Vino

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Vino von Goldsieber
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Spieler betätigen sich bei Vino als Weinbauern in Italien. Ihr Ziel ist es, am Ende die meisten Weinberge zu besitzen - Geld zählt nur in zweiter Instanz. Ganz Italien ist in neun Anbaugebiete eingeteilt, in denen je drei bis fünf verschiedene Weinsorten wachsen. Jeder Spieler darf in jedem Gebiet nur eine Rebsorte anpflanzen, sodass nicht jeder Spieler überall vertreten sein kann, es gilt, Prioritäten zu setzen.

Das Spiel läuft in Runden zu je zwei Phasen ab. In der ersten legt man zunächst fest, in welchen Gebieten man Weinberge kaufen möchte. Nach dem Aufdecken dieser Erwerbswünsche werden alle Gebiete der Reihe nach abgehandelt und es dürfen zunächst diejenigen kaufen, die schon in dem jeweiligen Gebiet Weinberge besitzen, wenn danach noch Weinberge übrig sind, können sich andere ebenfalls dort einkaufen. Wichtig ist, zu wissen, dass es in sechs der neun Anbaugebiete nicht nur private sondern auch staatliche Weinberge gibt. Wenn alle privaten vergeben sind, werden die noch nicht verkauften staatlichen verschenkt: Einer an den Spieler mit den meisten Weinbergen in dem Gebiet, zwei an den Zweiten und der Rest an den Dritten.

Da das Startkapital natürlich nicht lange reicht, gibt es eine zweite Zugphase, in der Wein verkauft werden kann. Die Menge richtet sich nach der Anzahl der Berge, auf der die jeweiligen Traubensorten wachsen - und je mehr verkauft wird, desto mehr Geld fließt in die Kassen des jeweiligen Spielers. Aber für jeden Verkauf müssen auch wieder Weinberge abgegeben werden - ebenfalls umso mehr, je mehr Geld eingenommen wurde! Da sich der Preis nach Angebot und Nachfrage regelt, ist nicht jeder Wein gleich viel wert. Das Spiel endet, sobald alle staatlichen Weinberge vergeben wurden.

Kritik ist am Material anzubringen. Die Farben sind zum Teil schwer zu unterscheiden und die durchsichtigen Spielsteine sind eben dieses gerade bei den dunkleren Farben nicht immer ausreichend. Und so schön und thematisch passend die traubenförmigen Marker auch sind: Wer ihnen in Folge einer unbedachten Bewegung schon einmal durch das ganze Zimmer nachgerannt ist, wird sich wünschen, sie wären nicht rund ...

Vino ist ein Spiel mit einigen neuartigen und ungewöhnlichen Mechanismen und benötigt daher etwas Zeit, bis man sich hinein gefunden hat. Eine gut gemachte Kurzregel und einige taktische Tipps in der Anleitung helfen aber dem Anfänger. Ohne Frage hat das Spiel seinen Reiz und wird sicher auch immer mal wieder auf dem Spieltisch landen; es gehört aber zu den Spielen, die man nicht zwei Mal hintereinander spielt. Zwischen den Partien wird immer einige Zeit vergehen, bis man wieder Lust bekommt, sich erneut als Weinbauer zu betätigen. Dann macht Vino aber auch wieder Spaß.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
1999
Spielkategorisierung
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