Die Legende des Wendigo

eine Spielerezension von Daniel Wünsche - 03.09.2017
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Die Legende des Wendigo - Foto Heidelberger Spieleverlag

Vielleicht ist es ein amerikanisches Klischee, Gruselgeschichten am Lagerfeuer zu erzählen. Wir waren als Kinder auch im Zeltlager, und haben uns genauso Geschichten am Lagerfeuer erzählt, und danach mindestens eine schlaflose Nacht gehabt. Im Kinderspiel Die Legende des Wendigo von Christian Lemay (Scorpion Masque/Heidelberger Spieleverlag/Asmodee) geht es genau darum. Ein Wendigo, der sich unter den Pfadfindern der Eichhörnchen-Sippe versteckt, schnappt sich jede Nacht ein neues Opfer.

Wie wird Die Legende des Wendigo gespielt?

Ein Spieler übernimmt die Rolle des Wendigo und spielt gegen die anderen Spieler. Alle Pfadfinderplättchen werden gut gemischt auf dem Tisch ausgebreitet, und wenn alle Spieler wegschauen, ersetzt der Wendigospieler ein Plättchen mit einem Wendigoplättchen. Das Spiel verläuft über mehrere Runden, in denen jeweils in der Nacht, das Monstrum zuschlägt, und immer mehr Kinder verschwinden. Dabei wird das Wendigoplättchen immer an die Position des verschwundenen Pfadfinders gelegt. Die Spieler versuchen, sich das Gesamtbild zu merken und anhand der verschiedenen Merkmale wie Geschlecht, Kopfbedeckung, Frisuren, Schals und Gesichter sich die Positionen zu merken. Ziel: So innerhalb kurzer Zeit festzustellen, was sich verändert hat. Schnappen die Spieler den Wendigo, bevor er sich fünf Kinder geschnappt hat, gewinnen sie.

Lohnt sich das Kinderspiel Die Legende des Wendigo?

Obwohl Kinder in Memospielen deutlich besser sind als Erwachsene, ist das Spiel anfangs unglaublich schwer für Kinder mit sechs Jahren. Selbst für ältere Spieler ist es nicht leicht. Hier ist es fast immer eine Unachtsamkeit des Wendigo oder der Zufall, der zur Enthüllung führt. Denn ein guter Wendigo schnappt sich Kinder, die ähnlich aussehen, und achtet darauf, dass die Ausrichtung sich nicht ändert. Der Zeitdruck macht es leider nicht leichter.

Nach einigen Runden werden die Spieler besser organisiert und legen sich Strategien zurecht. Wenn die Spieler sich zum Beispiel aufteilen und jeder nur einen Teil des Spielfeldes betrachtet, wird es einfacher. Oder die Spieler versuchen, sich Muster einzuprägen.

Jedoch hat uns diese Lernkurve, will man sie als solche bezeichnen, nicht so gut gefallen. Es macht es für Kinder unglaublich frustrierend, so oft gegen den Wendigo zu verlieren. Für den Wendigo war es natürlich immer total spannend, da er jede Runde befürchten muss, erwischt zu werden. Wir haben dann die in den Regeln vorgeschlagene Variante verwendet und nutzen sie immer noch. Dort muss der Wendigo-Spieler jedes Mal, wenn er nicht enttarnt wurde einen Tipp geben, dass er zum Beispiel einen Hut trägt oder nicht oder ob er dick oder dünn ist. Das ist für die meisten Kids dann immer noch aufregend und schwierig genug und bringt einen tollen Deduktionsaspekt mit ins Spiel. In meinen Augen hätte das die Hauptregel sein sollen, und ohne diese, eher eine Profi-Variante.

Thematisch und optisch ist das Spiel toll und hat die Kleinen wirklich immer wieder an den Spieltisch gelockt. Es erfordert eine Menge Aufmerksamkeit, was leider nicht mit allen Mitspielern möglich ist. Insgesamt hat uns die Legende des Wendigo ganz gut gefallen, da es schnell gespielt, und ein ein bisschen anderes Kinderspiel ist. In Erwachsenenrunden ist es deutlich kniffliger für beide Seiten, da hier etwas organisierter vorgegangen wird.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
10
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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