebt.

Aber das absolute Highlight ist der Fuchs-Scanner. Hier wird zu Beginn der Täter eingelegt, dann während des Spieles ein Hinweischip aufgelegt. Nach dem Öffnen des Schiebers offenbart sich, ob das Merkmal auf den Täter zutrifft oder nicht. Für die Kinder ist es wie Magie: Woher weiß der Scanner das? In Wirklichkeit steckt ein schönes System aus Aussparungen und Punktmustern dahinter.

Für mich zählt Verfuxt! zu den absoluten Highlights im Spielejahrgang 2016/17, was leider zu wenig bekannt ist. Kinder ab fünf Jahren, können es locker alleine spielen, ohne dass ein Erwachsener dabei ist. Und das Quäntchen Würfelglück in Spiel sorgt immer wieder dafür, dass auch vorzeitig ein Verdacht ausgesprochen werden muss. Denn sonst erreicht beim nächsten Fehlwurf der Fuchs seinen Fuchsbau. Um so schöner die Freude, wenn man es dann doch richtig errät. Aber oft genug, weiß man ganz genau, wer es ist. Auch das hinterlässt ein tolles kooperatives Gefühl bei den Kindern. In vielen Spielen haben wir es nur wenige Male nicht geschafft. Absolute Empfehlung von mir.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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Kommentare

Ich hatte mir viel versprochen und die Aufmachung von Verfuxt ist wirklich toll. Und auch der Hinweis auf eine kindsgerechte Adaption von Cluedo stimmt haargenau, zumindst in der Theorie. Leider entpuppte sich das Ganze in der Praxis dann allerdings als reines Glücksspiel, bei dem der Erfolg oder Misserfolg beim Würfeln über alles andere entscheidet. Und das ist frustrierend.

Als Hausregel haben wir uns daher überlegt, erst nach dem ersten Wurf entscheiden zu müssen, welches der Symbole man mit den drei Würfeln erzielen möchte. Oder aber den Fuchs je zwei oder gar nur ein Feld vorzurücken. Sonst droht er viel zu schnell sein Ziel zu erreichen und damit die Partie vorzeitig zu beenden. Oder haben wir einfach schlecht gewürfelt und allen anderen ist es bisher wesentlich besser gelaufen?

Ich denke mit der Hausregel nimmt man dem Spiel den Reiz. 
Es ist ein kooperatives Spiel, und wie wir erwachsenen das nur zu gut kennen, verliert man diese öfter, als einem lieb ist.
Aber hier verliert man mit den Kinder zusammen. Ich würde sagen, es hält sich nach knapp 30 PArtien die Waage, 50:50
gewinnen zum verlieren. 

Mein Mitspieler vergisst öfter auch mal das Ansagen... das darf man dann nicht so eng sehen. Aber als Regel bestehe ich drauf. Es bereitet ihr drauf vor, was da kommen wird. Flashpoint... auch hier sind die Würfel das zünglein an der Waage :)